Islamverbot: Warum habt ihr Angst vor der Freiheit?

 Goethe ließ schon seinen Werther darüber grübeln, der sich am Ende des Romans verzweifelt das Leben nimmt:

Es ist ein einförmig Ding um das Menschengeschlecht. Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bißchen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, um es los zu werden

Die Islamdebatte zeigt, wie wenig freiheitsbewusst die deutsche Gesellschaft ist. Eine Mehrheit der Deutschen misstraut dieser Religion, nicht nur wegen möglicher Terroranschläge, sondern weil für sie der Islam für das Gegenteil von Freiheit, Freizügigkeit und Moderne steht.

Wer sich freiwillig den Regeln einer jedes kleinste Detail des Alltags und der Privatsphäre durchdringenden Ideologie unterordnet, der mag einerseits Angst (die wahre Islamophobie) vor den Folgen haben, die auf ihn zukommen, wenn er diese Regeln nicht einhält oder die Gemeinschaft gar ganz infrage stellt, andererseits fürchtet er sich vor der Freiheit, wenn er Akzeptanz und Rücksichtnahme auf seinen Glauben fordert und damit die Freiheit Andersdenkender zu beschneiden gedenkt.

JosvdV / Pixabay
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Die SPD-nahe Frankfurter Rundschau ereifert sich über das Wahlprogramm der AfD:

Die Rechtspopulisten sind mit ihrer Idee, Minarette aus dem öffentlichen Raum zu verbannen, keine Alternative für eine weltoffene multireligiöse Republik. Vielmehr grenzen sie aus – etwa viele deutsche Staatsbürger muslimischen Glaubens. Sie treten zudem das Grundgesetz mit Füßen, in dem die Religionsfreiheit garantiert ist. Um diese Errungenschaft geht es den Rechtspopulisten nicht. Sie instrumentalisieren den Islam, um Ängste aufzugreifen und zu schüren.

Und jetzt? Beide Fraktionen argumentieren mit dem Grundgesetz, gegen das sich entweder die eine oder die andere Seite richten soll.

Was kann daraus werden? Es gibt nur zwei Möglichkeiten, von denen eine die wahrscheinlichere ist, aber beide werden nicht funktionieren.

Mehr Staat + weniger Islam oder Mehr Staat + mehr Islam.

Im ersten Fall genügen Verbote, Einschränkungen, Überwachung und Integrationsgesetze nicht. Man müsste die unwilligen Menschen dazu bewegen, das Land zu verlassen, in dem man ihnen die Sozialleistungen kürzt, ihnen Rückkehrprämien verspricht oder sie direkt ausweist. Glauben kann man nicht per Verordnung abschaffen. Zudem würde aus dem islamischen Ausland vermehrt zum Widerstand angestachelt werden. Auch bei der AfD wird man erklärt bekommen, wo der Hammer hängt, sollte sie wider eigenem Erwarten in Regierungsverantwortung kommen. Die Eskalation kann vom Bürgerkrieg bis hin zu militärischen Auseinandersetzungen mit anderen Staaten reichen. Die Bundeswehr wäre auf sich gestellt chancenlos.

Im zweiten Fall genügen Verbote, Einschränkungen, Überwachung und Gesetze ebenso nicht, um den wachsenden Unmut gegen die Islamisierung und Masseneinwanderung in den Griff zu kriegen. Man müsste die unwilligen Menschen dazu bewegen, durch Bedrohung mit Kündigung, Kürzen von Sozialleistungen oder Strafverfahren bis hin zur Inhaftierung, sich an die neuen Verhältnisse anzupassen. Die Eskalation kann vom Bürgerkrieg bis hin zu militärischen Auseinandersetzungen mit anderen Staaten reichen. Die Bundeswehr wäre auf sich gestellt chancenlos, aber da die Deutschen hierbei erstmals nicht als Aggressor in Erscheinung treten würden, hielte sich die Empörung im Ausland vielleicht in Grenzen, denn schließlich kann man ihnen einmal nicht vorwerfen, nicht wirklich alles versucht zu haben.

Die Entwicklung hat gezeigt, dass schrittweise jeweils mal die eine, dann wieder die andere Richtung eingeschlagen wurde. Früher sprach Merkel noch offen vom gescheiterten Multikulti und Roland Koch machte Wahlkampf mit dem Thema „Ausländer stoppen.“

Worüber man nicht reden muss, das ist der Islam, dazu ist alles gesagt. Handeln ist angesagt! Die Zeit drängt!

