Tötet Codo!

Foto: O24

Neulich in Frankfurt. Ich düse, düse, düse im Sauseschritt so vor mich hin, da hält mich plötzlich ein Verkehrsstau auf. Meine Augen schweifen reflexartig nach rechts, ich weiß, dass man das nicht einfach so machen sollte, doch es war zu spät. Dabei wollte ich nur meinen Blick von dem Müllauto wenden, das den Stau verursacht hatte und einfach nicht von der Stelle kam. Man muss sich ja nicht immer gleich aufregen, das taten schon die Dauerhuper hinter mir und wie ein Fingerzeig des Universums tauchte die Botschaft vor mir auf, dass Hass der Seele schade. „Sagt das den Deppen vor und hinter mir“, grollte eine Stimme aus meinem tiefsten Innern, die ich gleich wieder in die Niederungen meines Geistes verbannte, mir statt dessen in aller Seelenruhe einen Parkplatz suchte und meine Kamera zückte. Das Gehupe hinter mir schwoll an, denn der Müllwagen hatte sich endlich fortbewegt, nun war ich das Hindernis. Und ich kostete meine Macht voll aus. Langsam, dafür aber mit äußerster Präzision und mehrmaligem Schulterblick parkte ich ein. Genüßlich sah ich mir die wutverzerrten Gesichter der Vorbeifahrenden an und murmelte: „Hass schadet der Seele!“ Nur mühsam unterdrückte ich den Reflex, auf die Spruchtafel zu deuten, sonst wäre noch einer von ihnen zum Amokfahrer mutiert. Ich beließ es bei meinem stillen Triumph, brachte das Motiv in den Kasten und fuhr weiter. Man weiß ja nie, wofür man so ein Foto mal gebrauchen kann und wenn es nur dazu gut ist, so einen überflüssigen Artikel zu schreiben. Ich vergaß die Sache wieder, bis ich an der nächsten Spruchtafel vorbei kam.

Frankfurt Uni – foto: O24

Ich will mich nicht aufregen, schaue reflexartig wieder nach rechts und siehste, dieses Mal klappt’s, ich erblicke einen Shisha-Laden, so bunt ist die Welt. Dann fällt mir dieses Lied ein, mit diesem Codo und dem Herrn des Hasses, der ihn – oder war es ein es – vernichten will. Lange nicht gehört, doch ich weiß noch genau, wie es beim ersten Mal war – damals in der ZDF-Hitparade. Zu Beginn kommt das Stück recht cool und eingängig daher, aber beim Anhören des Refrains stellte sich bei mir dieses Gefühl ein, das man hat, wenn man plötzlich und unerwartet an einer Kläranlage vorbeifährt oder es einfach nicht mehr aushalten kann und die total versiffte Bahnhofstoilette aufsuchen muss.

Auf dem Nachhauseweg beschäftigte mich die Frage nach Codo und ich musste mich auf die Suche nach der Wahrheit machen, koste es, was es wolle. Irgendwas war faul an diesem Kerl, das hatte ich mir schon als Teenager gedacht und in den Weiten des Internets wurde ich fündig. Alles nur geklaut! Fast alles. Die Produzentin Anette Humpe ließ zur Hochzeit der NDW bekanntermaßen ihre kleine Schwester Inga mit den beiden Blödelbarden Tauchen und Prokopetz als „DÖF“ den Song mit dem schrecklichen Refrain performen. Die beiden Herren machten ihre Sache ja ganz gut, doch der Rest war geklaut. In voller Absicht, wie es heißt. Die Melodie stammt von diesem Lied: „Küß mich und lieb mich“- komponiert und getextet von Holger Biege. Humpe soll sich darüber lustig gemacht haben, dass die „Ossis nichts dagegen machen könnten“. Denkste! Holger Biege machte schon Jahre vor der Wende die Biege aus der DDR und war alles andere als amused, als er 1983 zufällig während eines Restaurantbesuchs auf den Ideenklau aufmerksam wurde. (Hier nachzulesen). Der Flüchtling klagte und schrieb sogar ein kleines Stück Justizgeschichte. Sein von ihm selbst erstelltes Gutachten über das Plagiat soll so gut gewesen sein, dass man ihn bei Gericht als Sachverständigen fest anstellen wollte. Nachdem Anette Humpe also damals mit dem Versuch gescheitert ist, einen Flüchtling abzulinken, steht sie heute bei den gescheiterten Linken, wie die TAZ zur „Aufstehen-Bewegung“ berichtete. Die kleine Schwester, das Codo, outete sich in der selben Postille als grün und meinte: „Wer nicht wählt, ist ein Arschloch“. Jetzt weiß ich, warum ich mir immer schon insgeheim gewünscht habe, der Song wäre noch bevor das geschlechtslose Wesen aus dem All den Mund aufmacht zu einem alternativen Ende gekommen ….

