Gemälde: “Schreibtisch, Pussy, Locher“

Nahezu drei Jahre nach seinem Gefängnisaufenthalt im September 2017 führt der Leipziger Maler Natango Fietkau jetzt einen Konterangriff gegen die Leipziger Justiz.

Durch informelle Absprachen im Tiefen Staat (Sachsen) wurden gegen den oppositionellen Maler Sozialtechniken der 1930/1940er Jahren angewendet und durch diese Rechtspraxis die Rückkehr des Grauens organisiert.

Natango sieht sich in der Hauptverhandlung des Strafprozess durch die Richterin beleidigt, eingeschüchtert und seiner Verteidigung behindert. Wesentliche Tatsachen wurden ignoriert, rechtlich nicht gewürdigt und Recht wurde vorsätzlich falsch angewendet. Im schriftlichen Urteil wurden durch Weglassungen und Hinzufügungen von relevanten Fakten falsche Kausalketten erstellt.

Natango erkennt hierin Prozessbetrug, Täuschung und Rechtsbeugung im Rechtsverkehr. Diese Verstöße gegen das Strafgesetzbuch, EU - Recht und Menschenrecht im Gerichtsverfahren wurden von Richter und Staatsanwaltes begangen. Eine wirksame Beschwerdemöglichkeit ist nicht gegeben, weil die Täter sich im klebrig-filzigen Geflecht des Tiefen Staates gegenseitig decken und begünstigen.

Der Grundrecht berechtigte Mensch (Art. 1-19 GG) Natango Fietkau stützt sich auf geltendes auf EU-Recht und das Genfer Abkommen 4 und stellt jetzt eine Obligation - Schaden.Schuld.Wiedergutmachung über 2,3 Millionen Euro fest und verkündet diese gegenüber Staatsanwälten und Richtern.

Über Natango Fietkau

Natango ist der erste Maler seit Gründung der Bundesrepublik, der wegen seiner Kunst im Gefängnis war. Wegen Anfeindungen und Bedrohungen stellt Natango seine Malerei seit Jahren nur einem ausgesuchtem Publikum vor.

