Vom listigen Bürgermeister Lebrecht

“Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.” Dies besagt ein altes Sprichwort. Doch der alte und weise Bürgermeister Lebrecht von Oberkirchberghausen schien diese Kunst zu beherrschen – zumindest auf den ersten Blick.

Die Anekdote dazu ist schnell erzählt: Herr Schulze beschwerte sich bei Bürgermeister Lebrecht über seinen Nachbarn Schmidt. Nachdem er die Beschwerde angehört hatte, murmelte Lebrecht bedächtig: „Da hast Du aber recht.“ Am folgenden Tag trat Nachbar Schmidt mit Beschwerden über Schulze an den Bürgermeister heran. Nachdem der weise und greise Herr Bürgermeister sich nun auch die andere Seite angehört hatte, murmelte er erneut: „Da hast Du aber recht.“

Der Gemeindediener, der mit im Amtszimmer war, sprach daraufhin besorgt zu Lebrecht: „Josef, Du kannst doch nicht beiden recht geben.“ Der Bürgermeister erwiderte nachdenklich: „Da hast Du auch wieder recht.“

Merkels Geständnis

Ein prägnantes Beispiel für die Verwirrungstaktik in der Politik liefert uns Angela Merkel in einer Rede vom 25. Februar 2008:

“Man kann sich nicht darauf verlassen, dass das, was vor den Wahlen gesagt wird, auch wirklich nach den Wahlen gilt. Und wir müssen damit rechnen, dass das in verschiedenen Weisen sich wiederholen kann.”

Während des Wahlkampfs versuchen Politiker oft, es allen recht zu machen. Nach den Wahlen ändern sie jedoch häufig ihre Haltung. Dies führt zur Entfremdung und tiefen Enttäuschung der Wähler, die sich auf die Versprechungen verlassen hatten.


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Kommentare

6 Antworten zu „Vom listigen Bürgermeister Lebrecht“

  1. Rumpelstilzchen

    DAS MERKKILL hat auch gesagt:

    “Wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich auch im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten”

    Quasi ein MerKILL`sches Oxymoron.

    Scheint dem “Volke” allerdings TOTAL ENTGANGEN zu sein.

    1. OStR Ing.-Wiss. Peter Rösch

      Ich gehöre zu denen, die damals bei diesen Merkelschen Verlautbarungen durchaus aufmerkten. Und ich weiß noch, wie ich mich gewundert habe, dass die Frau nicht direkt vom Rednerpult weg verhaftet wurde, da die Bestrebungen gegen die damals noch geheiligte FDGO damit doch offenkundig geworden waren.

      1. Weißer

        Habe mich auch gewundert. CDU-Wähler haben mich dann aufgeklärt:” Merkel hat das mit der Demokratie nicht so gemeint, wie sie es gesagt hat.”…

    2. Force Majeure

      Und Blockflöte spielen nicht vergessen.

  2. Rumpelstilzchen

    CDU-Parteitag: “Der FEIND ist die AfD” !

    https://www.focus.de/politik/analyse-von-ulrich-reitz-jetzt-weiss-jeder-waehler-was-er-mit-einer-stimme-fuer-die-merz-cdu-bekommt_id_259920337.html

    Wenn die AfD DER FEIND ist, dann ist die – bis zu den Haarspitzen korrupte und verlogene – UNION der FEIND DEUTSCHLANDS !

    Kapieren das die Union-Voters noch rechtzeitig ?

  3. Ketzerlehrling

    Man kann dies weise nennen, oder auch hinterfotzig. Wie dem auch sei. Man kann es in der Tat nicht allen recht machen und die Lebensaufgabe kann nicht sein, everybodies Darling zu sein und mit jedem auskommen.