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Der Islamwissenschaftler Guido Steinberg hält Militärschläge gegen den Iran noch vor den US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 für “sehr wahrscheinlich”.

Er rechnet mit “begrenzten Militärschlägen, wahrscheinlich gegen Einrichtungen des iranischen Nuklearprogramms beziehungsweise gegen militärische Einrichtungen der Revolutionsgarden.” Die seien “kaum noch zu vermeiden”, sagte der Nahostexperte von der Stiftung Wissenschaft und Politik in der rbb-Fernsehsendung “Talk aus Berlin”.

Obwohl die iranische Führung sehr aggressiv sei, schreibt er die unmittelbare Verantwortung für die gegenwärtige Krise den USA zu, weil sie im Mai 2018 einseitig das Atomabkommen aufgekündigt hätten. “Sie haben das Atomabkommen und die sehr friedliche Politik der Obama-Administration ersetzt durch eine Politik des maximalen Drucks”, sagte Steinberg im Gespräch mit Jörg Thadeusz. Die Ergebnisse dieser Politik zeigten sich jetzt am Persischen Golf, aber auch beinahe in der gesamten Region.

Wie die Iraner auf solche begrenzten Militärschläge – sei es durch die USA, sei es durch Israel – reagieren könnten, hätten sie schon in den vergangenen Wochen klargemacht, erklärte Steinberg. “Beispielsweise mit Angriffen auf Öltanker oder auch mit Angriffen auf die Infrastruktur in Saudi-Arabien.”

Es könne aber auch passieren, dass die Iraner ihre Verbündeten losschickten, so Steinberg weiter. Denkbar seien Angriffe auf amerikanisches Militär im Irak oder auf israelische, amerikanische oder saudi-arabische Einrichtungen in Europa und weltweit. Denn die Iraner hätten nicht nur Milizen wie die der Hisbollah als Verbündete, sondern auch Terrorgruppen und ihre Geheimdienste. Die seien weltweit aktiv. “In einem solchen Konfliktfall müssen wir auch hier in Deutschland mit Angriffen rechnen”, sagte Steinberg im rbb-Fernsehen.


1 KOMMENTAR

  1. Ich als “Experte” wette dagegen!

    ….Natürlich nur, sofern “Reichstagsbrände” (meint das der “Nahostexperte”?) verhindert werden können.

    Persien ist ein anderes Kaliber als Irak, Syrien oder Nord Korea. Ob Trump (insbesondere vor der Wahl) ein zusätzliches Afghanistan anstrebt beweifle ich.

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