Mut heißt, trotz Angst und Schrecken ein Wagnis einzugehen, aus der Reihe zu tanzen und alleine dazustehen. Mut heißt, vieles – auch sein Leben – riskieren, für sich und seine Wahrheit womöglich alles verlieren. Mut heißt nicht, mit den Wölfen zu heulen, sich mit doppeltem Boden und Netz am Heldentum zu erfreuen. Mut heißt nicht, Andersdenkenden das Lebensrecht zu verwehren, sondern einander auf Augenhöhe die jeweilige Sicht zu erklären. Mut heißt schließlich, ohne Wenn und Aber weiterzumachen, auch wenn die Wölfe immer irrer über mutige Menschen lachen. Mutige Menschen erkennt man am Glanz in den Augen, dem aufrechten Gang und ihrem unbedingten Glauben. Mutige Menschen wissen um ihre Macht, deswegen sind sie gefährlich für Politiker, Pfaffen und staatliche Macht.
[caption id="attachment_709983" align="alignnone" width="880"] Urheber: nariart / 123RF Standard-Bild[/caption] Lange Zeit voraus, da war es üblich, dass die Mütter ihre Kinder mit einer Gutenachtgeschichte erschreckten, damit die Kleinen artig vor Einbruch der Dunkelheit zu Bett gingen. Im Untergrund, so hieß es, da wohnten Menschenfresser. Nachts kämen die Kannalibalen unter den Gullydeckeln hervor und würden jedes Kind in den Abgrund ziehen, das dann noch auf der Straße sei, um es dort unten zu verspeisen. Viele Jahre zweifelte keines der Kinder an der Geschichte, denn es war eine andere Zeit als heute. Draußen war es auch schon tagsüber gefährlich, deshalb patroullierte das Militär und überall standen Überwachungskameras, damit niemandem etwas geschehen konnte. Manchmal tönten die Sirenen und Lautsprecherdurchsagen warnten vor schlimmen Krankheiten, Orkanen oder Terroristen, die Anschläge verüben wollten. Dann mussten die Menschen schnell nach Hause, ihre Türen und Fenster verriegeln, bis über die Bildschirme mitgeteilt wurde, dass alles wieder in Ordnung sei. An so einem Tag weigerte sich plötzlich der kleine Jonas, ins Bett zu gehen. "Aber Jonas, es wird doch schon gleich dunkel", sagte die Mutter. Doch der Junge schaute sie an und antwortete: "Woher willst du das denn wissen? Wir waren den ganzen Tag noch nicht draußen und alle Türen und Fenster sind verdunkelt. Vielleicht ist es ja noch ganz hell ..." "Ja, kannst du denn keine Uhr lesen?" erwiderte die Mutter. "Hier steht doch, es ist 19:00 Uhr und darum wird es gleich dunkel." "Ja", sagte das Kind, "aber mir kommt es vor, als sei es noch viel früher. Können wir denn nicht einfach nach draußen gucken, ob es nicht doch noch ein wenig hell ist?" Da wurde die Mutter streng: "Du weißt doch, dass das verboten ist. Komm jetzt, es ist Zeit für die Gutenachtgeschichte." Jonas schüttelte den Kopf. Er wollte nicht immer ein und dieselbe Geschichte hören. Er kannte sie auswendig und sie erschreckte ihn weniger, als dass sie ihn langweilte. Die Mutter jedoch ließ sich nicht beirren, nahm den Kleinen auf den Arm, legte ihn ins Bett und begann zu erzählen: Der Tag vergeht, die Nacht kommt herein. Ihr Kinder sollt jetzt zuhause sein. Aus dem Untergrund, da steigt empor und kriecht unterm Gullydeckel hervor Der grauenhafte Kannalibal Und wartet auf sein Abendmahl Hat er euch ergriffen und feste gepackt dann werdet ihr von ihm in Stücke gehackt Er nimmt euch mit in sein Verließ und frisst euch knusprig gebraten am Spieß Doch geht ihr zur Ruh und hört die Geschicht' Dann kriegt euch der Menschenfresser nicht Der kleine Jonas liebte seine Mutter sehr, obwohl sie am Abend immer so streng mit ihm war und ließ auch dieses Mal die Geschichte artig über sich ergehen. Doch er tat nur so, als ob er eingeschlafen sei. Als die Mutter das Zimmer wieder verließ, versuchte er heimlich, den Rolladen zu öffnen. Doch so oft er auch den Schalter drückte, der Rolladen gab keinen Mucks von sich. Lange noch blieb er wach und dachte sich einen Plan aus. Am nächsten Tag erzählte er der Mutter, dass er einen fürchterlichen Alptraum gehabt habe und sie ihm zurm Sicherheit ein dunkles Tuch vor sein Fenster hängen solle, damit auch wirklich kein Kannalibale hereinschauen könnte. Die Mutter drückte ihn feste und sagte: "Siehst du, ich habe dir doch gesagt, wie gefährlich es ist." Dann holte sie eine schwere Decke, die sonst immer auf dem Sofa lag und hängte sie vor das Fenster im Kinderzimmer. An diesem Tag dauerte es sehr lange, bis die Sirenen ertönten und Entwarnung gaben. Die Türen und Fenster durften geöffnet werden und die Mutter wollte mit Jonas zum Einkaufen. Aber Jonas blieb lieber zuhause und sagte, er wolle im Garten