Nicht einmal eine Alien Invasion würde die Menschheit einigen

US-Präsident Ronald Reagan am 15. September 1987 vor der UN-Vollversammlung: „Unsere Unterschiede weltweit würden verschwinden, wenn wir uns einer ausserirdischen Bedrohung entgegenstellen müssten.“

Das Märchen vom gemeinsamen Feind, der zerstrittene Lager vereint, erzählten vor Ronald Reagan schon viele andere. Es mag einen über eine kürzere Zeitspanne haltbaren wahren Kern enthalten, mehr aber auch nicht, wie die jüngste Geschichte der Menschheit bewiesen hat.

Es gibt im Wesentlichen zwei Varianten des Bedrohungsszenarios:

  1. Der totale Angriff auf die Erde mit dem Ziel der Vernichtung der Menschheit
  2. Die Invasion mit dem Ziel der Unterwerfung und Versklavung der Menschheit

In die erste Kategorie gehören Hollywoodstreifen wie „Independence Day“, aber auch Katastrophenschocker, bei denen die außerirdische Bedrohung als Meteorit daher kommt. Unter Führung der USA wird die Menschheit immer im letzten Augenblick gerettet. Wäre die Filmindustrie in Moskau oder anderswo ansässig, blieben einem dabei wenigstens die Segelohren von Jeff Goldblum erspart.

In der zweiten Kategorie retten natürlich auch immer die USA die Welt. Hier wird die Geschichte wie bei „V – die Besucher“ ein wenig „realistischer“ erzählt, aber das erste, was wir in Deutschland sehen würden, wäre das hier:

Bildquelle: reptoi.de

In der Persiflage „Mars Attacks“ werden solche Gutmenschen ausgerechnet von kleinen grünen Männchen ins Paradies befördert, wenn das keine Parabel auf die Situation im heutigen Europa ist …

Kollaborateure gab es zu allen Zeiten, ob in Frankreich und den Niederlanden bei dem Einmarsch der Nationalsozialisten, zur Franzosenzeit oder dem Einfall der mongolischen Horde. Auch die Indianer Nordamerikas kämpften auf Seiten der sich bekriegenden Kolonialstreitkräfte gegeneinander, statt eine gemeinsame Front gegen die weißen Eindringlinge zu bilden. Die Natives waren nicht nur untereinander hoffnungslos verfeindet, sondern hatten intuitiv bereits erkannt, dass sie gegen die Europäer keine Chance hatten. Nur wenige der Völker entkamen ihrer vollständigen Vernichtung. Wenn Aliens die Erde erobern, sind wir die Indianer, aber alles andere als einig, wie Film-Cowboy Ronald Reagan glaubte.

Im ersten Szenario würde die menschliche Allianz gegen die totale Vernichtung genauso lange halten, bis der Sieg errungen wäre. Danach hätten vor allem die „Weltreligionen“ eine Menge Erklärungsprobleme, denn die Wiederkunft irgendeines Messias am Himmel hatte man sich ja etwas anders vorgestellt. Doch mit Geschichtsumschreibung und Verfälschung hatten die Herrschenden noch nie Probleme. Die Technik der Aliens würde den Überlebenden in die Hände fallen und zu dem Zweck eingesetzt werden, zu dem sie gemacht wurde: Herrschaft, Kontrolle, Vernichtung.

Im zweiten Szenario der Unterwerfung würden sich Widerständler wie bereits erwähnt mit zweierlei Sorten grüner Männchen herumschlagen müssen. Wenn die Besatzer es nicht mit Brutalität übertreiben, finden sich kam Willige, die ihr Leben als Angehörige von Guerillatruppen für die träge Masse aufs Spiel setzen wollen. Da eine Spezies, die von weit her aus dem All kommt, der Menschheit hoffnungslos überlegen sein muss, ist ein Sieg in Fall 1 so gut wie unmöglich. Das Ende der Menschheit wäre besiegelt, wenn die allmächtigen Aliens nicht, wie in „Krieg der Welten“ plötzlich von menschlichen Bakterien und Viren dahingerafft werden.

In Fall 2 wäre ein Sieg der unterlegenen Menschheit ebenso unrealistisch. Um die außerirdischen Besatzer los zu werden, bliebe nur die Methode, sich anzupassen und Zugang zu ihrer Kultur und Technik zu verschaffen – quasi eine Gegeninfiltration – um sie dann mit ihren eigenen Waffen zu schlagen.

Anschließend versklavt sich die Menschheit wieder selbst.

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Wolfgang van de Rydt
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