Etikettenschwindel: Die heile Welt der Werkstätten für Menschen mit Behinderungen

Dorothea Brummerloh, Radiojournalistin beim DLF hat mich im letzten Jahr besucht und zum Thema „Etikettenschwindel“ in Behindertenwerkstätten interviewt. 

maria-anne / Pixabay

Ich habe in unterschiedlichen Positionen in drei solcher „sozialen“ Einrichtungen gearbeitet, mal direkt an der Basis oder konzeptionell, in der Angehörigen- und Personalberatung und Fortbildung oder auch mal als freigestellt als Bildungskoordinator in einem sogenannten Modellprojekt des Sozialministeriums Rheinland-Pfalz, damals noch mit Malu Dreyer und ihrem Stab besetzt.

„Der hagere hochgewachsene Mann ist eine Art Edward Snowden der Werkstattszene, ein Whistleblower..“ – na ja – der Vergleich hinkt nun doch ein wenig, schließlich musste ich nicht das Land verlassen, sondern war dann irgendwann meinen letzten Job los und habe keinerlei Lust und Nerven mehr, mich jemals wieder in einem solchen Umfeld zu betätigen und mitschuldig zu machen an diesem Sozialbetrug, der gleichermaßen die Betroffenen wie auch die Steuerzahler belastet.

Außer mir kommen in dem Feature noch weitere kritische Stimmen zu Wort, die in etwa dasselbe sagen: Diese Werkstätten erfüllen ihren gesetzlichen Auftrag nicht!

Es ist eine kleine Welt für sich, die 700 anerkannten Behindertenwerkstätten landauf, landab. 300.000 Menschen mit den unterschiedlichsten Behinderungen arbeiten dort. Politisch korrekt nennt man die Behindertenwerkstätten jetzt „Werkstätten für behinderte Menschen“. Behindert sagt man nicht mehr – so fordert es die UN-Behindertenrechtskonvention (BRK).

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 292 Artikel

Freier Journalist – Autor – Musiker

1 Kommentar

  1. Ein toller Beitrag!

    Ich habe schon Behinderte in solchen Einrichtung gesehen, die nach der Arbeit den Hände voller Schwielen und Blasen hatten, weil sie ohne Rücksicht auf ihre Gesundheit im Akkord prodziert haben und das jeden Tag.

    Und dafür gibt es dann ein Taschengeld und ein Paralleluniversum.
    Für mich war das ein Ausflug in die moderne Sklaverei. Alles gestützt durch massiven Einsatz von Psychopharmaka.

    Schlimmer ist aber, was mit den Leuten passiert, die behindert aber nicht oder nach einiger Zeit nicht mehr werkstattfähig sind und unter Betreuung stehen… Ich will den Zwangsmedikationshorror lieber nicht beschreiben, der mit diesen Menschen passiert.

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