Wie schädlich ist Verbraucherschutz? Regelwut tut selten gut!

Um es vorweg zu sagen: Weniger ist oft mehr!

Es geht nicht um Betrug am Kunden, den Verkauf von mangelhaften Waren unter Vortäuschung falscher Tatsachen, sondern schlichtweg um staatliche Eingriffe per Gesetz in den Handel.

Betrug war schon immer strafbar, selbst im Mittelalter ließen sich Kaufverträge rückgängig machen, wenn man als Kunde über den Tisch gezogen wurde. Auch ohne ein Verbraucherschutzministerium hat Europa viele Jahrhunderte überlebt.

Heute geht es angeblich nicht anders – wirklich?

Handschlag

Erinnert sich noch jemand an die Anfänge des Online Versandhandels? So richtig in Schwung kommen wollte diese neue Sitte gerade in Deutschland nicht so wirklich.

Der Grund war einfach zu finden – das Risiko auf der Käuferseite war  zu hoch, es fehlte das Vertrauen. Wer kauft schon gerne die Katze im Sack und dann noch mittels bargeldloser Zahlung über das Internet?

Erst mit der Verpflichtung für Shopbetreiber, die Ware innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurücknehmen zu müssen, lief das neue Geschäftsmodell an. Für AMAZON bedeutete das endlich freie Bahn in Good Old Germany, dem Land der Bargeldzahler und Einzelhandelsfetischisten.

Die sensationelle Kundenfreundlichkeit bei AMAZON suchte lange ihresgleichen und zog Millionen Kunden trotz immer wieder böser Gerüchte über ausbeuterische Beschäftigungsverhältnisse in ihren Bann.

Wen kümmert das Leid der Unsichtbaren? Die Günther Wallraff Betroffenheits – Comedy von RTL 2 lässt sich bequem wegzappen und wird sowieso alle fünf Minuten von Zalando Werbung unterbrochen. Der Schrei vor Glück wildert seit Jahren in den Schuhregalen von Amazon und stieg damit zum Umsatzriesen auf, Unternehmensgewinne im Sinn von Schwarzen Zahlen sieht das Geschäftsmodell von vornherein nicht vor. Es geht um die schnelle Kohle.

Und um die schnelle Kohle geht es oft auch beim Verbraucherschutz. Das 14 Tage All-inclusive Umtauschrecht war ein weiterer Sargnagel für den sterbenden Einzelhandel vor Ort. Das Jubeln der Verbraucher über die von Lobbyisten von langer Hand geplante „Verbesserung“ für den Handel, weicht erst dann einem entsetzten Gesichtsausdruck beim Anblick verlassener Ladenlokale in den Innenstädten und der Inflation von 1 Euro Geldwäsche – Ramschläden, die niemand wirklich braucht.

Der direkten Umgebung hat der Zwei-Wochen-Verbraucherschutz nicht so gut getan. Was der stetig wachsende Versandhandel für einen schonenden Umgang mit Ressourcen bedeutet, mag man sich gar nicht erst vorstellen, wird die Ware doch oftmals sinnlos hin und her kutschiert, einmal Schuhe anprobieren und dann zurück zum Schrei vor Glück.

Von der gepriesenen Vielfalt angesichts der Dominanz der Onlineriesen muss indes niemand träumen. Wer als Einzelhändler, selbst als mittelständischer Verlag mithalten will, der kommt an AMAZON nicht mehr vorbei.

Die Kleinen sind sehr schnell ruiniert. Dank der 14 Tage Regel kann man sie ganz legal schrotten.

T-Shirt Versender wissen ein Liedchen davon zu singen. Wer Shirtcity und Co Konkurrenz machen will, ist nach der ersten Rücknahme der sehnlichst erwarteten Großbestellung schon pleite und sitzt auf einem Berg von Waren, die nicht so schnell wieder an den Mann gebracht werden können. Das Risiko auf der unternehmerischen Seite ist einfach zu hoch und lässt sich nur von den wenigen Marktbeherrschern bewältigen. Das Prinzip hat schon die ALDI Brüder zu den reichsten Männern Deutschlands gemacht.

Der Verbraucher hat am Ende das Nachsehen, er hat die Wahl zwischen den identischen Unternehmen Media Markt und Saturn, wenn er Elektroartikel vor dem Kauf in Augenschein nehmen möchte. Als echte „Alternative“ bleibt nur die digitale Konkurrenz auf der Amazon Plattform.

Discounter gleichen sich wie ein Ei dem anderen und weltweit sehen bald alle Innenstädte so aus wie Bielefeld, falls es diesen Ort tatsächlich geben sollte.

Wieder einmal wurden Verbraucher geködert und nur scheinbar der Verantwortung entbunden. Der Eingriff in die guten alten Sitten des Handels machte vielleicht das Online Geschäft, wie auch das Surfen im Allgemeinen etwas sicherer und bequemer, aber wer Selbstverantwortung aufgibt und dabei noch jubelt, trägt am Ende die gesamte Rechnung.

Ein altes ungeschriebenes Gesetz im Handel lautet: Der Kunde ist König! Nur zufriedene Kunden kommen wieder. Wer einmal über den Tisch gezogen wurde, nutzt bei entsprechender Konkurrenz lieber einen anderen Anbieter. Solange die Vielfalt gewährleistet ist, reguliert sich hier der Markt mehr oder weniger von selbst.

Mit den 14 Tagen Umtauschrecht wurde der Kunde jedoch nicht zum König gekrönt, sondern zu einer Chimäre aus Diktator und schutzbedürftigem, unmündigen Wesen, das vor seinen eigenen Kaufentscheidungen beschützt werden muss.

Weniger Staat wäre auch in diesem Falle wieder einmal „Mehr vom Leben“ – denn Regelwut tut selten gut!

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Wolfgang van de Rydt
Über Wolfgang van de Rydt 292 Artikel

Freier Journalist – Autor – Musiker

1 Kommentar

  1. Den Verbraucherschutz für das Ladensterben in Innenstädten verantwortlich zu machen und Kunden von Fachhandelsgeschäften als Fetischisten zu bezeichnen ist mit Verlaub Blödsinn…

    Das macht den ganzen Artikel völlig irrelevant, da unglaubwürdig.

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