Was geht im Vorstand der AfD in Schleswig-Holstein vor?

AfD Schleswig-Holstein (3)

Seit Jahren herrscht im Landesverband Unruhe und Streit. Und immer wieder hat man es mit zwei Teams in einem Vorstand zu tun: Da gibt es die „Guten“, und es gibt die „nicht so Guten“. Fakt ist: Die „nicht so Guten“ waren – ähnlich, wie auf den Podesten der sogenannten „Großen Politik“ – in der Mehrheit, hatten ihre eigenen Vorstellungen von Politik, wobei sich das „Poli“ nicht etwa auf das Volk und die Mitglieder bezog, sondern auf diesen äußerst unsympathischen Clan selbst.

Niemand kann heute noch so wirklich nachvollziehen, wie die DDR-Merkel an die Macht in der für sie einst so verhassten kapitalistischen BRD gekommen ist. Plötzlich saß sie auf dem Kanzler-Hocker und tat so, als regiere sie für das Volk. Mit ebenso dunklen Schatten erschien Herr Volker Schnurrbusch in der AfD in Schleswig-Holstein, wo er eigentlich gar nicht hingehört; war er doch immer schon mit seinem Lebensmittelpunkt in Hamburg angesiedelt. Was also wollte er im nördlichsten Bundesland? Offenbar in gehobenere Positionen, die ihm in der Hansestadt – ebenso wie Julian Flak, dessen dortiges Engagement für die Hanseatischen Parteifreunde zu Desaster wurde: Hinterließ er doch einen ziemlichen unerledigten Saustall, als der opportunistische Kreisvorsitzende von Pinneberg, Daniel Buhl, ihn in seine direkte Nähe holte – versagt geblieben waren. Kluge Hanseaten! Ahnten sie etwa, was hinter dieser grauen Eminenz steckte, oder wussten sie bereits Dinge, die für diesen Herrn Schnurrbusch nicht besonders opportun waren?

Schnurrbusch hatte erste Erfolge: Er wurde Vorstandsmitglied im LV Schleswig-Holstein. Und die Unruhe und Spaltung konnte beginnen: Da wurden plötzlich Erdhügel aufgeworfen, die offensichtlich unterirdisch entstanden. Dialektisch geschult brachte er die Mehrheit des LaVo hinter sich. Der Landesvorsitzende, damals Herr Thomas Thomsen, konnte mit seinen beiden Vorstandskollegen, die, die Sachlage erkannt, ihm zur Seite standen, strampeln, so viel er wollte: Stets wurde er von der Truppe der anderen Couleur überstimmt. Dabei kam es gar nicht auf den Inhalt von anstehenden Beschlüssen an, sondern nur auf die Intention, ihn abzuwürgen. Seine Wahl und die von Scheb zum Vorstand im Herbst 2015 wurde von beiden mit dem Vorshlag begleitet, diese beiden Namen auf die Landesliste Platz 1 und 2 zu setzen, damit dort schon einmal AfDler präsent sein würden. Das allerdings war das große Problem von Schnurbusch, und er begann, seine Klingen zu schärfen. Die Herren Thomsen und Scheb jedoch gingen unbekümmert und noch voller Elan und Vertrauen ans Werk. Als sie jedoch die von Schnurrbusch initiierten Knüppel zwischen den Beinen zu spüren bekamen, gab zunächst Thomsens Kollege und Parteifreund Markus Scheb auf, dann er selbst. Es sind schließlich die Klügeren und Intelligenteren, die zum richtigen Zeitpunkt nach- oder sogar aufgeben.

Neuwahlen des Vorstands standen an, die auf einem Parteitag im April 2016 unter dem Vorsitz des Bundesvorstandsmitgliedes und Juristen Albrecht Glaser, stattfinden sollten. Unglücklicherweise wurde bereits wenige Tage vorher bekannt, dass eine ganze Reihe von Mitgliedern nie eine Einladung zu diesem Parteitag erhalten hatten, und so musste beantragt werden, diesen Parteitag sofort zu beenden, da er sonst gegen die Satzung verstoßen würde. Glaser sah das anders: Als Jurist erklärte er, dass er mit 99%-iger Sicherheit sagen könne, dass die vorgebrachten Einwände gegen diesen Parteitag nicht relevant seien und dass er problemlos fortgesetzt werden könnte. Ein „Faut-Pas“ mit Folgen: Von rechtstreuen Mitgliedern wurde beim Landesschiedsgericht geklagt. Dieses setzte sich durch den Rückzug eines Richters aus diesem Gremium selbst außer Kraft und reichte die Klage weiter an das Bundesschiedsgericht. Da jedoch die Bundesführung insgesamt sich nie mit den Problemen ihrer Parteifreunde in Schleswig-Holstein auseinandersetzen wollte (viele „Hilfe-Rufe“ der Nord-AfDler wurden entweder abgewiesen, oder sogar nie beantwortet; schließlich hatte Frau Petry längst gegen Thomsen Partei ergriffen, was auch Herrn Glaser getrost unterstellt werden darf), wurde die Bearbeitung der Klage ab- und an das noch immer entscheidungsunfähige LSG zurück verwiesen. Dass den Klägern nunmehr der Kragen platzte, kann sicher nachvollzogen werden. Man nahm sich einen Anwalt und wandte sich an ein ziviles Gericht: Landgericht in Kiel! Offenbar ist man auch hier geneigt, das inzwischen echt heiß gewordene Eisen wieder los zu werden und es erneut an die Parteischiedsgerichte abzugeben. Eine Entscheidung darüber wird am 30. Januar erfolgen. Das Eisen glüht inzwischen! Handelt es sich doch um eine Klage, die den derzeitigen Landesvorstand infrage stellt, ebenso die vielen von ihm getroffenen Entscheidungen und weiteren Parteitage, die zwischenzeitlich stattgefunden haben. Dazu stehen die Landtagswahlen vor der Tür, wozu bereits die 25 Listenplätze – offenbar auch nicht satzungsgemäß – besetzt wurden (wir berichteten), und auch die Bundestagswahlen sind nicht mehr allzu weit entfernt.

Die AfD-Mitgliederschaft hatte sich längst schon gespalten. Ein Teil des alten Vorstandes wurde im April 2016 satzungsunkonform wiedergewählt, mitten drin natürlich erneut Volker Schnurrbusch. Weitere Erdhügel wurden von unten aufgewühlt, und die alte Vorstandsspaltung wurde zur neuen Vorstandsspaltung: Landesvorsitzender Dr. Bruno Hollnagel steckt nämlich mittlerweile in genau der gleichen Bredouille , wie sein Vorgänger Thomsen, wobei er ständig, ebenso wie sein Vorgänger, überstimmt wird, und aus dem Hintergrund zieht Volker Schnurrbusch die Schnüre, wie die von Marionetten, an deren Ende die Mehrzahl der anderen Vorstandsmitglieder hängt.

Was treibt diesen Mann? Welche Aufgabe innerhalb des Vorstandes wurde ihm und durch wen oder was erteilt? Wird man je dahinterkommen, was diese graue und hagere Gestalt da wirklich treibt?

Fortsetzung folgt …

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1 Kommentar

  1. Der Artikel ist erstaunlich gut recherchiert! Scheb wird allerdings nur mit einem e geschrieben. ;-)

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