Vandalismus ist kein Widerstand #18M #blockupy

 “Ei friedlisch uun bundisch war es uuf’m Roemer uun die gude Srubb war voll”

Die Bilder bestätigen es, doch abseits vom Römer, im Ostend, auf der Hanauer Landstraße, dem neuen Wirtschaftszentrum der Stadt, wüteten die Vandalen, zündeten Autoreifen und Mülleimer an, gingen Scheiben zu Bruch, verbrannte ein Mercedes Cabriolet und  ein Polizeiwagen.

Für die einen war die Stimmung friedlich, für die anderen aggressiv und gewalttätig. Die Demonstranten sind angetreten für eine bessere, weil gerechtere Weltordnung. Doch die Bilder des Vandalismus sind alles andere als eine Empfehlung auf eine Utopia für ein bessere Welt. Die Bilder empören, sie zeigen wie naiv der Protest ist, wie unpassend und kontraproduktiv.

Andere Szenen, andere Bilder: Ein grauhaariger Mann, in ein Pax Christi Banner gehüllt, schreibt mit Kreide, im Rücken einer Polizeikette, auf den Asphalt der Flößerbrücke über den Main, keine Gewalt“ und an einer anderen Stelle steht eine Frau abseits, mit dunkler Sonnenbrille, im schwarzem Polizei T-Shirt, Khakihose und hält ein Schild hoch und mahnt zum friedfertigen Protest, „Polizisten sind Menschen“.

Die Einweihungsfeier des 184 Meter hohen EZB Turms hätte ein Volksfest sein können, doch Niemanden war wirklich zum Feiern zu mute. Der Euro und die EZB haben ein  veritables Imageproblem. Die Krawalle lenken von diesen Tatsachen ab. Die Berichterstattung ignoriert die Inhalte des Protestes, weil sie Redner, wie Urban Priol und die, aus den USA angereiste, Globalisierungskritikerin Naomi Klein, nicht zitierten.  Weil der Fokus nicht den Aussagen galt: „Nicht die Konzerne – wir selbst sind das Problem„,“Kaviar für alle“,“The fear is on the other side now“ oder die Aktion der mutigen Fassadenkletterer unerwähnt bleibt, die direkt im Bankenviertel ein Transparent, in schwindelerregender Höhe entrollten: „Kapitalismus tötet“.

In Abwandelung eines Satzes von Georg Büchner fehlte der Ruf: „Friede den Einzelkaufleuten und Krieg den Großkonzernen“, aber das war eben nicht die Story, die die Veranstalter erzählen wollten.

Zorn, der als Vandalismus daher kommt ist  kein Widerstand, auch weil er kontraproduktiv und folgenlos bleibt. Folgenlos, weil die Gewalt, die sich hier als ziviler Ungehorsam postulieren will, vom Gewaltmonopol des Staates neutralisiert wird. Letztlich verpufft  der Straßenprotest, vom 18. März unter dem Qualm des Vandalismus.

Wer sich gegen ein System auflehnen will, darf sich selbst nicht mehr der Annehmlichkeiten des Systems bedienen. „In Markenklamotten Steine werfen!“ Wer etwas nicht will, darf es nicht mehr konsumieren.  Das Finanzsystem lebt davon, dass wir es, wie die Luft zum Atmen brauchen resp. vorgibt, dass es alternativlos zu sein scheint. Die Frage, die wir uns selbst stellen müssen, sind wir Untertanen oder nicht?


Foto: Copyright Opposition 24

 

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