Über 2000 Teilnehmer bei der #Demofüralle in Wiesbaden

Update: Journalistin verletzt - Autofahrer mit Steinen beworfen

Wiesbaden: Weit mehr als 2000 Menschen nahmen an der Kundgebung und dem Demonstrationszug durch die Innenstadt teil.

Von den angeblich 3000 Gegendemonstranten für ein „buntes Deutschland“ und einem Rechtsruck bei den Organisatoren, wie es das Neue Deutschland behauptet, war bei der Versammlung nichts zu spüren, allerdings wurde die Demoroute durch die Polizei wegen Sitzblockaden stark verkürzt.

Im Vorfeld hatten NPD und die Partei „Der Dritte Weg“ zur Teilnahme an der Demo aufgerufen, wie uns aus dem Büro der Organisatoren mitgeteilt wurde. Zu Beginn der Kundgebung machte Hedwig von Beverfoerde unmissverständlich klar, dass keinerlei rechtsradikale Parolen, Banner und Flaggen geduldet würden und ebenso die Teilnahme dieser Personen gegen den ausdrücklichen Willen der Veranstalter erfolge.

Hedwig von Beverfoerde - Demofueralle - Foto: O24
Hedwig von Beverfoerde – Demofueralle – Foto: O24

Nach Musikeinlagen folgten mehrere Redebeiträge, die die Genderpolitik anprangerten, Erziehung müsse ideologiefrei sein und dürfe nicht zur Indoktrinierung von Kindern benutzt werden. Das Elternrecht sei ein Naturrecht und der Staat habe sich insbesondere aus der Sexualerziehung herauszuhalten.

Rechtsradikale oder homosexuellenfeindliche Sprüche wurden zu keiner Zeit propagiert. Einige wenige Gegendemonstranten versuchten mit ihren Trillerpfeifen die Kundgebung zu stören. Eine junge Frau mischte sich mit ihrem Dackel unter die Teilnehmer und rief immer wieder zwischen die Redebeiträge. Es kam jedoch zu keinerlei Zwischenfällen, die Security gab sich entspannt und die Dame verließ später die Kundgebung.

Beispielhaft für die Kritik war der Beitrag einer Rednerin zum Schulunterricht von Fünftklässlern. Schüler hatten berichtet, dass sie einen Klassenraum als „Vagina“ ausschmücken mussten. Anschließend wurde den Jungen aus der Klasse aufgetragen, sich als Spermien zu verkleiden und in die Vagina einzudringen.

Gar nicht so unparteiisch zeigte sich die Besatzung dieses Einsatzfahrzeugs.

War da nicht mal ein furchtbarer Skandal wegen eines Compact Magazins hinter der Frontscheibe?

Beim Zug durch die Innenstadt schirmte die Polizei die Teilnehmer ab, doch nur an wenigen Ecken hatte sich etwas Gegenprotest formiert, der aber keine Wirkung zeigte. Unter den Teilnehmern der Demofueralle waren auch Mitglieder einer türkischen Gemeinde sowie auch viele Christen afrikanischer Herkunft. Da wirken „Deutschland bleibt bunt“ – Rufe seltsam deplatziert.

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Nachtrag: Inzwischen liegen Angaben der Polizei vor.

„Das Polizeipräsidium Westhessen zieht ein insgesamt positives Fazit zum Einsatzgeschehen. Der ordnungsgemäße Ablauf der angemeldeten Veranstaltungen „Demo für Alle“ (ca. 2.000 Teilnehmer), „Warmes Wiesbaden“ (ca. 1.500 Teilnehmer) und „Die Partei“ (10 Teilnehmer) mit einer Gesamtzahl von ca. 3500 Teilnehmern, konnte bis auf die Verletzung einer Journalistin und eines Autofahrers ohne weitere Zwischenfälle gewährleistet werden.

Im Nachgang kam es zu vereinzelten Sachbeschädigungen, so u.a. zum Nachteil des Autofahrers, dessen Fahrzeug mit Steinen beworfen wurde. Der Mann wurde durch Glassplitter verletzt. Ein Tatverdacht richtet sich gegen zwölf Personen, die im Umfeld vorläufig festgenommen werden konnten. Die Ermittlungen in diesem Zusammenhang dauern noch an. Ein abschließendes Fazit, auch über die Gesamtzahl der angezeigten Straftaten, erfolgt am kommenden Montag.

Bedauerlich aus Sicht der Polizei ist die Verletzung einer Journalistin am Rande eines Demonstrationszuges. In diesem Fall wurden polizeiliche Maßnahmen initiiert; eine Kontaktaufnahme mit der Geschädigten ist erfolgt.“

Für alle Kollegen und Interessierte – eine Bildergalerie mit Fotos zur freien Verwendung bei Quellenangabe gibt es hier:

Demofueralle

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5 Kommentare

  1. kann ich so nicht bestätigen. Bei der dfa habe ich mehrere Rechte Gruppen rum laufen sehen, die nicht versteckt haben wer sie waren. Bekannte NPD Aktivisten waren Ordner und die Anzahl der Demonstranten ging auch eher in Richtung 800-1000

    Bei der gegendemo waren zu einem recht großen Teil die üblichen Antifas zu sehen, aber auch Familien die tatsächlich mit ihren Kindern marschiert sind, was bei der dfa auch eher weniger zu beobachten war. Dass nicht so viele gegendemonstranten zu sehen waren, lag wahrscheinlich eher daran, dass sie sich während des marsches aufgeteilt haben, um die Straßen zu blockieren. Allein am dernschen Gelände haben sich aber ca. 1500 gegendemonstranten eingefunden bevor ich mich in Richtung dfa bewegt habe, um diese zu beobachten. Insgesamt dürften es eher 3 bis 4 Tausend Menschen gewesen sein

  2. Ja ja,das ND..
    „Auferstanden aus Ruienen und ****“
    Wer glaubt denn dem ehemahligen „Zentralorgan der SED“ das die was wahres krickeln?

    ND,wer? Na hier,z.B. :
    http://www.tagesspiegel.de/medien/9-november-im-sed-zentralorgan-wie-das-neue-deutschland-den-mauerfall-fast-verpasste/10811014.html

    Liebe Redaktion, Danke für den Bericht. Toll. :-)
    …Ähhhm, ach ja, es war also alles friedlich, keine dumpfen Blödparolen zu hören und das Dingens hieß auch noch „Demo für alle“.
    Was zählt da ein Parteibuch? Richtig, NIX! Noch haben auch unbeliebte Gestalten das verbriefte Recht auf der Strasse mit zu laufen. Und ich finde, das ist GUT so!

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