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Es nimmt kein Ende. Gerade recherchiert man über einen bestimmten Sachverhalt, eine konkrete Persönlichkeit, die mit Jeffrey Epstein verbunden war, fliegt einem sofort der nächste Hochkaräter ins Haus. An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei Oliver Janich bedanken, der auf seinem Telegram-Kanal unermüdlich Informationen und Entwicklungen im Fall Epstein publiziert. Man gewinnt immer mehr den Eindruck, dass die Zugehörigkeit in die Umlaufbahnen von Epstein nicht die Ausnahme sind, sondern die Regel.

Nachdem diese Woche ein Testament seinen Weg an die Öffentlichkeit fand, erreicht den ohnehin schon filmreifen Thriller rund um Jeffrey Epstein die nächste Klage.

Eine mit dem Fall betraute Anwaltskanzlei, bestätigte indes die Existenz eines Testaments, welches Epstein zwei Tage vor seinem Tod verfasst haben soll. Dieses Papier beziffert ein hinterlassenes Vermögen von 577.672.654 US-Dollar (umgerechnet 520 Millionen Euro) und somit 18 Millionen Dollar mehr, als er selbst bislang vor Gericht eingeräumt hatte.

Zwangshochzeit gegen Bezahlung einer Operation

Klingt abenteuerlich, ist es auch. Was muss man für ein Mensch sein, wenn man eine medizinisch notwendige Heilbehandlung einer Frau dafür missbraucht, eine Zwangshochzeit zu lancieren, um den eigenen Sexualtrieb zu stillen?

Die Rede ist von Katlyn Doe, offensichtlich ein Pseudonym, eine junge Frau, ebenfalls zu den unzähligen Sexsklaven zählend, die einen medizinisch notwendigen operativen Eingriff benötigt hat und immer noch benötigt.

Aus einer neu eingereichten Klage geht hervor, dass Epstein die junge Frau dazu gezwungen haben soll, eine andere Frau aus der Obhut von ihm zu heiraten. Als Gegenleistung versprach er Doe einen Betrag von 20.000 Dollar für die dringend benötigte medizinische Operation.

Katlyn Doe war 17 Jahre jung, als sie im Jahr 2007 Epstein zum allerersten Mal begegnete. Diese Begegnung sollte ihr Leben nachhaltig prägen, im negativen Sinne. So geht aus den Gerichtsakten, die beim Bundesgericht von Manhattan eingegangen sind, ein bekanntes Muster hervor.

Katyln, wie viele andere junge Opfer, war verwundbar, als sie Epstein begegnete. Sie erzählte Epstein von ihrer Essstörung. Dieser habe folglich Andeutungen gemacht, ihr bei ihrem Leiden unterstützend zur Seite zu stehen und versprach, eine angemessene medizinische Behandlung für sie zu suchen.

Doch dazu sollte es nicht kommen. Sieben Jahre lang war Doe im klebrigen Spinnennetz gefangen. Über Jahre hinweg reiste sie von einem Anwesen zum nächsten und wieder zurück. Dazu zählten Häuser in Manhattan, Florida und den Virgin Islands, also stets und konsequent dorthin, wo Epstein sie „gebraucht“ hat.

In jener Zeit wurde Katlyn angewiesen, Epstein eine Massage zu geben, während der er sie bat, seine Brustwarzen zu kneifen. Daraufhin ging er ihr an die Brüste, packte und kniff diese heftig. Katlyn wägte innerlich ab, soll ich seinen widerwärtigen Wünschen nachkommen mit der Gewissheit, meine Operation finanziert zu bekommen oder soll ich einfach wegrennen, zur Polizei gehen, das Erlebte hinter mir lassen? Sie entschied sich für die erste Option.

