Schwarzer Donnerstag 2010 – 2014

So kurz vor dem nahenden Feiertag, dem „Tag der Deutschen Einheit“ jährt sich zum vierten Mal auch einer der dunkelsten Tage unserer Republik – der Schwarze Donnerstag am Schlossgarten zu Stuttgart. Bilder sagen manchmal mehr als Worte, die folgenden Bilder lassen einen diese gleich ganz vergessen.

Im Mai diesen Jahres hatte ich bereits die Ehre, auf der Bühne im Schlossgarten bei der Geburtstagsfeier des Arbeitskreises Jura aufzutreten.

Nach mehreren Kontakten lernte ich endlich Sybille Kleinicke auch persönlich kennen, die sich engagiert für die Opfer der Polizeigewalt einsetzt.

2010 ging ihre Geschichte durch die Medien, als „Unbekannte“ ihr Auto aufbrachen und Listen mit fast 10.000 Unterschriften gestohlen wurden, die für die Auflösung des Landtages und vorzeitige Neuwahlen gesammelt wurden. Die Täter wurden bis heute nicht ermittelt. Mehr dazu hier:

Stuttgart21-Befürworter unter Verdacht: Auto von Aktivistin geknackt und Unterschriftenlisten geklaut und im Stern.

Auch Dieter Reicherter hielt an diesem Tag einen Vortrag, denn an jenem Schwarzen Donnerstag 2010 wurde er selbst Zeuge und Opfer der Polizeigewalt – das alles einen Monat nach seiner Pensionierung als Richter. FR-Online.de

Nach wie vor sind die Geschehnisse nicht aufgearbeitet – Richter a.D. Reicherter vom 01.09.2014 in der Kontextwochenzeitung:

Zeugen gesucht

„In diesem Zusammenhang habe ich auch an Euch die Bitte, dass sich weitere Zeugen melden, nämlich alle durch Wasserwerfer Verletzte, durch Pfefferspray verletzte Kinder, durch Schlagstöcke Verletzte, vor allem aber ganz dringend Menschen, die auf den Bäumen vom Wasserwerfer angegriffen wurden. Wichtig sind auch Zeugen, die vor Ort Polizeibeamte auf Verletzte aufmerksam gemacht oder deswegen mit Polizei, Rettungsdiensten, Behörden telefoniert haben. Und schließlich brauchen wir auch diejenigen, die konkrete Tatsachen zum Einsatz von Reizgas berichten können, also zum Beispiel ärztliche Feststellungen, Untersuchungsergebnisse von Kleidungsstücken, Beobachtungen über das Hantieren mit den Kanistern am Wasserwerfer.“

Quelle: Bei Abriss Aufstand

Morgen also werde ich wieder nach Stuttgart reisen und am Abend auf Einladung der Jugendoffensive erneut auf der Bühne stehen. Die Menschen, die ich bisher in Stuttgart kennengelernt habe, sind alles andere als blindwütige Steinewerfer und Chaoten – am 30.10.2010 fiel diese Rolle wohl eindeutig den Polizisten zu.

Die Parkschützer erwarten auch für die heutige Montagsdemo schon eine hohe Teilnehmerzahl:

„In den letzten Jahren kamen zur Jahrestagsdemo jeweils zwischen 7.000 und 8.000 Menschen. Angesichts des laufenden Wasserwerfer-Prozesses sollten wir wieder ein so starkes Signal an die Öffentlichkeit senden: Wir bleiben dran; wir nehmen die Richtigen ins Visier!“

Link:Parkschützer

Ob das Wetter an diesen beiden Tagen mitspielt, wird wohl für die Veranstalter die geringste Sorge sein, sondern eher, ob sich die Geschehnisse nochmals wiederholen – das Vertrauen in den Rechtsstaat ist dahin, solange die Verantwortlichen nicht verurteilt sind.


Links: AK Jura 4. Geburtstag

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Wolfgang van de Rydt
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Freier Journalist – Autor – Musiker