spielen. Er musste der Mutter versprechen, auf gar keinen Fall das Grundstück zu verlassen, aber zur Sicherheit schloss sie das Tor gleich zweimal ab, bevor sie ging. Jonas aber wollte nicht spielen, sondern suchte sich eine Schaufel und löste davon den Stiel, den er mit auf sein Zimmer nahm. Hinter der Decke, die jetzt vor dem Fenster hing, steckte er das Stück Holz draußen in den Rasen, so nah am Fenster, dass der Rolladen beim Herunterfahren von ihm aufgehalten werden musste. So hoffte er, in der Nacht etwas zu sehen. Als es Abend wurde, ließ sich Jonas ins Bett bringen, hörte sich die Geschichte gleich zweimal von der Mutter an. Damit wollte er sie davon abhalten, noch einmal hinter die Decke zu schauen, die vor dem Fenster hing und alles verdunkelte. Kaum war die Mutter aus dem Zimmer, schlich sich Jonas aus seinem Bett und schaute nach draußen. Es hatte tatsächlich funktioniert. Der Spalt war so groß, dass Jonas sogar mühelos hindurchgepasst hätte, wenn denn nur das Fenster aufgegangen wäre. Eine ganze Zeit tat sich gar nichts da draußen. Dann kam ein Wagen gefahren, wendete auf der Straße und Uniformierte stiegen aus. Jonas mochte sie nicht. Eigentlich fürchtete er sie mehr, als die Kannalibalen, von denen er noch keinen gesehen hatte. Als sein Vater noch bei ihnen wohnte, hatten sie ihn einmal abgeholt. Ein paar Tage später kamen sie wieder und erklärten, er käme nicht mehr zurück. Es sei verboten, darüber zu sprechen. Die Uniformierten leuchteten in einige Hauseingänge, dann stiegen sie wieder in ihr Fahrzeug und verschwanden. Plötzlich hörte Jonas ein schwerfälliges, metallisches Geräusch. Er schaute angestrengt auf die Straße und sah wie eine dunkle Gestalt direkt aus dem Asphalt herauszukommen schien, doch er wusste, dass an dieser Stelle ein Gullydeckel war. "Dann stimmt es also doch", dachte der Junge und bekam es mit der Angst. Doch er konnte seinen Blick nicht abwenden. Es kamen weitere Gestalten aus dem Kanal, auch kleinere, die aussahen wie Kinder. Jonas konnte es kaum glauben, doch er wagte nicht daran zu denken, selbst wenn er irgenwie heraus geschafft hätte, den Unbekannten zu folgen. So ging er wieder ins Bett und hoffte, dass die Mutter am nächsten Tag nicht bemerkte, was er getan hatte. In der Schule schwieg Jonas lieber über seine Erlebnisse. Sicher würde ihn eines der anderen Kinder verpetzen. Zur Strafe konnte man dann von den Drohnen davon getragen werden. Meist waren die Kinder, mit denen das gemacht wurde, am nächsten Tag wieder da, aber da es ihnen verboten war, darüber zu sprechen, erfuhr auch niemand, was wirklich dabei geschah. Wieder zuhause empfing ihn die Mutter mit strengem Blick: "Von draußen hat wohl jemand versucht, in unser Haus einzubrechen. Ausgerechnet an deinem Zimmer haben sie einen Stiel unter den Rolladen geklemmt. Die Polizei war da, weil bei ihnen ein Signal eingegangen ist, dass eines unserer Fenster nicht sicher sei. Gut, dass wir die Decke vor dem deinem Fenster hatten, sonst hättest du dich sicher zu Tode erschreckt." "Puh", dachte Jonas. "Das ist ja gerade noch einmal gut gegangen." Aber nun konnte er ein Experiment kein zweites Mal wiederholen. Er musste einen neuen Plan fassen. Immer wieder dachte er bis zum Abendessen nach, bis ihm tatsächlich etwas einfiel. Dazu aber musste er nach draußen und das machte ihm schon ein wenig Angst. Im Keller da gab es ein kleines Fenster, das nicht gesichert war. Dort würde er gerade noch so durchpassen und könnte dann an der Rückseite des Hauses nach draußen klettern. Als die Mutter mit ihrer Geschichte fertig war und das Zimmer verlassen hatte, wartete Jonas noch lange, bis er sicher war, dass auch sie zu Bett gegangen war. Dann schlich er sich mit einer kleinen Taschenlampe in den Keller, stellte sich eine Kiste vor das verdreckte Fenster und kletterte, nachdem er es so leise wie möglich geöffnet hatte, nach draußen. Wieder kamen nach einiger Zeit die Uniformierten und kontrollierten die Straße. Als sie wieder weg waren, hörte er erneut das metallische Geräusch. Tatsächlich konnte er erkennen, wie der Gullydeckel angehoben wurde und die selben dunklen Gestalten herauskamen, wie in der Nacht zuvor. Er wagte sich bis an den Straßenrand und versuchte, sie zu beobachten. Plötzlich, ohne dass er etwas bemerkt hatte, packte ihn jemand am Kragen und ihn fuhr der Schreck durch alle Glieder. Bevor er schreien konnte, hielt ihm jemand den Mund zu. "Ich hab hier einen," hörte Jonas eine Stimme. "Lass ihn laufen, das ist doch noch