Wer heilt, hat Pech…

Wie effektive Präparate von der EU „wegreguliert“ werden

Das gilt für etliche Mittel, die einst wegen umfangreicher Anwendungsmöglichkeiten gute Dienste geleistet haben. Eines davon ist Borax, auch als Natriumborat bekannt. Borax ist ein reines Naturmittel auf mineralischer Basis und gehört zu den Natriumsalzen der schwachen Borsäure. Im alten Ägypten wurde es bereits zum Einbalsamieren genutzt, 1748 schließlich von dem schwedischen Mineralogen Johann Wallerius wiederentdeckt. Die eine oder andere Omi mag sich noch seufzend an das weiß-graue, kristalline Pulver erinnern. Im Haushalt gehörte es nämlich anno dazumal zu den obligatorischen „mothers little helpers“ bei stark verschmutzten Textilien, zum Desinfizieren bei Schimmelpilzbefall und zum Bleichen vergilbter Wäsche, aber auch als Ameisen- und Kakerlakengift.

borax photo
Photo by fuzzcat

Seit Dezember 2010 ist die Abgabe von Borax an Privatpersonen in Deutschland verboten. „Wie das?“, fragen sich die pflichtbewusste Hausfrau und der ökologisch orientierte Hausmann da womöglich. Nicht nur, dass Borax auch heute noch im Haushalt viele andere teurere und umweltbelastendere Produkte aus dem Drogeriediscounter ersetzen könnte; es bewährte sich früher auch bei der Therapie diverser Zipperlein. Als Begründung für das Verbot hieß es regierungsseitig, Borax sei krebserregend und genotoxisch. Na, ein Glück, dass die Abgeordneten in Brüssel so besorgt um unsere Gesundheit sind!

Wie ernst man es in Brüssel mit der Sorgfaltspflicht für die Gesundheit nimmt, merkt man besonders auch daran, dass das hochtoxische Nervengift Quecksilber nach wie vor zum Einsatz kommt. Es wird in Impfseren als Thiomersal (gegen bakterielle Verunreinigung des Impfstoffes…) untergebracht und wurde jahrzehntelang in Form von Amalgamplomben in Gebissen entsorgt. Dank vieler engagierter Menschen ist Amalgam inzwischen nicht mehr sehr populär als Zahnwerkstoff. Vom Markt verschwunden ist es hingegen noch nicht. Dafür steckt es jetzt u.a. in Energiesparlampen. Glyphosat, Fluoride, Formaldehyd, Aspartam, Palladium, Nanopartikel…? Da drücken die Abgeordneten dann schon gerne mal beide Augen zu.

Aber zurück zum Borax: Als altes Hausmittel gegen Aphthen wurde einst Rosenhonig mit Borax sehr erfolgreich eingesetzt. Die Redaktion wollte es genauer wissen und befragte hierzu Apotheker E.R, der mittlerweile im Ruhestand ist, aber dennoch anonym bleiben möchte: „Wir machten als Rezeptur früher immer Rosenhonig mit Borax, ‚Mel rosatum cum borace‘. Irgendwann gab es dann die Auflage, das Präparat überall herauszunehmen, weil es inzwischen angeblich ‚modernere und hilfreichere‘ Mittel gegen Soor gab. Ich denke im Nachhinein, der Gebrauch von Nystatin sollte damals forciert werden. Rosenhonig mit Borax ist aber sehr wirksam gegen Soor und mir ist nicht bekannt geworden, dass irgendjemand dadurch zu Schaden gekommen ist!“

Die Dosis macht das Gift

Bei langfristiger Überdosierung soll Bor sich negativ auf die männlichen Geschlechtsorgane auswirken. Gesundheitliche Konsequenzen dürfte aber auch eine „langfristige Überdosierung“ von gängigen Schmerzmitteln wie Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac haben, allesamt lukrative Verkaufsschlager für die Hersteller, ohne dass das bei den Abgeordneten zu schlaflosen Nächten führt. Über zahlreiche positive „Nebenwirkungen“ von Borax berichtete das Nexus-Magazin 2013 in einem Beitrag mit dem Titel „Die Borax-Verschwörung – Das Aus für die Arthrose-Heilung“. Dort heißt es: „Bor beeinflusst den Metabolismus von Steroidhormonen, besonders den den Sexualhormonen. Bei Männern erhöht es den Testosteronspiegel, bei Frauen in den Wechseljahren den Östrogenspiegel. Es ist auch an der Umwandlung von Vitamin D in seine aktive Form beteiligt. Es hilft dem Körper dabei, Kalzium besser in den Knochen und Zähnen einzulagern, statt Verkalkungen im Weichteilgewebe zu verursachen.“ Das klingt nun wiederum weniger nach „Gefahr für Papies liebstes Stück“. Aber schließlich kommt’s auf die Dosis an und natürlich auch darauf, wie die sonstige Ernährung aussieht.

