Das „Flak-Schiff“ – AfD Schleswig-Holstein (8)

Julian Flak – die zweite neben Schnurrbusch existierende etwas weniger graue, sondern eher durch selbst entzündete Lämpchen schillernde Eminenz – ist ein durch ebenfalls höchst fragwürdige Wohnsitzangelegenheiten nur angebliches Mitglied in der Schleswig-Holsteiner AfD. Dort wurde er Anfang vergangenen Jahres zunächst mit inszeniertem Jubel durch den umstrittenen Kreisvorsitzenden im Landkreis Pinneberg, Daniel Buhl, herzlichst begrüßt und den Mitgliedern dort vorgestellt. Das aufgesetzte Lächeln eines Dress-Man ist sein nunmehr im Norden weit bekanntes Markenzeichen und zugleich aber auch sein Ablenkmanöver. Denn das Flak-Schiff beginnt zu sinken.

Julian Flak photo
Photo by Metropolico.org

Wo kommt er her, wo will er hin, was ist er – besser: Was ist er nicht? Auf alle Fälle muss er ein ausgesprochener Tausendsassa und beruflich hochgradig gefragt sein. Mit seiner Vita hält er, im Gegensatz zu Schnurrbusch, nun überhaupt nicht hinter dem Berg. XING gibt auch hier Auskunft:

Julian Flak

Diplom-Wirtschaftsjurist (FH)

Bundesvorstandsmitglied

Alternative für Deutschland Berlin, Deutschland

Führungskraft

Zunächst fragt sich der Besucher dieser Seite, was er unter „Führungskraft“ zu verstehen habe. Wörtlich genommen könnte es sich um jemanden handeln, der die Fähigkeit zur Führung besitzt, zum Beispiel der von Hunden, wenn Gassi-Zeit angesagt ist. Aber jetzt wird es heftig:

Berufserfahrung

  • 1 Jahr
    7 Monate , 07/2015 – heute

Bundesvorstandsmitglied bei der Alternative für Deutschland

  • 2 Jahre
    1 Monat, 10/2013 – 10/2015

 

Kaufmännischer Leiter

eventteam Veranstaltungsservice und -management GmbH 

  • 2 Jahre
    1 Monat, 10/2013 – 10/2015

Kaufmännischer Leiter

CrewConcept Gesellschaft für Personallösungen mbH 

  • 7 Jahre
    6 Monate, 05/2008 – 10/2015

Controller / Accountant

Set Department GmbH 

  • 7 Jahre
    7 Monate, 04/2008 – 10/2015

Controller / Accountant

Bühnenhaus Hamburg – Gesellschaft für Kultur- und Theaterdienstleistungen mbH 

  • 7 Jahre
    10 Monate, 01/2008 – 10/2015

Controller / Accountant

SES Stage & Entertainment Service GmbH

  • 4 Jahre
    1 Monat, 09/2009 – 09/2013

Leiter Finanzwesen

eventteam Veranstaltungsservice und -management GmbH

  • 4 Jahre
    1 Monat, 09/2009 – 09/2013

Leiter Finanzwesen

CrewConcept Gesellschaft für Personallösungen mbH 

  • 1 Jahr, 05/2011 – 04/2012

Rechnungswesen

Sonnendeck Dangast 

  • 8 Jahre
    10 Monate, 11/2000 – 08/2009

Verschiedene Positionen

eventteam Veranstaltungsservice und -management GmbH

Ausbildung

  • 09/2006 – 02/2012

FOM Fachhochschule für Oekonomie und Mangagement

Wirtschaftsrecht, Diplom-Wirtschaftsjurist (FH)

Wirtschaftsrecht, BWL, Betriebliche Steuerlehre, Rechnungslegung, Prüfungswesen

Rechtswissenschaft

Qualifikationen

Er schien also bis 2015 nicht vor einem kleinen Futternapf zu sitzen, sondern förmlich hinter ganzen Trögen! Wenn das Wörtchen „Wenn“ nicht wäre.

Jedem Leser dieser Vita dürfte im Handumdrehen klar sein: Kein noch so genialer Topmanager ist in der Lage, sich zu zerreißen und an mehreren Orten gleichzeitig beruflich tätig zu sein.

Wenn seine schillernden und mit so großartigen Berufsbezeichnungen versehenen Angaben stimmen würden, dann wäre Flak DAS Genie des Jahrhunderts. Abgesehen davon: Auch er scheint zu einer Personenspaltung (was nichts mit Persönlichkeitsspaltung zu tun hat!) befähigt zu sein: Eine Adresse in Hamburg – hier wird der eigentliche Lebensmittelpunkt vermutet, wo er reichlich Gelegenheit hat, mit Schnurrbusch die den beiden immer wieder unterstellten Ränke zu schmieden, eine weitere in Blomesche Wildnis, wo es bis dato ebenfalls nicht wirklich nach Wohnsitz und Lebensmittelpunkt des Herrn Flak aussieht. An diese Adresse geschickte Einschreiben werden übrigens von der Post prompt wegen Nichtabholung an den Absender zurückgeschickt. Inzwischen wurde bekannt, dass er erneut seine Adresse zugunsten des Landkreises Bad Segeberg (oder der Stadt selbst) geändert hat.

