Gerald Grosz: „Merkels bestürztes und zugleich gestürztes Volk“

Weitergehen, weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Frau Merkel, dieser Ruf könnte doch Ihnen sein, oder? Stoisch und stur hocken Sie im Urlaub und meinen wahrscheinlich ganz in der Tradition deutscher Kanzler: „wenn dies das Volk nicht aushält, hat es nicht verdient zu leben.“ Anders kann sich die Menschheit ja das elende Schweigen nicht mehr erklären, wenn nun schon wieder ein in Ihren Augen einstig „armes Opfer“ durch sozioökonomischen Verhältnisse in Deutschland regelrecht gezwungen wird, zum „Täter“ zu mutieren, um auf offener Straße sein neugewonnenes und großes „Talent“ als künftiger Facharbeiter vor den Augen der 11jährigen Tochter des Opfers unter Beweis zu stellen. Diesmal ein 27jähriger Schwertmörder, der an einem 36jährigen sein Werk vollendet. Und nach den Vergewaltigern, Messerstechern und Mördern wieder ein „Einzelfall“ in der langen Tradition, wieder eine ähnliche Provenienz und Sozialisierung eines Täters und wieder Worte des Beileids und der Beschwichtigung um am Ende die provozierte Radikalisierung der Gesellschaft zu beklagen.

Ach, ich hatte vergessen: die psychischen Gründe werden dazwischen noch ins Treffen geführt. Und wieder das Multiorganversagen des Staates, dessen noble und erste Pflicht der Schutz seiner Grenzen und Bürger wäre. Kurze Fragen seien dann doch gestattet: Wie lange noch? Wie lange noch verstecken Sie sich hinter der bröckelnden Schwarz/Rot/Goldenen-Fassade eines in sich gespaltenen Staates, einer bestürzten und zugleich gestürzten Gesellschaft? Wie lange noch ducken Sie sich feig hinter den schön aufgebauten Zensurbehörden a la Heiko Maas weg? Wie lange halten Sie den Deckel noch drauf? Wie lange schützen Sie sich noch vor den offenen Worten eines Volkes, wie einst der gute, alte Onkel Erich? Ihrem Land haben Sie die unbeschwerte Freiheit am Altar einer von Ihnen verursachten neuen Sicherheit genommen. Aus denselben Gründen rauben Sie Ihren Landsleuten die Meinungsfreiheit. Nur die Gedanken können Sie denn Menschen nicht einreißen, denn diese sind bekanntlich frei. Gute Frau, Ihre Zeit ist längst gekommen!