Norbert Zerr war zwei Jahrzehnte lang Polizist. Er hat hohe Politiker beschützt, Bankräuber gestellt, Kollegen ausgebildet und ganz normalen Streifendienst versehen. Zwischenzeitlich war er auch Bürgermeister im Donautal. Jetzt hat er alles, was er im Polizeialltag erlebt hat, aufgeschrieben.

Seit er in den 80er-Jahren in den Beruf eingetreten ist, hat sich dieser Alltag radikal verändert. Damals war Zerr respektiert, wurde von der Politik in Ruhe gelassen, konnte seinen Dienst ohne den Druck politisch korrekter Vorgesetzter versehen. Bespuckt und attackiert wurde er, wenn er ausrücken musste, selten. Heute sieht der Polizeidienst völlig anders aus, sagt Zerr, der auch nach seinem Ausscheiden die ständigen Klagen von vielen ehemaligen Kollegen hört. Die Politik lässt uns allein, heißt es, die Medien stigmatisieren uns als Rechte, die Bürger sind verunsichert. Die Innere Sicherheit geht vor die Hunde, die Statistik ist politisch gefärbt und erntet intern nur noch Kopfschütteln, der Frust der Beamten ist so groß wie nie.

Das Buch von Norbert Zerr – „Polizei im Fadenkreuz: Innere Sicherheit auf Untergangskurs“ – kommt diese Woche in den Buchhandel. Ich habe mit ihm schon vorher exklusiv und ausgiebig über seinen bedrückenden Befund gesprochen … Für das Vorwort hat er Boris Palmer gewonnen.

4 KOMMENTARE

  1. Na Mensch, wenn er sogar den Boris gewinnen konnte, dann ist sicher ein Meisterwerk…..

    Die Politik muss endlich handeln, die Polizei braucht mehr Befugnisse.

  2. Wenn Herr Zerr es als Gewinn für sein Buch ansieht, daß er Boris Palmer für ein Vorwort gewinnen konnte, dann beweist das, daß er nicht die wahren Schuldigen an der heutigen Misere kennt. Er macht damit den Bock zum Gärtner.

    Der Vater Palmers, der Remstalrebell, war ein Politclown, der nur den Unmut der Menschen bediente, ohne etwas wirklich verändern zu wollen. Das einzige ehrliche dabei ist, daß er gar nichts ändern konnte, wegen der Vorgaben der Besatzerziele im Besatzungsstatut. Nur denke ich, das hat er nicht gewusst. Insofern sind alle Schwachmaten, die dem noch etwas zu Gute halten wollen, weil er angeblich gegen die da Oben war, aufgefordert, ernsthaft über „ihr Land“ und „ihren Staat“ und ihre eigene Haltung dazu nachzudenken.

    Denn wer nur kritisiert und herunterreisen will, um sein Mütchen zu kühlen, der zerstört die Ordnung, derer er eigentlich bedarf. Um wieder politisch geordnete Verhältnisse herzustellen, braucht es Mut und Gestaltungswillen und keine Erwachsenen Männer, die greinen wie kleine Kinder, weil man ihnen nicht das gibt, was sie gerade wollen.

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