ein Kind", tönte es leise von der anderen Seite. "Nein, der verrät uns am Ende noch. Wir nehmen ihn mit", sagte die erste Stimme. Dann wurde ihm schwindelig und er merkte noch, wie sie ihn mit nach unten nahmen. Als er wieder zu sich kam, lag er in seinem Bett. Alles schien normal zu sein. Hatte er das alles nur geträumt? Die Mutter kam herein, um ihn zu wecken. "Ah, du bist ja schon wach. Dann komm, Frühstück ist fertig." Jonas traute seinen Augen und Ohren nicht, erst als er seine Fingernägel sah, unter denen noch immer Dreck von dem schmutzigen Kellerfenster klebte, wusste er, dass es kein Traum war. Aber wie war er wieder zurück in sein Bett gekommen? Die Mutter schien nichts bemerkt zu haben. Der Tag lief ab, wie viele andere Tage zuvor, bis der Abend kam. Jonas ließ sich zu Bett bringen, hörte sich die Geschichte an und beschloss, ein weiteres Mal durch das Kellerfenster nach draußen zu klettern. Es kam ihm merkwürdig vor, dass er keinerlei Angst mehr verspürte, obwohl doch die letzte Nacht alles andere, als beruhigend gewesen sein musste. Wenn er sich doch nur erinnern könnte. Als er wieder im Freien die Uniformierten beobachtete und sich alsbald nach ihrem Verschwinden der Gullydeckel lüftete, versteckte er sich hinter etwas sorgfältiger hinter den Mülltonnen. Von dort hatte er eine gute Sicht und erkannte die Gestalten wieder. Es waren tatsächlich zwei Kinder dabei, wie er unschwer an ihren Umrissen und ihrem Gang erkennen konnte und drei Erwachsene. Sie verteilten sich in verschiedene Richtungen und kamen nach einiger Zeit mit schwer gepackten Taschen zurück. Dann verschwanden sie in den Untergrund und der Kanaldeckel schloss sich wieder. Als er sich wieder in sein Zimmer schlich, fiel ihm ein, dass sein Vater früher immer kurz vor dem Schlafengehen vor die Türe gegangen war. Er hatte immer gesagt, er wolle eine Zigarette rauchen, doch meisten nahm er immer einen Karton, manchmal auch eine Einkaufstasche mit nach draußen, um dann ohne sie zurück zu kommen. Öfter hatte es deswegen auch Streit zwischen seinen Eltern gegeben. Jonas dachte immer, seiner Mutter sei es um das Rauchen gegangen. Er konnte sich auf all das keinen wirklichen Reim machen und legte sich zurück in sein Bett. Lange blieb er wach und überlegte, ob er der Mutter von seinen Beobachtungen erzählen sollte, doch dann verwarf er den Gedanken wieder. Am nächsten Morgen war er so müde, dass die Mutter Mühe hatte, ihn wach zu bekommen. "Du musst in die Schule, du weisst doch, dass es sonst Ärger gibt", schimpfte sie. Jonas gab sich einen Ruck und schleppte sich an den Frühstückstisch. Dieses Mal waren seine Sachen und seine Hände noch immer schmutzig und die Mutter erschrak, als sie das erblickte. "Du darfst niemandem etwas davon erzählen, hörst du?" Jonas nickte und begann zu weinen. "Es sind gar keine Menschenfresser, es sind Diebe, die Essen klauen." "Ich weiss", sagte sie. "Aber ich will dich nicht auch noch verlieren. Es reicht schon, dass sie deinen Vater abgeholt haben, weil er diesen Leuten immer geholfen hat." "Ist er im Gefängnis?", fragte Jonas. "Ich weiß es nicht", antwortete die Mutter. "Sie haben erzählt, er sei geflohen. Vielleicht lebt er jetzt auch da unten bei diesen Leuten." Konnte es sein, dass sein Vater ihn in der ersten Nacht erkannt und zurück in sein Zimmer gebracht hatte, wollte er wissen. Die Mutter zuckte mit den Schultern, aber konnte es sich auch nicht anders erklären. "Werden wir auch abgeholt, wenn sie es rauskriegen?", meinte Jonas. Wortlos nickte sie und begann nun auch zu weinen. "Es ist besser, wenn wir auch verschwinden. Aber du darfst mit niemandem sprechen. Du musst in die Schule und ich zur Arbeit, damit niemand etwas merkt. Versprichst du mir das?" +++ Fortsetzung folgt +++          
In den goldenen 70er und 80er Jahren ging ich aufs Gymnasium. Neun Jahre lang wurde ich der Dauergedankenfolter zu den 12 Jahren unterworfen und lernte kaum etwas im Geschichtsunterricht – erst recht nicht zu den Völkern hinter dem „Eisernen Vorhang“, außer dass sie ein „bedauernswertes Dasein unter den Kommunisten fristeten“. Ständig betont wurden jedoch die errungenen Freiheiten der Nachkriegszeit, wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und politische Freiheit. Ich fand das überflüssig. Warum so etwas Selbstverständliches überhaupt erwähnen, wo wir doch stundenlang mit unserer Clique am siffigen Kneipentisch saßen und bei brennenden Kerzen in alten Weinflaschen über Gott und die Welt diskutierten?