Der Staat wird die Probleme nicht lösen, denn dieser Moloch hat sie ja erst verursacht. Je mehr Menschen aus undemokratischen, autoritären Kulturen einwandern, desto lauter wird deren Ruf nach einer noch autoritäreren Gesellschaftsordnung als wir sie ohnehin schon haben. Gleiches gesellt sich eben gern zu Gleichem, denn auch die Deutschen sind staatsgläubig und haben immer noch nicht erkannt, dass Vater Staat und Mutter Merkel genauso wenig gute Eltern sind, wie Allah ein gütiger Gott und Mohammed ein friedliebender Prophet.

Wer sich weigert, die Ketten abzustreifen, hat Angst vor der Freiheit, so sehr, dass er lieber fünf Mal am Tag betet oder auf ein Einsehen von Politik und Justiz hofft.

Hoffnung stirbt zuletzt, aber sie stirbt, wie der junge Werther.

Es ist ein einförmig Ding um das Menschengeschlecht. Die meisten verarbeiten den größten Teil der Zeit, um zu leben, und das bißchen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, um es los zu werden

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5 Kommentare

  1. Kenne mich nicht soo gut mit der politischen „Vielfalt“ in islamisch geprägten Ländern aus, doch libertäre Strömungen haben es dort noch nie (oder selten? wo?) in bestimmende Positionen gebracht.

    Libertarismus als Antwort auf eine islamische Invasion?

    MMn gehört das Libertäre in die selbe Ecke wie der Anarchismus, nämlich in die utopische. Kontakt mit der Realität führt zu Korruption und Perversion der jeweiligen Kerne.

    Ehrlich gesagt weiß ich kaum worüber ich schreibe. Die Redaktion allerdings zündet mit diesem Artikel auch nur eine Nebelkerze.

  2. Libertarismus ist doch ganz nett, aber die Libertären erkennen auch gerade ihr eigenes Dilemma. Er funktioniert nur, wenn eine Mehrheit, den Libertarismus und damit das Recht auf Eigentum und Selbstbestimmung anerkennt, wodurch auch wieder ein Kollektiv vonnöten ist, das die Libertären eigentlich ablehnen. Dass das Ganze, wenn überhaupt nur innerhalb von Grenzen existieren könnte, hinter denen die Unfreien verbannt werden, das dämmert ihnen gerade und dazu braucht es auch wieder so etwas wie einen Staat.

  3. Nicht der Islam ist das Problem, sondern die Tatsache, dass man ihn in freiheitliche Gesellschaften des 21. Jhr. einpflanzen will.

    Beispiele wo das Zusammenleben von Muslimen mit Nicht-Muslimen gelingt sind z.B. Singapur und Malysia. Da wird jede Übertretung der Regeln aufs Schärfste mit Prügelstrafen oder extremen Geldstrafen geahndet. Z.B. fürs Kaugummikauen… Und für schärfere Delikte gibt es da schnell die Todesstrafe ohne Pardon. Z.B. für illegalen Waffenbesitz.

    Wer solche Regeln hier haben will, der kann auch Muslime aus armen Ländern unter das Recht zwingen, sofern man genug Polizei und Justizressourchen dafür schafft.

    Aber die Armutseinwanderung mit archaicher Kultur und Religion bei Streicheljustiz ohne spürbare Strafen und mit Verharmlosung der Taten und Verschweigen Tätergruppen führt in die Katastrophe.

    Und man muss sich auch fragen, ob es auf der Welt nicht genug muslimische Länder gibt, wo man die Flüchtlinge aus diesem Kulturraum hin verfrachten kann. Wo es keine Integrationsproblem und die passende Rechtsordnung bereits gibt.

    Denn auch wir haben das Recht auf eine freiheitliche Kultur ohne deren rücksichtslosen Zerstörer.

    Es ist allerdings erklärtes Ziel, Deutschland zu einem gescheiterten Multikultistaat zu machen, damit geostrategisch dauerhaft die Achse Deutschland-Russland verhindert wird. Und dazu ist es gerade recht, wenn die Leute möglichst rüchständig, schlecht ausgebildet, fanatisch religiös und fordernd sind und der Rechtsstaat bankrott geht.

    • Genau – Stichwort Singapur, sehe ich auch so. Molyneux argumentiert zum Beispiel auch sehr sauber gegen das Asylrecht und die Genfer Flüchtlingskonvention, die Folgen sieht und spüren die Betroffenen ja längst. Wie kommen eigentlich Linke auf den Begriff „mulitireligöse Republik“? Was hat westlich definierte Religionsfreiheit mit dem Islam zu tun? Noch heute reden wir über Trennung von Kirche (!) und Staat, nur die Multikultifraktion hat an diese Stelle Religion platziert, ein übles Manöver.

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