Wie die Tageszeitung ÖSTERREICH in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet, haben drei österreichische Ministerien (Außenamt, Verteidigung und Wirtschaftsressort) eine Sachverhaltsdarstellung „gemäß §78 StPO“ – Verdacht einer Straftat in ihrem gesetzmäßigen Wirkungsbereich – an das Justizministerium übermittelt.

Im Zentrum steht der untergetauchte Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek. Er hatte Tradern in London ein geheimes Dokument mit der Nervengift-Formel Nowitschok, mit der der russische Ex-Agent Skripal ermordert werden sollte, gezeigt. Die OPCW (Organisation für das Verbot chemischer Waffen) hatte nach dem Abdruck dieses Papiers eine österreichische Diplomatin kontaktiert.

Wie ÖSTERREICH – aus der vorliegenden Sachverhaltsdarstellung – zitiert, wurde die Diplomatin in diesem Gespräch informiert, dass das Dokument einen Barcode aufweise, „woraus ersichtlich ist, dass das Dokument aus österreichischer Herkunft stamme“.

Konkret lag das „für Österreich bestimmte, als vertraulich eingestufte Dokument der OPCW“ der „Abrüstungsabteilung des Außenamtes“ vor. „Eine Kopie wurde dem Verteidigungsressort (Abteilung Militärpolitik) per Boten zugesandt“, zitiert ÖSTERREICH aus der Sachverhaltsdarstellung. Auch das Wirtschaftsressort hatte eine Kopie.

Laut Sachverhaltsdarstellung „wurden umgehend interne Überprüfungen eingeleitet“. Zum Zeitpunkt als Marsalek dieses geheime Dokument hatte, war Karin Kneissl Außenministerin, Mario Kunasek Verteidigungsminister und Margarethe Schramböck Wirtschaftsministerin.

Der Verdacht: Marsalek hat das streng geheime Dokument mutmaßlich aus einem der drei Ministerien erhalten. (apa/ots)