5 KOMMENTARE

  1. „Hass schadet der Seele.“ Wohl wahr verehrte Anette!
    Bereits 1993 waren Sie der Ansicht der Hass könne besiegt werden, wenn sich die USA und Russland vertragen, in Afrika niemand mehr hungert, Palästina als Staat anerkannt wird und im Nahen Osten der Frieden ausbricht. Sie dachten damals nicht über China nach. Sie haben fest daran geglaubt, dass sich die Welt im Übergang in eine hippieähnliche Utopie befindet. Und bald, sehr bald würde es schon allen auf dieser hasserfüllten Welt mit einem schönen Grundeinkommen so richtig gut gehen. Und all dies wäre durch „Tanzen“ möglich?
    Unbeeindruckt, dass nichts von dem eintrat, dass 2013 Israel im Gazastreifen noch immer seine Militärtechnik testete, beschrieben Sie in ihren Song jemanden, der von der Party quasi direkt in die politische Aktion startet. Einer Friedensaktion, versteht sich?
    Ja, „Hass schadet der Seele.“ Aber geht es mit dem Hassargument für Sie zunächst nicht etwas naheliegender, eine Nummer kleiner? Etwa, wie könnte Hass bei uns im kleinen Deutschland entstehen?
    Jüngstes Hassbeispiel: Der Fall Miri.
    „Er sei ein Lackmustest für die wehrhafte Demokratie. Wenn sich der Rechtsstaat hier nicht durchsetzt, verliert die Bevölkerung das Vertrauen in unser gesamtes Asylsystem“….. bla, bla, etc. pp. …
    … digtierte präventiv, hassabwehrend, oder doch eher notgedrungen, unser „geliebter“ Innenminister Seehofer seiner Hauspostille „der Bild-Zeitung“!
    *
    Verehrte Anette Sie selbst sind jetzt über 60 Jahre alt. Wachen Sie endlich auf, blicken Sie um sich und hören Sie auf, dummes Zeug in noch dümmere Songs zu dichten. Punkt.

  2. Hass macht HÄSSLICH ! Das hat sich ja sogar schon bis zu den Spezial-Demokraten (ASI-Brüller KAHRS) herum gesprochen, allerdings soll diese – für Linksradikale geradezu bahnbrechende „Erkenntnis“ – nur Gültigkeit in Bezug auf AfD-Abgeordnete haben.

    Ergo: Gäbe es die AfD nicht, dann gäbe es nach der Kahrs`schen „Logik“ nur „schönen und guten“ Hass.

    SEHEN ist eben IMMER „perspektivisch“…zumindest bei den sich gottseidank im freien Fall befindlichen SOZIS….

  3. Entweder es waren Dummköpfe (oder kleine Kinder) die sich so was ausgedacht haben, oder Orwell höchstpersönlich. (Gleiche Qualität wie: Wäre Hunger verboten könnte auch niemand verhungern, wenn sich niemand kratzt kann auch nichts jucken, u.s.w. )

    Hass schützt die Seele, die sich ansonsten nicht gegen die Ursache wehren könnte. Sag mir was du hasst, ich sag dir wer du bist. Soll ja immer mehr Leute geben die den Hass hassen (oder was sonst empfinden sie für den Hass?). 14.523 superfleißige dauer-„studierende“ müssten so was einfaches eigentlich erklären können.

    Ach ja Freundchen, nächstes mal steig ich aus und verkleinere dein Auto, dann gehts leichter!

  4. Einen auf neue DEUTSCHE Welle machen und dann die Ossis abzocken, Typisch für die ganze Berliner Szene.

Comments are closed.