Islamischer Staat: Anklage gegen den Konvertiten Nils D. wegen Mitgliedschaft

Anklage wegen Mitgliedschaft in der ausländischen terroristischen Vereinigung "Islamischer Staat Irak und Großsyrien"

Karlsruhe (ots) – Die Bundesanwaltschaft hat am 4. September 2015 vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Düsseldorf Anklage gegen den 25-jährigen deutschen Staatsangehörigen Nils D. erhoben.

Der Angeschuldigte ist hinreichend verdächtig, sich als Mitglied an der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat Irak und Großsyrien“ (ISIG) beteiligt  und eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Syrien vorbereitet zu haben, so teilt der Bundesanwalt in einer Presseerklärung mit.

 

Getragen von seiner radikal-religiösen Gesinnung schloss sich der Angeschuldigte spätestens ab Mitte Oktober 2013 bis Anfang November 2014 in Syrien dem ISIG als Mitglied an.

Zu Beginn dieses Zeitraums verschaffte er sich zunächst Schusswaffen und Handgranaten und ließ sich in deren Umgang sowie in der Verarbeitung von Sprengstoff zum Bau von Sprengsätzen unterweisen, um gegebenenfalls an Kampfhandlungen für den ISIG teilzunehmen.

Anschließend war er von April bis November 2014 in eine Spezialeinheit zur Festnahme von Deserteuren aus den Reihen des ISIG und in die Verwaltung von dessen Gefängnissen eingebunden.

Zudem leistete er bei verschiedenen Gelegenheiten Wachdienst zum Schutz von Stützpunkten des ISIG ab. Während des gesamten Zeitraums stellte er der Organisation eigene finanzielle Mittel in einer Höhe zwischen 7.000 und 9.000 Euro dergestalt zur Verfügung, dass er einen Großteil dieses Betrages zum eigenen Lebensunterhalt während seines Aufenthalts in Syrien einsetzte und damit die Organisation davon entlastete, ihn zu versorgen.

Weiterhin half er beim bewaffneten Transport von verletzten Kämpfern des ISIG und der Bestattung eines toten Gefangenen.

Außerdem fungierte er bei dem Verhör eines Gefangenen als Dolmetscher.

Schließlich förderte er den ISIG auch dadurch, dass er sich zu Propagandazwecken an einem Fahrzeugkonvoi beteiligte.

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