Kölner Uniklinik-Chef warnt vor Überlastung durch ungeimpfte Corona-Patienten

Der Vorstandsvorsitzende und Ärztliche Direktor der Kölner Uniklinik, Prof. Edgar Schömig, hat vor einer Überlastung der Kliniken durch ungeimpfte Corona-Patienten gewarnt. Das Potenzial dafür sei durch die Ungeimpften, die sich infizieren, in Deutschland "definitiv" vorhanden, sagte Schömig dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstag-Ausgabe).

So würden ungeimpfte Covid-Patienten "im Zweifel anderen Patienten mit Herzinfarkt ihren Platz auf der Intensivstation nehmen", sagt Schömig. Mit einem weiteren Anstieg rechne er fest, dieser könne "auch sehr schnell kommen".

Sollten die politischen Anstrengungen die Impfquote nicht entscheidend voranbringen, hält der Mediziner eine Impfpflicht mittelfristig für nicht ausgeschlossen. "Eine Impfpflicht konnte die Pocken fast vollständig ausrotten. Egal, was wir wollen oder nicht wollen: Wenn diese Pandemie zu einer unendlichen Geschichte wird, dann werden wir an einer Impfpflicht womöglich doch nicht vorbeikommen", sagte Schömig. Derzeit fordere er dies nicht, aber "das Virus macht, was es will, unsere Diskussionen sind dafür ziemlich egal."

Aufgrund der möglichen Folgen, die ein Anstieg der Covid-Fälle auf den Intensivstationen für das Gesundheitssystem insgesamt haben kann, plädiert Schömig für eine flächendeckende 2G-Regel. Diese sei "das Mindeste, was wir jetzt brauchen", um die Impfquote zu steigern.