Nachdem auf Pi-News im Kommentarbereich die Privatadresse der Geschäftsführerin der Frankfurter Grünen, Daniela Cappelluti, veröffentlicht wurde, hat sich der Grüne Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour zu Wort gemeldet.

„Ich fordere, dass das Netzwerk vom Verfassungsschutz überwacht wird. Das wäre ein starkes Signal, dassder Staat auf dem rechten Auge nicht blind ist“, sagte Nouripour der Frankfurter Rundschau.

Cappelutti hatte den AfD-Politiker Alexander Gauland aus der Frankfurter Altstadt vertrieben und ließ sich für die von ihr dazu verbreiteten Filmaufnahmen in linken Medien feiern. Aus dem mittlerweile gelöschten Video:

„Sehr geehrter Herr Gauland, ich würde Sie bitten, die neue Altstadt Frankfurts zu verlassen. Die Eintracht Frankfurt bekommt heute ihren Pokal, wir haben den besten Präsidenten, wir haben eine super internationale Mannschaft. […] Sie können sich gerne die schöne Frankfurter Altstadt ein andermal angucken, muss aber auch nicht sein, aber nicht wenn wir heute unseren Pokal bekommen. Herr Gauland [im Hintergrund ruft ein Mitstreiter „Nazis raus, Nazis raus“], es wäre wirklich supernett, wenn Sie einfach versuchen, wieder Richtung Main zu gehen. [Wieder „Nazis raus, Nazis raus“-Rufe] Es macht keine Freude, wenn sich der Herr Gauland heute die Altstadt anguckt.“

Im Kommentarbereich tauchte dann wenig später die Privatadresse von Cappelutti auf, die daraufhin Morddrohungen erhalten haben soll. Nouripour lobt im Interview mit der Frankfurter Rundschau die Aktion seiner Parteikollegin als Zivilcourage.

Pi-News verteidigt sich, nachdem bei der Redaktion aus Reihen der Frankfurter Grünen eine „Droh-Email“ eingegangen sei, in der auf die Verletzung der Persönlichkeitsrechte von Cappelutti „hingewiesen“ wurden:

„Anders als in linksextremen Portalen wie indymedia, die regelmäßig private Adressen und Fotos ihrer politischen Gegner veröffentlichen, hat PI-NEWS den entsprechenden Kommentar gelöscht.“

Pi-News wird derzeit nicht vom Verfassungsschutz beobachtet, entsprechende Eingaben wurden bisher stets von Bundesregierung und Behörden abgelehnt. Wohl aber der bayrische Verfassungsschutz hält ein Auge auf den islamkritischen Journalisten Michael Stürzenberger, der zuletzt durch einen Freispruch in zweiter Instanz wegen angeblicher Volksverhetzung für internationale Schlagzeilen sorgte.