Israel-Kritik nur im eigenen Land erwünscht – Botschafter Hadas-Handelsman rügt Ex-Soldaten

Köln: Der israelische Botschafter in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, will Kritik von Landsleuten am Vorgehen der Regierung gegen die Palästinenser auf das eigene Land beschränkt wissen.

Hadas-Handelsman photo
Photo by Medienmagazin pro

„Wenn sie ernsthaft Kritik üben wollen, sollen sie es in ihrer Heimat tun, nicht in Deutschland“, sagte der Diplomat dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag-Ausgabe) mit Blick auf die Organisation „Breaking the Silence“, einem Zusammenschluss ehemaliger israelischer Soldaten, die das Vorgehen der eigenen Streitkräfte gegen die Palästinenser kritisieren. „Es dient ihrem erklärten Ziel nicht, wenn sie nach Köln oder einem anderen Ort in der Welt gehen. Im Gegenteil“, sagte Hadas-Handelsman. Eine Ausstellung der israelischen Kriegsveteranen, die das Vorgehen der israelischen Armee in den Palästinensergebieten anprangert, sollte bereits 2015 in Köln im Rahmen zweier Jubiläen gezeigt werden, wurde jedoch auch auf Protest der israelischen Botschaft verschoben und vor kurzem ganz abgesagt.

Der israelische Botschafter bezeichnete die Kritik der Organisation zwar als demokratisch legitim, sagte dazu aber: „Ich finde nur, wenn man etwas verändern will, dann ist doch das israelische Publikum der Ansprechpartner und nicht das deutsche. Natürlich haben sie das Recht, ihre Ausstellungen im Ausland zu zeigen. Ich selbst bin allerdings dagegen und möchte hinzufügen, dass die Deutschen aus historischen Gründen etwas sensibler sein sollten, was den Umgang mit dieser Ausstellung angeht.“

Hadas-Handelsman ist am Sonntag einer der Schirmherren des in Köln stattfindenden Kongresses „Koexistenz in Israel“, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet.


Anmerkung der Red.: Der Botschafter stellt hier diplomatisch sehr geschickt die Meinungsfreiheit seiner Landsleute zur Disposition, wo man doch in Israel so stolz darauf ist, die einzige Demokratie im Nahen Osten zu sein. Wie verträgt es sich mit demokratischen Grundwerten, wenn die israelische Botschaft sogar im Ausland Druck ausübt? Finden die Veteranen denn überhaupt Gehör in ihrer Heimat und welchen Druck würde man dort auf sie ausüben, wohl wissend, dass kaum jemand aus dem Ausland, schon gar nicht aus Deutschland, es jemals wagen würde, Kritik an Israels Umgang mit Kritikern aus den eigenen Reihen zu üben?

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