Skandal um Richterin in Südafrika: „Vergewaltigung Teil der schwarzen Kultur“

Kapstadt –  Wirbel am Obersten Gerichtshof: Die Richterin Mabel Jansen zog wütende Proteste auf sich, nachdem Screenshots von Facebook Gesprächen veröffentlicht wurden, die belegen sollen, dass sie rassistisch ist und glaubt, dass Vergewaltigung ein Teil der schwarzen Kultur sei.

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High Court – Cape TownPhoto by Blyzz

Jansen sagt, ihre Kommentare wurden aus dem Zusammenhang gerissen, und sie bezögen sich auf ganz bestimmte Fälle von Vergewaltigungen, die ihr zu Ohren gekommen seien und in der man sich in einer geschlossenen Facebookgruppe unterhalten habe. Sie habe ihre Hilfe angeboten für die vielen Vergewaltigungsopfer, die es unbestreitbar gebe, so wie es auch unbestreitbar die Apartheid gebe. Dabei habe sie auch den sexuellen Missbrauch an Kindern zur Sprache gebracht, der häufig innerhalb der weißen Kultur vorkäme, aber insofern nicht Teil dieser Kultur sei, weil er als Verbrechen und schwere Verfehlung gelte.

Der bekannte Aktivist Gillian Schutte veröffentlichte die Auszüge aus einem schriftlichen Austausch mit Jansen am Samstag und Sonntag, in denen Jansen sagte: „In ihrer Kultur (der schwarzen) ist eine Frau nur zum Vergnügen da.“

Danach brach ein Sturm der Entrüstung los und in einer Onlinepetition forderten zahlreiche Unterzeichner die Entlassung der Richterin.

Jansen bestritt, dass sie rassistisch eingestellt sei und wies die Behauptung zurück, sie habe gesagt, dass alle schwarzen Männer Vergewaltiger seien. Sie selbst habe zudem zwei schwarze Waisen als Pflegekinder großgezogen, in einer Zeit, „als dies noch nicht in Mode war.“

Gillian Schutte verteidigte seine Veröffentlichung des privaten Gespräches damit, dass er zeigen wollte, wie eine weiße Richterin denkt, die am Gericht über das Schicksal von schwarzen Menschen entscheidet.

Der Medienrechtsexperte Willem de Klerk bemerkte dazu, für Personen, die so hohe Ämter bekleiden, gebe es ein öffentliches Interesse auch an privaten Gesprächsinhalten, wenn sich diese auf öffentliche Angelegenheiten beziehen. Wenn eine Richterin, die der Neutralität verpflichtet sei, sich rassistisch äußere, dann sei das sehr bedenklich.

Quelle: News24

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