Es ist doch egal, was er gesagt hat und wie sehr sein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen wurde oder nicht. Der alte Mann hätte besser geschwiegen, statt sein rückwärts gewandtes Denken so öffentlich vor einer Schar nur darauf lauernder Aasgeier zu präsentieren. Sicher, sie hätten auch irgendetwas anderes gefunden, aber Gauland hat wieder einmal geliefert wie bestellt.

Rückwärts gewandt ist nicht nur die linke antideutsche Erinnerungsindustrie, die mit den besagten zwölf Jahren immer noch Angst, Schrecken und vor allem Schuldgefühle zum Selbstzweck verbreitet, rückwärts gewandt ist auch der, der sich auf Debatten darüber einlässt oder sie immer wieder befeuert, statt sie einfach zu beenden und nach vorne zu schauen. Aber Schweigen gehört nicht zu den Tugenden eines Politikers, der sein Geld mit Reden verdient, doch mit 13 Prozent nur einen knapp bemessenen Handlungsspielraum hat. Für einen politischen Wechsel reicht das nicht aus. Deutschland ist nicht Italien, weder beim Fußball, noch in der Politik. Eine Querfrontregierung zwischen AfD und der von Sahra Wagenknecht irgendwann im Sommer angedachten linken „Sammlunsgbewegung“ ist hierzulande undenkbar, wäre aber das einzig richtige, um der gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken und aufzuzeigen, wo die Gräben tatsächlich verlaufen. Viel bleibt nicht mehr von dem Deutschland, das in der alten Bonner Republik noch für ein behütetes Leben in einer Wohlfühlblase stand. Davon müssen wir Abstand nehmen, diese Zeit kommt nicht zurück.

Mit der derzeitigen Spitzenmannschaft der AfD steht allerdings noch kein Gaul bereit, mit dem mehr als achtzehn oder vielleicht fünfundzwanzig Prozent den  Ritt in eine neue Zukunft wagen würden. Zu wenig für den Showdown gegen Merkel.


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