Freiheit war das Wichtigste

Freiheit war das Wichtigste. Alles wurde debattiert – laut, heftig und mit Leidenschaft. Ganz gleich, welche Meinung man vertrat, man blieb befreundet für alle Zeiten, es sei denn, das Leben mit Umzug und Ehe kam einem in die Quere. Doch wegen Politik das Kriegsbeil schwingen und so etwas Kostbares, wie langjährige Freundschaften beenden, zeugte von Dummheit, Ignoranz und vor allem Intoleranz. Dafür gab man doch nicht die Gemeinschaft auf! Frauen meiner Generation konterten lüsterne Blicke junger oder älterer Männer mit Lachen oder freundlicher Nachfrage nach der Ehefrau. Unerwünschte, verirrte Hände auf meinem Knie oder auch sonstwo strich ich wie eine lästige Fliege ab oder schlug auch manchmal richtig zu. Für Ruhm und Geld hätte ich mich nie auf eine Couch begeben und Metoo hat weder damals noch heute die Frauen im Iran gerettet.

Mord war damals vor dem Gesetz noch Mord

Ein Mord war damals noch Mord und wurde hart bestraft. Bei Vergewaltigung galt das Mitleid noch den Frauen und nicht „traumatisierten“ jungen Männern aus archaischen Kulturen, die „es einfach nicht besser wissen“. „Selber Schuld“ als hämische Belehrung wegen eines kurzen Rockes oder Aushäusigkeit zu später Stunde (wie es sich junge Frauen heute wieder sagen lassen müssen) wurde wie die Vergewaltigung in der Ehe, die allzulange als Kavaliersdelikt entschuldigt worden war, nicht mehr akzeptiert. Das Kopftuch galt noch als Unterdrückung, von der sich die türkischen Frauen unter Atatürk befreit hatten. Der ägyptische Präsident Gamal Abdel Nasser lachte in den 1950ern noch über die Forderung der Muslimbruderschaft, einen Kopftuchzwang einzuführen. Auch deutsche Frauen sahen in dem Kopftuch zu meiner Jugend noch das, was es bis heute ist: Ein Machtmittel der Männer zur Bändigung der starken, weiblichen Sexualität – nicht ohne Beteiligung der Mütter und Großmütter, die im besten Fall mit der Keuschheit der Tochter ihre Heiratschancen erhöhen oder ihr im schlimmsten Fall aus Neid ihre Schönheit und Freiheit vorenthalten wollten.

Die Wahrheit trug ein prächtiges Gewand

Sehr präsent und offensichtlich waren in meiner Jugend noch die Parallelen zur katholischen Kirche. Es wurde Jungfräulichkeit vor der Ehe gelehrt und Mädchen wurde das Ministrieren wegen ihrer Reize, die Männer während des Gottesdienstes ablenken würden, lange vorenthalten. Bis heute wird den „unreinen Frauen“ in der katholischen Kirche das Priesteramt mit seinem erklecklichen Einkommen verwehrt. Statt dessen sieht man immer mehr Pfarrer aus Afrika und anderen Ländern, die in schlechtem Deutsch den Gottesdienst zelebrieren. „Nicht ohne meine Tochter“ war in aller Munde und prangerte die institutionalisierten, abrahamitischen Religionen mit ihrem strafenden, frauenverachtenden Gott an, den die menschlichen Männer zur Beherrschung der Frau erfunden hatten. Weltweit rief dies damals bei Feministinnen und Frauen Empörung gegen Kopftuch, Zwangsheirat und ganz allgemein gegen brutale, männliche Gewalt hervor. Damals sah man die Dinge noch so wie sie waren. Denn damals hatte die Wahrheit noch Ausgang und schritt erhobenen Hauptes umher in prächtigem Gewand.

Metoo funktioniert nur bei weißen Männern

Heute nun soll ich ohne jeden Beweis nur noch weiße Männer als Verbrecher sehen. Nach Jahrzehnten rächen sich weiße Frauen mit Metoo an weißen Männern für Entscheidungen, die sie häufig aus freien Stücken für Ruhm und Geld auf einer Couch getroffen haben. Harmlose Komplimente und Flirts werden als sexuelle Gewalt deklariert und dadurch Leben und allgemein die Leichtigkeit des Seins ruiniert. Heute soll ich das Kopftuch als Befreiung sehen und meinen Zorn im Zaum halten, wenn stolze, junge, verhüllte Frauen mich in meinem Land mit Verachtung mustern. Ehrenmorde und Bigamie werden nun von meinen früheren Kampfesschwestern als kulturelle Eigenheit und Freiheit der Religion verteidigt, da sie mit dem Import archaischer Männer Geld verdienen oder sogar das Bett mit ihnen teilen, weil sie ihre eigenen Landsmänner entmannt haben.

