Köln: Polizei korrigiert falsche “Pressemeldung” – Dienststellen sollen Anzeigen verweigert haben

Nach der gestrigen Pressekonferenz offenbart sich wieder einmal der berüchtigte Kölsche Klüngel von seiner unappetitlichsten Seite.

OB Frau Reker empfiehlt Frauen, eine Armlänge Abstand zu halten gegenüber möglichen Tätern. So sieht also das neue Sicherheitskonzept der Stadt Köln aus – man könnte auch gleich eine Reisewarnung aussprechen.

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Photo by Martin Krauß

Den Gipfel der Schönfärberei fasste Reker selbst in folgendem Ausspruch zusammen:

“Ich möchte hinzufügen, dass es absolut unzulässig ist, jetzt mit einer Ethnie, die sichtbar aus Nordafrika kommt, sofort die Flüchtlingsgruppe zu verbinden. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich hier um Menschen handelt, die in Köln Unterkunft als Flüchtlinge bezogen haben.”

MMNews berichtet, die Polizei habe sogar die Annahme von Anzeigen betroffener Frauen verweigert.

Die Polizei musste indessen die ursprüngliche Presseinformation korrigieren und bringt nun alle bekannten “Fakten”

Im Anschluss die Ergänzungen  im Wortlaut – eine Entschuldigung und Selbstanzeige wegen Verbreitung falscher Tatsachen, Verschleierung und weiterer in diesem Zusammenhang begangenen Delikte fehlt jedoch. Es werden sich jedoch genügend Anwälte der Opfer annehmen und für juristische Aufarbeitung sorgen.

Übergriffe am Bahnhofsvorplatz – Fakten zur Silvesternacht

05.01.2016 – 18:01
Köln (ots) – Nachtrag zur Pressemitteilung Ziffer 1 vom 2. Januar 2016

Nach den massiven Übergriffen in der Silvesternacht auf dem Kölner Hauptbahnhofsvorplatz hat sich die Anzahl der Strafanzeigen mittlerweile auf 90 erhöht. Die Polizei Köln hatte bereits am Samstag (2. Januar) speziell für diese Straftaten eine Ermittlungsgruppe eingerichtet. Die Deliktsbreite erstreckt sich von Diebstählen bis hin zu Sexualdelikten. In einem Fall ermitteln die zuständigen Kriminalbeamten wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung.

Derzeit sichten die Beamten das vorhandene Videomaterial und werten die vorliegenden Aufzeichnungen aus. Weiterhin laufen die Vernehmungen von Geschädigten und Zeugen. “Wir werden alles dafür tun, diese schrecklichen Übergriffe aufzuklären. Wir passen unsere Einsatzkonzepte an diese neue Vorgehensweise der Täter an”, stellt Polizeipräsident Wolfgang Albers klar.

Heute Vormittag haben Polizeipräsident Wolfgang Albers gemeinsam mit der Oberbürgermeisterin der Stadt Köln, Henriette Reker und dem Präsidenten der Bundespolizeidirektion Sankt Augustin Wolfgang Wurm die Vorfälle thematisiert.

Gemeinsam entschieden die Verantwortlichen unter anderem, dass in Zukunft für gleichgelagerte Großereignisse ein Sicherheitskonzept abgestimmt und die Zusammenarbeit weiter intensiviert wird. Unter anderem sollen neuralgische Orte temporär videoüberwacht und besser ausgeleuchtet werden. Zusätzlich wird die Vorplanung von Einsatzkräften lageangepasst erhöht. Auch die Verfügung von Bereichsvertretungsverboten, Meldeauflagen und das Verbot von Feuerwerkskörpern an neuralgischen Orten wird weitergehend geprüft.

Fakten zum Einsatzverlauf:

31.12.2015 – 21 Uhr: Auf dem Bahnhofsvorplatz und der Domtreppe befinden sich bereits 400 – 500 augenscheinlich alkoholisierte Personen, die durch aggressives Verhalten auffallen. Es handelt sich in der Mehrzahl um Männer, die unkontrolliert Böller und Raketen abbrennen und diese zum Teil gegen Unbeteiligte einsetzen.

31.12.2015 – 23 Uhr: Die genannte Menschenmenge ist auf über tausend Menschen angewachsen. Es handelt sich bei den Anwesenden größtenteils um Männer, die unter anderem durch Alkoholkonsum bereits enthemmt sind. Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nimmt immer mehr zu. Raketen werden häufig absichtlich in die Menge geschossen. Die Stimmung wird zunehmend aggressiver.

31.12.2015 – 23.30 Uhr: Aus Sicherheitsgründen räumen Beamtinnen und Beamte der Polizei Köln und der Bundespolizei die Domtreppe und den Bahnhofsvorplatz. Durch das konsequente Einschreiten der Polizisten werden Personengruppen aufgebrochen, die Situation beruhigt sich zunehmend.

1.1.2016 – 0.45 Uhr: Um den Abreiseverkehr zu gewährleisten, gibt die Polizei den Zugang zum Hauptbahnhof wieder frei. Als die Platzfläche sich erneut füllt, verhält sich die Masse der anwesenden Personen ruhig. Erste geschädigte Frauen erstatten Strafanzeige wegen Diebstahlsdelikten und schildern teilweise auch sexuelle Übergriffe. Die Polizei passt das Einsatzkonzept sofort an und konzentriert Einsatzkräfte erneut im Bereich des Hauptbahnhofs. Passantinnen werden gewarnt und von Beamtinnen und Beamten sicher durch die Menschenmenge begleitet. Bei aggressiven und auffälligen Personen werden Gefährderansprachen und Identitätsfeststellungen durchgeführt. Platzverweise werden ausgesprochen.

4.1.2016 – 4 Uhr: Die Lage hat sich abschließend beruhigt.

Im Zusammenhang mit den geschilderten Geschehnissen rät die Kriminalpolizei Köln:

– Bereiten Sie sich gedanklich auf mögliche Situationen in großen Menschenmengen vor. – Stellen sie Öffentlichkeit her und sorgen Sie für Aufmerksamkeit, wenn Sie in Not sind. – Fordern Sie Hilfe aktiv ein und sprechen Sie Passanten gezielt an. – Unterstützen Sie Menschen die in Not sind und wählen Sie zeitnah den Polizeinotruf “110”.
Die Polizei Köln bittet weitere Opfer, zeitnah Strafanzeige zu erstatten. Passanten, die Straftaten beobachtet oder sogar auf Handyvideos aufgezeichnet haben, werden gebeten, sich umgehend zu melden. Hinweise werden erbeten unter Tel.-Nr. 0221/229-0 oder per E-Mail auf poststelle.koeln@polizei.nrw.de

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