Hells Angels wollen erster klimaneutraler Biker*innen-Club werden

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„Motorradfahrerinnen sind vielen Vorurteilen ausgesetzt“, erklärt die Präsidentin des ältesten Motorradclubs der Welt, Angelina Barger, die Enkelin des legendären Gründers Sonny Barger. „Wir gelten als Raserinnen, die ohne Rücksicht auf die Umwelt nur so zum Spaß wertvolle Ressourcen verschwenden, Anwohner*innen mit lautem Motorengeheul verschrecken und werden für viele tödliche Unfälle verantwortlich gemacht – dabei sind meist die Autofahrer schuld, wenn es zu einem Zusammenstoß mit einem Motorrad kommt.“

Die 34-Jährige steht seit Kurzem an der Spitze der Hells Angels. Der Club wollte ein Zeichen setzen und Frauen von ihrem bisherigen Sozia-Dasein auf der Rückbank befreien. Das hat auch positive Auswirkungen auf die Klimapolitik der Angels. „Ich fahre ein Zero-Bike ZF75-10 mit Elektromotor. Der Lithium-Ionen-Akku ZF14.4 ist führend in Sachen Leistung und Effizienz, die Maschine hat ein Drehmoment von 190 Nm und 110 PS. Das ist mehr als genug Power und in Sachen Klimaschutz jeder Harley weit überlegen. Außerdem ist der Antrieb extrem leise.“

Nun sollen alle Chapter weltweit auf E-Bikes umsteigen. Für den Anfang ist eine Quote von 70 Prozent elektrisch angetriebener Maschinen vorgeschrieben. Wer gegen die Auflagen verstößt, soll ausgeschlossen werden. „Wir verstehen da keinen Spaß mehr. Außerdem werden Führungsämter ab sofort paritätisch besetzt. Findet ein Chapter keine geeigneten Frauen für diese Positionen, darf es sich nicht länger Hells Angels nennen“, erklärt die US-Amerikanerin stolz, die vor wenigen Wochen für ihr Engagement mit der Goldenen Greta ausgezeichnet worden ist.