Seit wann bestimmt Religion wieder die Politik?

Ich frage mich: Wann genau hat die Religion wieder Einzug in die Politik gehalten? Seit wann wird der Wert einer Frau wieder über ein Tuch auf ihrem Kopf und über ihre Jungfräulichkeit definiert? Seit wann wird Vergewaltigung in der Ehe nur noch bei weißen Männern als Tatbestand geahndet? Und wo sind meine Schwestern hin, die noch vor 30 Jahren um echte Frauenrechte kämpften? Ich finde sie nicht mehr. Sie haben mich verstoßen, weil ich die Wahrheit hochhielt. Weil ich sie fragte: „Warum finanzierst Du einen jungen Mann aus Afrika, aber interessierst Dich nicht für Deinen Vater im Altersheim? Wie kannst Du es mit Deiner Freiheit und Deiner Wahrheit vereinbaren, dass „Dein Flüchtling“ bei der Heirat auf einer Jungfrau aus seiner Kultur besteht? Und warum soll mein alter, weißer Mann Dich nach Hause begleiten, wenn Du zugleich auf offenen Grenzen und Verständnis für junge, arabische Vergewaltiger bestehst?“

Meine Schwestern haben mich zur Feindin gemacht

Diese Fragen stelle ich nur einmal. Danach ist die Freundschaft vorbei. Vorbei sind auch die hitzigen Debatten, nach denen man sich herzlich umarmen und entspannt nach Hause gehen konnte – in der Gewissheit, dass die Freundschaft auf einem starken Fundament gebaut war. Heute haben meine Schwestern mich zur Feindin gemacht. Was früher so selbstverständlich wie das „Amen“ in der Kirche war, ist nun ein rares Gut geworden. Wenn drei im Namen der Freiheit versammelt sind, drohen hohe Strafen. Wenn dreihundert im Namen Allahs versammelt sind, droht nichts. Unschließbare, offene Grenzen, an deren Folgen Familien zerbrachen und Menschen starben, lassen sich nun plötzlich wieder schließen. Dennoch – ein Mord, der früher ein Mord war, wiegt bei fremden Tätern immer noch leichter als eine Versammlung zu dritt, als die Aussprache der Wahrheit und als die Zugehörigkeit zu einer unliebsamen Partei.

Die Wahrheit schleicht umher im Bettelgewand

Wir leben in Coronas Zeiten. Die Meinungsfreiheit hat sich tief verkrochen und die Wahrheit schleicht umher im Bettelgewand. Und doch weiß ich, dass der Himmel so blau ist wie schon lange nicht mehr. Dass die Familien vereint sind und manche zum ersten Mal erkennen, was wirklich wichtig ist. Ich weiß, dass Gottes Wege unergründlich sind und - „ich weiß, warum der gefangene Vogel singt.“ *Titel des Buches von Maya Angelou: „Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt“ Kontakt Maria Schneider: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
[caption id="attachment_709783" align="alignnone" width="1200"] Foto: ry[/caption] Den Mond zu fotografieren ist keine hohe Kunst, sofern man ein Teleobjektiv besitzt. Inne zu halten und die Stille zu genießen, die Schönheit der Natur auf sich wirken zu lassen und alle Sorgen dabei zu vergessen, ist weitaus schwieriger ....
Drei Versionen ein und der selben Geschichte. Am Ende wartet der Tod! https://youtu.be/ILNKUqOpiYE https://youtu.be/R5pBCggjzfc https://youtu.be/_FPLNkxzuV4
Fundstück: "Während der European Days in Maastricht wurde die Oper "Merkel" aufgeführt. In dieser Oper/Theaterstück ist Merkel diejenige die das Kind Europa tötet ...." Diejenigen, die normalerweise solche "Kunst" inszenieren, stehen sicher nicht in Verdacht, rechtspopulistischen Verschwörungstheorien anzuhängen. Was sagt die "mächtigste Frau der Welt" zu dieser Majestätsbeleidigung? Kommt es bald zu einer diplomatischen Krise mit den Niederlanden, wie im Fall Böhmermann?