Grönemeyer Screenshot Youtube

Der neuerdings auch auf Türkisch „singende“ Exil-Bochumer wollte Andersdenkende vor Gericht stellen und wurde vom Staatsfunk in den Stand der Superhelden erhoben. Nun kommt er mit einer neuen Verschwörungstheorie daher.

Brigitte: Auf seinem neuen Album „Tumult“ versucht Herbert Grönemeyer in seinen Liedern zu verstehen, was Menschen nach Rechts treibt. Im Interview in der aktuellen Ausgabe der BRIGITTE findet er sehr deutliche Worte für seine eigene Haltung: „Leute jagen, stigmatisieren, Hitler zurück-wollen: nein. Das ist gemein, das brauchen wir nicht“, sagt der 62-Jährige. „Angstmacherei hat System, auch bei der AfD, und die bietet gleichzeitig eine Art Schutz für diese Angst. Die Frage ist nur: Wovor? Es ist doch gar nichts passiert, es gibt doch keine echte Bedrohung.“ Seiner Meinung nach wurde vor drei Jahren eine echte Chance verpasst: „Diese erwachsene, positive Art, wie wir den Menschen entgegengetreten sind, hätten wir nutzen können, um uns als Gemeinschaft eine humanistische Identität zu geben“, sagt Grönemeyer. „Das ist schade, dass wir diese Chance haben vorbeiziehen lassen. Das haben wir den Rechten überlassen.“

Aber auch die politische Linke sei weltweit nicht unschuldig an der Misere. „Die Linksliberalen – die SPD bei uns, Labour in England, die Demokraten in den USA – interessieren sich nicht mehr für die Sorgen der Leute“, so Grönemeyer. „Die sind saturiert, sind aufgeblasen, und das bringt sie in ein Dilemma – denn die Menschen fragen sich schon lange: Wer hört uns eigentlich zu? Die Probleme der Menschen waren den Linken zu lange lästig.“

Grönemeyer will Andersdenkende vor Gericht stellen