Zum Roten Bock erklärt: Was nun, Herr Gysi?

Gysi in den Schlagzeilen:

Das liest sich meist so: Gysi droht mit Klage, Gysi spricht von Landesverrat, Gysi erstattet Strafanzeige, Toilettengate, Gysi hier und Gysi da…

Gysi sammelte auch mal Bonusmeilen und trat zurück – Freiflug Affäre

Herr Gysi, die moderne Robin Hood Variante der scheinlinken Pseudoopposition im Heinz Schenk Look, passt außerordentlich gut in den Reichstagsstadl von Berlin. Helmut Kohl vergaß seinerzeit die Namen honoriger Spender, dann wollte er sie nicht preisgeben, weil er sein Ehrenwort gegeben hatte. Damit war die Sache bereinigt.

Herr Gysi soll nun unter Eid gelogen haben oder eben nicht, was seine Stasi Vergangenheit betrifft. Hätte er doch nur sein Ehrenwort gegeben, alles wäre gut – niemand hätte mehr nachgefragt.

Er hätte es auch strategisch so lösen können wie Finanzminister Schäuble, der einen Koffer mit 100.000 D-Mark in bar einfach vergessen haben wollte. Damit war die Sache aus der Welt geräumt, Schäuble durfte wieder Platz nehmen im Merkelparlament.

Herr Gysi hat es sich nicht leicht gemacht, mit all seinen Anträgen und Strafanzeigen, so tut man sich schwer im Berliner Kasperletheater, ihn seinerseits beim Vergessen zu unterstützen.

Mit seiner Äußerung zu „guter“ linksextremer Gewalt hat er sich jedoch endgültig selbst zum Roten Bock erklärt. Wen wundert’s, dass er nun zum Abschuss freigeben ist?

Unbestritten ist, dass die Partei die LINKE aus der PDS hervor gegangen ist und diese die Nachfolgepartei der SED war. Besonders Gregor Gysi war nach der Wende ganz vorne mit dabei, als es darum ging das Parteivermögen der SED zu retten. In der DDR aber will Herr Gysi durch sein anwaltliches Engagement für Regimekritiker in Opposition zum System gestanden haben.

Haben wir nicht schon genug ehemalige „Bürgerrechtler“ in Amt und „Würden“ wie Herrn „Gauck“ und eine Kanzlerin, die aus der konservativen Union einen Fanclub für sozialistische Ganztagsbetreuung geformt hat?

Was tritt Herr Gysi auch seinen ideologischen Brüdern und Schwestern so arg auf die Füße, sind sie doch auf dem besten Wege, die BRD durch Auflösung in die planwirtschaftliche EU einzugliedern?

Sein Fehler ist, dass er aus seiner Gesinnung keinen Hehl macht und auf die Tarnung im bürgerlichen Gewand verzichtet, so wie die großen Schwesterparteien. Nach der Wende haben alle politischen Kräfte gleichermaßen daran gearbeitet, dass es keine parlamentarische Opposition mehr gibt. Die Opposition ist wie damals in der DDR nur virtuell, ein Fantasieprodukt, eine Mogelpackung ohne jede Handlungsoption.

Opposition findet nicht im Politzirkus statt, sondern auf der Straße, an den Stammtischen, in der Pause am Arbeitsplatz, sie macht eine Faust in der Tasche, wenn der Geldautomat den Dienst versagt, weil das Konto nicht mehr gedeckt ist.

Sie heult und rauft sich die Haare, wenn der alljährliche Rentenkontenbescheid ins Haus flattert, wenn der Stromversorger den Saft abdreht, wenn der Gerichtsvollzieher mit der Räumungsklage vor der Tür steht, wenn die Krankenkasse Kostenübernahme ablehnt, wenn die Fahrkosten zum Arbeitsplatz vom Mindestlohn nicht bestritten werden können, wenn das Finanzamt das frisch gegründete Unternehmen sabotiert und Autobahnbrücken aufgrund mangelnder Wartung drohen, einzustürzen.

Da entsteht der Geist, der eine Opposition mit Leben füllt und den Mächtigen dasselbe schwermacht – Herr Gysi war  noch nie davon beseelt.

 


Bildquelle:

gysi photo
Photo by sludgegulper
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Wolfgang van de Rydt
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