Also besuchte sie ihn schweren Herzens weiter, sie müsse da durch, dachte sie sich. Sie gab ihre Jungfräulichkeit preis, dass ihr die Aufrechterhaltung dieser von enormer Wichtigkeit sei. Interessiert hat dies Epstein nicht, im Gegenteil, er setzte sie immer weiter unter Druck. Manipulation, Einschüchterung und Zwang prägten das Dasein. Er zwang sie förmlich Geschlechtsverkehr mit ihm zu haben, erst recht wegen ihrer Jungfräulichkeit, so Katlyn.

Im Jahr 2013, so die Klage, kam Epstein auf Doe mit einem Herzenswunsch zu. Sie sollte eine seiner weiblichen Rekrutier, die nur unter dem Pseudonym”Associate 3″ bekannt ist, heiraten. Begründet hat Epstein diesen Wunsch mit der Tatsache, dass seine Helferin über keine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis verfügte. Im Falle einer Heirat allerdings, ändert sich dieser Rechtsstatus und ermöglicht einen dauerhaften Aufenthalt und ein Bleiberecht in den USA.

Katlyn Doe sagt aus:

„Die nur auf dem Papier existierende Ehe sollte echt erscheinen. Sie wurde von Epsteins langjährigem New Yorker Anwalt arrangiert, während ein anderer Mitarbeiter den Papierkram vorbereitete. Die Hochzeit beinhaltete das Posing für Fotos, um den Anschein zu erwecken, dass die Ehe legitim war.“

Katlyn Doe zu alt für Epstein

Nach der Eheschließung übergab ihr Epstein eine Summe von 10.000 Dollar und versprach die andere Hälfte nach Auflösung der Ehe. Das scheinbar lesbische Paar lebte gemeinsam im Manhattaner Hochaus in der 301 E. 71st Street.

In der Klage heißt es:

“Jeffrey Epstein benutzte weiterhin die immer noch ausstehenden 10.000 Dollar als Druckmittel, um den Kläger zu animieren, auch zukünftig für die sexuellen Bedürfnisse des Angeklagten zur Verfügung zu stehen. Wohl wissend, dass sie beim Nichtnachkommen seiner Vorlieben, den ausstehenden Betrag nie erhalten würde.“

Ein weiteres Jahr später, also 2014, empfand Epstein die mittlerweile 25 jährige Doe als zu alt für seine Bedürfnisse. Kurzerhand schmiss er sie aus der Wohnung in der 71st Street und weigerte sich, die restlichen 10.000 Dollar zu bezahlen. 2017 wurde die Scheinehe geschieden.

Weiter heißt es in der Klageschrift:

“Der Klägerin wurden nie die ausstehenden zehntausend Dollar gezahlt, die Jeffrey Epstein versprochen hatte, um sie für die Eheschließung zu bezahlen. Demzufolge war sie niemals in der Lage, die Operation zu bezahlen, die sie heute noch dringend benötigt.“

Die Akte Priscilla Doe

In einer zweiten Klage wird ein weiteres Opfer genannt, sie trägt das Pseudonym Priscilla Doe.

Priscilla war gerade einmal 20 Jahre jung, als sie Epstein das erste mal über den Weg gelaufen war. Mittendrin im Geschehen, wer sollte es auch anderes sein, unsere altbekannte Ghislaine Maxwell.

Hinlänglich bekanntgeworden war Maxwells Funktion als Beschafferin von jungen Frauen. Nun geht aus der Klage hervor, Maxwell fungierte zudem auch als eine Art Sexuallehrerin, die den jungen Frauen, insbesondere Priscilla, den „richtigen Stil“ beizubringen versuchte, um Epstein maximal zu verwöhnen. Dazu zählte auch, so düster es auch klingt, eine quasi Anleitung für den perfekten Blowjob zu geben.

Als sie das Anwesen auf den Virgin Islands besuchte, habe ihr das Duo den Reisepass entzogen, vermutlich um einer möglichen Flucht vorzubeugen.