Zu seiner Mitgliedschaft in der AfD:

Zunächst sitzt er als Mitglied im Bundesvorstand – glücklicherweise auf den hinteren Bänken. Mehr wollte man ihm dort offensichtlich nicht zugestehen. Bemerkenswert ist jedoch, dass es eine engere Verbindung mit Frauke Petry zu geben scheint, der auch Schnurrbusch angehören dürfte, was die nie erhörten Hilferufe des alten Landesvorstandes unter Thomsen in Richtung Bundesvorstand erklären dürfte. Ferner saß er in Hamburg, Bezirk Mitte, als stellvertretender Bezirksvorsitzender bis Dezember 2015. Zu dortigen Neuwahlen des Bezirksvorstandes trat er jedoch nicht mehr an und versuchte daraufhin sein Fähnchen in den Schleswig-Holsteiner Wind zu hängen. Trachtete er doch nach einem Posten im dortigen Landesvorstand, um von dort aus den Weg, den ihm seine Freunde bahnen sollten, in den Landtag als Abgeordneter zu finden.

All diese Pläne hielten ihn jedoch nicht davon ab, seinen Hamburger Posten als Fraktionsvorsitzender der AfD bei einem Gehaltsbezug von knapp 900 € monatlich beizubehalten, was als sehr befremdlich, nahezu sittenwidrig, empfunden wurde. So steht in einem Schreiben an ihn vom Hamburger Bezirk Mitte:

Auch teile ich Dir mit, dass der AfD Bezirksverband Mitte Dein Verhalten bezüglich Deines Wechsels in den AfD Kreisverband Pinneberg, bei gleichzeitiger Beibehaltung Deines Bezirksmandates in der Bezirksversammlung Mitte, verbunden mit der Position des Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden, beim vollen Bezug von knapp 900 Euro monatlich für nicht akzeptabel hält. Ein solches Verhalten unter dem Motto: „Ich strebe mal den Landesvorsitz der AfD in Schleswig-Holstein an, behalte aber sicherheitshalber das bezahlte Mandat in der Bezirksversammlung Hamburg Mitte und warte mal ab wie sich Schleswig-Holstein entwickelt“, ist weder den AfD-Mitglieder und Wählern in Hamburg noch in Schleswig-Holstein zu erklären. 

Zumindest dürfte das sehr schwierig sein. Flak hat einen ähnlich bezahlten Posten nach unseren Erkenntnissen noch heute als parlamentarischer Mitarbeiter einer AfD-Bürgerschaftsabgeordneten in Hamburg inne, während er sich bei der Schleswig-Holsteiner AfD tummelt.

Dazu ein weiterer Auszug aus dem oben angeführten Schreiben an ihn:

Unmittelbar nach der Mitgliederversammlung wollte der neue Vorstand mit Aktivitäten beginnen. Dies war jedoch leider in den vergangenen Wochen / Monaten nur sehr stark eingeschränkt bzw. kaum möglich. Grund dafür ist, dass die von Dir verwalteten bzw. verwahrten Unterlagen des Bezirks, trotz mehrmaliger telefonischer bzw. E-Mail-Anmahnungen, erst am 24. März 2016 an den neuen Vorstand von Dir übergeben wurde. Also über ein viertel Jahr nach den Wahlen zum neuen Vorstand. Dass diese Übergabe über ein viertel Jahr gedauert hat, ist nicht nachzuvollziehen und zu entschuldigen.

Ich möchte Dich daran erinnern, dass sowohl… ( 2 Namen, die hier nicht genannt werden sollen) wie auch ich selbst in mehreren Telefongesprächen ab Januar 2016 um die Übergabe der Unterlagen gebeten haben, damit der AfD-Bezirksverband Mitte handlungsfähig wird. Als all diese Telefonanrufe wie auch persönlichen Gespräche (…….) nichts genutzt haben, haben wir Dich in E-Mails am 24. Februar, am 27. Februar, am 20. März und letztmalig am 24. März 2016 (siehe Anlage) zu einer Amtsübergabe aufgefordert. Du hast nicht auf eine einzige dieser Mails geantwortet. Der AfD Bezirksverband Mitte wie auch Mitglieder des AfD-Landesvorstandes Hamburg, dem Du zu diesem Zeitpunkt noch angehört hast, empfinden das als absolut ungehörig. Sieht so also Dein Kommunikationsstil aus?!

Umso ärgerlicher ist es, dass die von Dir verwalteten Unterlagen in weiten Bereichen unvollständig sind. Dies kann und wird von uns so nicht akzeptiert. Daher setzen wir Dir eine Nachfrist bis zum 1. Mai 2016, um die fehlenden Unterlagen an den AfD Bezirksverband Mitte zu übermitteln. Folgende Unterlagen fehlen: ……

( hier folgt eine Auflistung aller fehlenden wichtigen Unterlagen in 5 Punkten, darunter Buchungs- und Kontounterlagen!!)

 

Sollte dieses Flak-Chaos nun auch in Schleswig-Holstein beginnen? Zumindest versuchte er nun hier seinem Karrierestreben nachzukommen (nachdem dieses in Hamburg gescheitert war). Jedoch mit nur schwachem Erfolg, da man in weiten Kreisen hinter diese Fassade des Lächelns und der gespielten Sicherheit im Auftreten längst geblickt hatte. Zwar wurde er Mitglied im LaVo, jedoch wieder nur auf den „billigen Plätzen“ ganz hinten. Und dann kam der Schock: Die Mehrheit der Mitglieder beim Parteitag im Herbst 2016 und im Januar 2017 wollten ihn auf den Listenplätzen für Landtags-, und schon gar nicht für Bundestag sehen. Einen besseren Dienst hätten die AfD-ler der Partei kaum erweisen können.

 

Fortsetzungen folgen…. In der Zwischenzeit laufen Überprüfungen seiner Qualifikationen und die Richtigkeit der von ihm gemachten Angeben. Man darf gespannt sein!


Quelle: Bramstedter Kreis

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