Willy Wimmer: Herzland-Theorie aktueller denn je

Am 12. Dezember – in drei Tagen – wählen die Briten ein neues Parlament. Vor 3 Jahren votierten die Wähler des Landes in einem Referendum mehrheitlich für den Austritt aus der EU. Seitdem spaltet der Brexit Politik und Volk. Ein mehrheitlich gegen den Brexit eingestelltes Parlament sabotiert seit 2016 erfolgreich den beschlossenen Austritt.
Wieder ist Großbritannien dabei, sich in einer rasch veränderten Welt neu zu orientieren und auszurichten. Wie schon vor 116 Jahren, als der Geograph, Politiker, Wirtschaftswissenschaftler und Mitbegründer der London School of Economics, Halford John Mackinder, bei einem Vortrag in der Royal Geographical Society den Briten die Optionen für eine Welt im rasanten Wandel aufzeigte und die “Heartland-Theorie” aufstellte.
Mackinder wurde später nahezu vergessen. Ein schwerer Fehler. Denn heute ist er aktueller denn je, weil sich wieder die Welt rasant verändert und eine multipolare Ordnung diesmal das amerikanische Empire abzulösen beginnt.
Willy Wimmer hat zu dem neuen Buch, das der Westend-Verlag mit dem Text der Mackinder-Rede herausgegeben hat, eine hochinteressante Einführung geschrieben.
In diesem Interview sprechen wir über Mackinder, seine Theorie, warum sie so aktuell ist und warum der Brexit direkt mit der Herzland-Theorie zusammenhängt.
Der Brexit ist laut Wimmer vor dem Hintergrund der Herzland-Theorie so zu verstehen: “Großbritannien will raus aus einer Formation, die Europa-zentristisch angelegt ist und wo auch andere eine Rolle spielen. Da will man lieber eine singuläre globale Rolle spielen und nutzt dafür das Commonwealth und geht eine Politik ein, die nichts anderes bedeutet, als östlich von Suez wieder tätig werden zu können. Man geht wieder östlich von Suez auf die Pirsch”.
Wimmer spielt damit auf den Aufstieg neuer Mächte wie China und Indien an.

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