Odenwaldschule: Fälscht Hartmut von Hentig seinen Lebenslauf?

Die Opfer der Odenwaldschule sind empört. Der ehemalige Lebenspartner des verstorbenen Schulleiters Gerold Becker hat seine Autobiographie verfasst.

Odenwaldschule photo
Photo by @yakobusan Jakob Montrasio 孟亚柯

Dort verklärt er den Missbrauch an der Odenwaldschule und sucht die Fehler bei Journalisten und Opfern, berichtet die Frankfurter Rundschau.

Zu den Vorwürfen der Opfer ist vor allem der Wikipedia Eintrag interessant. Darin wird von Hentig als „langjähriger enger Freund“ von Becker bezeichnet. Jeder Versuch, die Formulierung den Tatsachen anzupassen, nämlich dass sich Becker und von Hentig in einer homosexuellen Beziehung befanden, wurde stets von den Administratoren rückgängig gemacht.

In der Versionsgeschichte lassen sich Änderungen zurückverfolgen.

Aktuell beginnt der erste Abschnitt so:

Hartmut von Hentig (* 23. September1925 in Posen) ist ein vor allem in der westdeutschen Reformpädagogik seit den 1960er Jahren einflussreicher Erziehungswissenschaftler und Publizist.

Für den Sohn eines Diplomaten war das Aufwachsen von häufigen Ortswechseln geprägt. Unmittelbar nach seinem Abitur in Berlin wurde von Hentig zur militärischen Ausbildung für den Einsatz im Zweiten Weltkrieg eingezogen. An der Ostfront erlitt er eine schwere Verwundung. Aus einem US-amerikanischen Kriegsgefangenenlager entlassen, nahm er in Göttingen das Studium der alten Sprachen auf und ging nach der Promotion in den Vereinigten Staaten als Lehrer in den Schuldienst.

1963 folgte von Hentig der Berufung auf eine Professur am Pädagogischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen. Seit 1968 unterstützte er den Aufbau der Universität Bielefeld, wo er maßgeblich die Einrichtung der Laborschule Bielefeld mitgestaltete und seit 1974 als deren wissenschaftlicher Leiter fungierte.

Über seine Emeritierung im Jahr 1987 hinaus beteiligte sich von Hentig mit Vorträgen und Buchpublikationen am öffentlichen Diskurs im Spannungsfeld von Gesellschaft, Politik und Pädagogik. Im Zusammenhang mit den 2010 bekannt gewordenen Fällen sexuellen Missbrauchs an der Odenwaldschule war von Hentig als langjähriger enger Freund Gerold Beckers,[1][2] des als Haupttäter beschuldigten ehemaligen Leiters dieser Schule, öffentlicher Kritik ausgesetzt.

Quelle: Wikipedia

 

Wer wundert sich da über die neuen Vorwürfe der Opfer, dass von Hentig in seiner Autobiografie die Tatsachen verdrehe? Eigentlich nichts Neues und passend zum Verhaltensschema der Partner von Pädokriminellen, die zunächst von allem nichts gewusst haben wollen und später die Verantwortung für nicht mehr zu leugnende Tatbestände auf die Opfer oder sonstige Umstände abwälzen.

Mütter rechtfertigen so, dass sie jahrelang die Augen verschlossen haben, wenn sich herausstellt, dass der eigene Mann, die Kinder missbraucht hat. Selten werden diese stillen Mitwisserinnen wegen ihrer Komplizenschaft verurteilt – nicht mal wegen unterlassener Hilfeleistung.

Von Hentig hätte besser geschwiegen, statt den Ahnungslosen zu geben und mit der Autobiographie den Versuch zu unternehmen, seinen Lebenspartner zumindest teilweise reinzuwaschen.

Wie sagten die Alten früher? Hätte der Hitler doch nur die Juden in Ruhe gelassen …

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