Fachkräftemangel: Die produzierte Fremdenfeindlichkeit

Kinderlose zur Kasse bitte!

Ein Professor aus Kassel hat sich angesichts des Fachkräftemangels einen Vorschlag überlegt, der es in sich hat. Der angebliche Fachkräftemangel ist keineswegs unumstritten. Im linken Weltnetz TV bezeichnet die Kolumnistin Sabine Schiffer dieses Dogma als PR-Kampagne.

Aber Prof. Dr. Hermann Heußner sieht das etwas anders. Geht es nach ihm, dann sollen Kinderlose Migranten die Ausbildung bezahlen, jährlich bräuchte Deutschland 400.000 Einwanderer, sagte er im Interview mit HNA.

Das linke wie auch das rechte politische Lager hätten gleichermaßen versagt. Besonders fragwürdig ist folgende Aussage:

Wo sollen die Leute herkommen? 

Heußner: Wir dürfen natürlich nicht den Ländern in Südeuropa, wie zum Beispiel Spanien, die Kräfte abwerben, die sie selbst dringend brauchen. Wir müssen die jungen Leute aus der Dritten Welt gewinnen, zum Beispiel aus Äthiopien oder Flüchtlingslagern in Syrien oder Jordanien. HNA

Da fällt dem Herrn also nichts Besseres ein, als den Markt und die Gesellschaftsentwicklung mit einem planwirtschaftlichem Instrument zu korrigieren, als gäbe es nicht das von Marx schon entdeckte Phänomen vom Verschwinden der Arbeit und viele Millionen Arbeitslose und Billiglohnjobber in Deutschland – sowohl mit als auch ohne Migrationshintergrund.

Aus dieser Personengruppe kann man freilich keine Fachkräfte gewinnen – zu teuer, zu alt und falls dort Nachwuchs entsteht, ist dieser vermutlich noch bildungsferner und qualifizierungsresistenter als die angepeilte Kundschaft aus der angeblich nur drittklassigen Welt. So produziert man Fremdenfeindlichkeit dort, wo sie bisher noch nicht vorhanden war.

Wieviel Rassismus und ultrakapitalismusverdächtiges Kosten-Nutzen-Denken steckt in so einer Aussage eigentlich? Hat ein Land wie Äthiopien denn keine Fachkräfte nötig? Und ist Äthiopien überhaupt ein “Entwicklungsland”? Dort sieht man das ein wenig anders und war gar nicht so begeistert von der erneuten Spendenkampagne des “Musikers” Bob Geldof im letzten Jahr.

Eine Ausgleichsabgabe “nur” für die Ausbildung von Migranten? 

Warum macht Herr Prof. Dr. Hermann Heußner nicht den Vorschlag für eine Ausgleichsabgabe kinderloser Doppelverdiener für die Qualifizierung aller Arbeitslosen, die sich bei einem verbessertem Einkommen das mit dem Nachwuchs noch mal überlegen?

Müsste sich Deutschland nicht eher gesund schrumpfen, da es nicht nur ein Einkommensverteilungs- sondern vor allem ein Arbeitsverteilungsproblem gibt?

Bei großen in Schieflage geratenen Konzernen macht man das so und trennt sich von unrentablen Geschäftszweigen. Der “Firma” Deutschland wäre vielleicht geholfen, wenn man die Hochschule Osnabrück mitsamt dem Lehrstuhl des Herrn Professors freistellt, damit einem solch unsäglich dämlichen Vorschläge  in Zukunft erspart bleiben.

Bliebe nur noch die Frage offen, wer dann dem Professor die Umschulung finanziert.


Bildquelle:

pegida frankfurt photo
Photo by opposition24.de
für eine Banküberweisung finden Sie die Kontonummer im Impressum
Opposition 24 unterstuetzen
Ihre Email Adresse:

Hinweis zu den Kommentaren

Kommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!
Redaktion
Über Redaktion 4869 Artikel
Frisch aus der Redaktion

4 Kommentare

  1. alles lohndrückerei. der markt würde bei verknappung der arbeitskräfte automatisch für vollbeschäftigung und höhere löhne sorgen, aber das muss natürlich mit planwirtschaftlichen maßnahmen verhindert werden. wahrscheinlich spielen aber nicht nur wirtschaftsinteressen eine rolle – auch die politik braucht eine rechtfertigung für die asylantenflut und schätzt jeden noch so haarsträubenden schwachsinn, den irgendein professor äußert.

  2. Mir persönlich ist kein Realunternehmer bekannt, der sich über einen Fachkräftemangel beklagt, sondern nur die sogenannten Möchtegernunternehmer ! (und von denen haben wir ja mehr als wie wir brauchen)

    Ich habe über ein Jahr recherchiert, mir die Jahresberichte der Handwerkskammern durchgelesen, mir die berufsbezogenen Abschlußprüfungen der Industrie angesehen. (natürlich nicht bei allen 11900 registrierten Akrtiengesellschaften)
    Ich habe mir die Zahlen der bestandenen Fort-und Weiterbildungsprüfungen angesehen. Alle Prüfungsabnahmen belaufen sich auf den Jahrgang 2013 – 2014.
    Ich habe mit Unternehmungen und mit Großkonzernen telefoniert.
    Ich habe diverse Unternehmungen persönlich besucht und vor Ort mit den Leuten gesprochen. Nix mit Fachkräftemangel !

    Und das Ergebnis habe ich in dem neuen Buch veröffentlicht mit Quellenangabe.
    Titel: “Fachkrtäftemangel in Deutschland ? – Ein Lügenmärchen der Politik und der Wirtschaft !”
    Es drängt sich vielmehr der Eindruck auf, dass man das Volk mit dieser Aussage belügt um eine Zuwanderung zu rechtfertigen.
    Darüber hinaus stimme ich einem BWL-Prof. zu der gesagt hat, “Fachkräftemangel nein, aber Fachlohnmagel ja”.

Kommentare sind deaktiviert.