Borax wurde früher nicht nur erfolgreich in der Behandlung von Aphthen eingesetzt, sondern half auch bei häufigem Räuspern, Erkältungen, bei chronischen Hals-, Magen- und Schleimhautentzündungen sowie präventiv bei Augen- und Ohrenleiden des Alters. Borax soll sich zudem günstig auf die Reinigung der Zirbeldrüse auswirken.

Wegregulierte Gesundheit

Wie der Beitragstitel aus dem Nexus-Magazin schon ahnen lässt, wird dem vielseitigen Pülverchen noch eine weitere Eigenschaft nachgesagt, die den einen oder anderen Pharmalobbyisten anscheinend ziemlich zum Schwitzen gebracht hat, denn ansonsten wäre Borax sicherlich noch in der Drogerie oder Apotheke erhältlich. Borax, man lese und staune, soll auch effektiv und nachhaltig Arthrose heilen. Das zumindest erlebte Dr. Rex Newnham nach eigenen Angaben in den 1960er Jahren, als er selbst an Arthrose erkrankte. Seinerzeit war der gute Mann noch als Boden- und Pflanzenkundler unterwegs, verfügte somit über ein gutes biochemisches Wissen. Weil die Pflanzen in der Region, in der er damals lebte, enorme Mineraliendefizite aufwiesen, schlussfolgerte er, dass auch sein eigener Körper unterversorgt sein könnte. Zudem wusste Dr. Newnham, dass Bor den Calciumstoffwechsel unterstützt. Testweise nahm der Osteopath und Naturkundler fortan 30 mg Borax täglich ein mit dem spektakulären Ergebnis, so ist es zumindest von Dr. Newnham selbst überliefert, dass die Schmerzen, Schwellungen und die Gelenksteifheit binnen kürzester Zeit verschwanden. (2)

Bürokratie als Selbstzweck

Den Abgeordneten im EU-Parlament ist zu verdanken, dass auch 2011 durch die EU-Richtlinie THMPD (Traditional Herbal Medical Product Directive) wiederum viele Nahrungsergänzungen und Naturheilmittel von der Bildfläche verschwunden sind. Die EU-Richtlinie THMPD (Richtlinie 2004/24/EG) bezieht sich auf die Verwendung pflanzlicher und traditioneller medizinischer Produkte. Sie wurde dafür geschaffen, um Zulassungsverfahren für traditionelle Kräuterzubereitungen zur medizinischen Verwendung zu standardisieren, so die offizielle Begründung. Naturheilmittel müssen also seit 2011 bestimmte Zulassungsvoraussetzungen erfüllen und ein entsprechendes Verfahren durchlaufen, bevor sie vermarktet werden dürfen. Dass dieses Procedere teuer ist und weitere bürokratische Hürden zu umschiffen sind, ist besonders für kleinere und mittelständische Unternehmen kaum zu stemmen. THMPD beinhaltet darüber hinaus, dass Forschungs- und Entwicklungsmöglichkeiten im Bereich Naturheilkunde eingeschränkt werden. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt…

In einigen europäischen Ländern ist Borax übrigens momentan noch erhältlich, darunter die Schweiz und die Niederlande.

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Frieda C.
Über Frieda C. 4 Artikel

Journalistin und Autorin

1 Kommentar

  1. Die Politiker in Brüssel und Berlin haben nicht alle Tassen im Schrank, diese
    Verrückten wollen tatsächlich auf Druck der Pharma-Mafia, natürliche wirksame
    Naturheilmitte-Vitamine-Enzyme-Aminosäuren und Mineralien verbieten lassen,
    damit noch mehr Pillen an den Mann und Frau gebracht werden, das sind alles
    hoch kriminelle Banditen.

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