Wüsste man es nicht besser, so könnte man der Annahme sein, dass das Treffen von hochrangigen Persönlichkeiten ein Privileg sei, welches der Traum eines jeden jungen Mädchen ist. Einmal die Creme de la Creme, die High Society aus Glanz und Gloria zu treffen.

Doch hinter dieser Fassade aus Hochglanz verbirgt sich ein dunkles Bild. Wie bereits erwähnt, die Zugehörigkeit im klebrigen Spinnennetz von Jeffrey Epstein ist nicht die Ausnahme, sondern die Regel.

Priscilla hat viele von ihnen getroffen, den Sultan von Dubai, Filmregisseur Woody Allen und Prinz Andrew. Epstein prahlte regelrecht mit seiner engen Verbundenheit zu Bill Clinton, der laut Epstein mehrfach mit ihm auf seine privaten Inseln reiste. Persönlich begegnet ist sie Clinton allerdings nie.

Auch wenn potenzielle Missbrauchstäter nicht namentlich genannt werden, gab Priscilla beunruhigt zu Protokoll, Epstein habe sie gezwungen auch für seine Gäste für Massagen zur Verfügung zu stehen. „Geschäftliche Sexakte“ so nannte sich das in diesen Umlaufbahnen. All diese Erzählungen kennen wir ja schon aus dem Fall Virginia Giuffre, ein Muster ist eindeutig erkennbar.

Sexspielzeuge spielten auch in diesem Fall wieder eine übergeordnete Rolle. Genauere Details sind mir zugegebenermaßen zu heftig, um sie hier einfach locker und leicht niederzuschreiben. Wer es dennoch lesen mag, hier ein Artikel für Sie verlinkt.

Abgespielt haben sich die von ihr geschilderten Ereignisse im Zeitraum von 2006 bis 2012, auch während der Zeit, als Epstein verurteilt worden war und seine Haftstrafe im Gefängnis absaß – auch wenn er quasi nur zum Schlafen dort sein musste.

Die Akte Lisa Doe

Zum Abschluss noch ein letzter, aber nicht weniger schicksalhafter Fall – die Akte Lisa Doe.

Lisa war eine Tänzerin aus Leidenschaft mit dem Wunschtraum, eines Tages einer großen Tanzgruppe beizutreten. Auch sie erfassten die weit ausgedehnten Tentakel des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.

Zur Karriereförderung versprach ihr Epstein, sie mit exklusiver Tanzkleidung und Ballettschuhen auszustatten sowie seine Kontakte zur Verfügung zu stellen. Versprechungen, wie wir sie schon im ersten Fall gesehen haben.

Es blieb dabei, bei Versprechungen, nichts davon sollte sich bewahrheiten, ihr Traum nicht in Erfüllung gehen. So hat Epstein auch bei ihr Sexspielzeug zu sexuellen Misshandlungen benutzt. Details erspare ich, sie sind ebenfalls hier für Sie verlinkt. Nachdem er mit ihr fertig war, nahm Epstein drei 100-Dollar-Scheine aus seiner Schublade, übergab sie Lisa und entließ sie.

Abgespielt hat sich all dies zu einer Zeit, als sie einen Mann traf, der offenkundig als Prinz bezeichnet worden war. Ein enger Freund von Epstein, erzählt Lisa. Beide führten ein längeres Gespräch…

„Ich führte ein sehr langes Gespräch mit dem Prinzen. Ich war perplex, dass jemand, der so mächtig ist, ein königliches Familienmitglied eben, mit mir einen Small Talk führt.“

Wir sehen also, die Parallelen sind an Eindeutigkeit nicht zu übertreffen. Unabhängig voneinander berichten die mutmaßlichen Opfer wie Virginia Guiffre oder Johanna Sjoberg von identischen Vorfällen. Die selben Leute werden immer wieder als Drahtzieher genannt, wie Maxwell, Prinz Andrew usw.


Quelle: Indoamedia.com