Umstrittenes Charité Projekt “Kein Täter werden” vor dem Aus?

 

Die Finanzierung für das Pädophilie-Hilfsprojekt “Kein Täter werden” der Berliner Charité ist in Gefahr.

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Die Berliner Zeitung lässt im Namen ihres Lokalredakteurs um Spenden betteln:

Die Politik müsse einen Weg finden, um solche Projekte zu finanzieren. Denn sie verhindern Straftaten und sind so auf Dauer billiger als Gefängnisstrafen.

Diese steile These stößt nicht überall auf Zustimmung und ist längst nicht über jeden wissenschaftlichen Zweifel erhaben.

So sieht es z.B. auch das Netzwerk B:

Die deutsche Dunkelfeld Studie – das mittlerweile fast bundesweite Präventionsnetzwerk ‚Kein Täter werden‘ mit namhaften Sponsoren (u.a. Volkswagenstiftung) ist wissenschaftlich gesehen eher zweifelhaft.

So argumentiert Andrej König – Experte in Methodenlehre und Forensischer Psychologie an der Fachhochschule Dortmund – dass die Studie von Prof. Beier schwere methodologische und konzeptionelle Fehler aufweist. [1]

Die Ergebnisse nach nur 12 monatiger Laufzeit – ein Zeitraum, der für eine Prognose von Langzeiteffekten zu kurz ist – seien nicht wertig, da entgegen dem anerkannten wissenschaftlichen Standard der Präventionsforschung die Zahl der Abbrecher nicht miteinbezogen wurde. Mit 56,4% (180 Teilnehmer, die die Therapiemassnahme gleich zu Beginn ablehnten oder vorzeitig abbrachen) von 310 Bewerbern ist diese aber recht substantiell.

Zudem hat die forensisch-kriminologische Forschung gezeigt, dass gerade unter Abbrechern die höheren Rückfallquoten zu finden sind.

König kritisiert weiterhin, dass die Auswahl der Wartekontrollgruppe nicht wissenschaftlich fundiert ist, was wiederum die Vergleichsergebnisse mit der Therapiegruppe belanglos macht.

Der ‚Erfolg‘ der Therapie wurde durch Selbstaussagen der Teilnehmer zu einer Serie von Risikofaktoren gemessen und zeigte bis auf eine moderate Verbesserung der Empathie-Werte keine wirklich überzeugenden Unterschiede zwischen der Kontrollgruppe und der Gruppe von Teilnehmern der Therapie.

Die Forscher betonen, dass keiner der Teilnehmer laut Selbstaussagen strafrechtlich auffällig geworden sei, verzichteten aber auf jegliche Bemühung, dies in irgendeiner Form nachzuprüfen.

Zusammenfassend stellt König fest, dass die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie widersprüchlich sind und daher keine Aussagen erlaubt, ob die durchgeführte primär präventive Therapie die Wahrscheinlichkeit von sexueller Gewalt gegen Minderjährige erhöht, reduziert oder unbeeinflusst lässt.

Eine Selbstevaluation der Therapiemassnahmen durch die anbietende Institution lege zudem immer auch die Vermutung eines Interessenkonfliktes nahe.

Diese Sachlage macht  eine wissenschaftliche Prüfung der Beier’schen Studie und eine öffentliche Diskussion darüber was sinnvolle und effektive Prävention sein könnte zwingend. Ein blindes Folgen von medienwirksamen Feststellungen verpasst den gesellschaftlichen Auftrag des Schutzes von Kindern.

[1] Andrej König,  „Kein Täter werden“ – Keine Effekte?

Weitere Informationen:
Projekt „Kein Täter werden“ – Wissenschaftler kritisch hinterfragen

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