Gold versus Bitcoin – welche ist die bessere Krisenwährung?

Die Anlagespezialisten von Gold.de und dem Bitcoinblog liefern sich gerade ein Battle um ihren bevorzugten Währungen. Dabei unterlaufen den Goldexperten gleich mehrere Fehler.

Bei genauerer Betrachtung ergeben sich viele Gemeinsamkeiten. Beide sind keine offiziellen Zahlungsmittel, beide unterliegen keiner Kontrolle durch Zentralbanken, beides lässt sich nicht auf Knopfdruck beliebig vermehren, und beide gelten als Alternative zu Papiergeld, weil sie aufgrund ihrer Begrenztheit Wertstabilität versprechen.

Das ist nur theoretisch richtig. Die extrem schwankenden Kurse von Bitcoin versprechen überhaupt keine Wertstabilität, auch Bitcoin-Experten warnen, zumindest den „Normal-User“, vor dem besonders hohen Risiko des Wertverlustes gegenüber anderen Anlageformen.

In einer Zehn-Punkte Zusammenfassung über Bitcoin befeuern die Goldexperten die Legende von der Anonymität die der Bitcoin angeblich bietet. unter Punkt 7 heißt es:

Bitcoins erlauben anonymen grenz- und staatenübergreifenden Geldverkehr

Die Blockchain ist transparent, jede Transaktion kann nachverfolgt werden. Und grundsätzlich ist alles, was über das Netz passiert niemals zu 100 Prozent anonym.

Soweit zu den blinden Flecken im Artikel von Gold.de: „Bitcoin oder Gold: Welche Geldanlage ist besser?“, der ansonsten auch viele Punkte richtig beleuchtet und Gold als die bessere Alternative hervorhebt.

Auf dem Bitcoinblog hat man das Thema aufgegriffen: Gold vs. Bitcoin: Das Battle der Anlage-Champions. Dort wird recht anständig die Einschätzung der Goldexperten eingeordnet und teilweise richtig gestellt und Bitcoin landet mit einem Punkt vor Gold, als bessere Anlageform.

Aber das Verbot sämtlicher Kryptowährungen in China wird in dem Artikel gar nicht erwähnt. Ein chinesischer Experte wurde bereits vor zweieinhalb Jahren auf dem Bitcoinblog übersetzt “Wenn Bitcoin klein bleibt, wird er leben dürfen.” Darin hatte er prophezeit, dass Bitcoin entweder klein und langweilig bleibt, oder dass die Zentralbank ihn verbieten wird. In seinem neuesten Artikel befasst er sich ausführlich mit den Auswirkungen der China-Krise.

Und damit wird deutlich, dass sich Gold und Bitcoin zwar als Anlageformen überall dort eignen, wo die Verhältnisse politisch stabil und berechenbar bleiben, aber für den Ernstfall fallen beide Währungen aus. Nicht umsonst kann man in Deutschland nur bis 10.000 Euro Bargeldgeschäfte tätigen und somit Goldankäufe verschleiern. Ob es wie 1933 in den USA zu einem totalen Verbot von privatem Goldbesitz kommt, halte ich zwar für unwahrscheinlich, es genügt, den Bargeldverkehr immer weiter einzuschränken und hilfreich dabei sind die Kryptowährungen.

Viele Leute setzen wegen der aktuellen Zinspolitik der EZB auf Immobilien und nennen das dann „Betongold“. Neben den jetzt schon erhobenen Negativzinsen vieler Institute sind aber auch Zwangshypotheken nicht mehr undenkbar. Sicher ist nur alles, von dem ein krisengeplagter Staat nichts weiß. Was im Grundbuch steht lässt sich leichter beschlagnahmen als Goldvorräte im Kartoffelkeller. Im Zweifelsfall ist auch physisches Gold keine sichere Krisenwährung, denn nach einem Verbot müssten Besitz und Handel erst wieder erlaubt werden. Bei einem Systemneustart würde kein Staat der Welt auf saftige Abschläge verzichten. Sicher ist nur eines, dass die Währung der Zukunft rein virtuell existieren und keinen Wert in sich tragen soll.

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Wolfgang van de Rydt
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2 Kommentare

  1. Alles leeres Geschwätz. Seit 5000 Jahren ist Gold als Krisensicherung anerkannt, bewährt und geeignet.
    Wo wird bitcoin oder die anderen Phantasie-Währungsersätze stehen ? Ohne Strom ist der Traum ppfffffffffft weg.

  2. Bitcoin ist eine reine Spekulationswährung. Wer auf sowas für den Notfall setzt, dem kann man nicht mehr helfen. Wenn im Krisenfall Internet oder Strom ausfallen, ist der Bitcoin wertlos.

    Es müssen auch nicht zwingend Gold oder Silber sein, die man hat. Jede brauchbare physische Ware hat einen Wert im Ernstfall. Sei es Holz, Metalle jeglicher Art, Grundstücke, Tiere wie Kühe, Hühner, Ziegen usw. all das hat einen Wert im Ernstfall. Eine Zahl im Internet hat keinerlei Bedeutung, wenn es ums blanke Überleben geht.

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