Foto: elmirex2009 / 123RF Standard-Bild
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Das Deutsche Institut für Menschenrechte spricht sich gegen generelle Kopftuchverbote für Schülerinnen aus. „Pauschale Kopftuchverbote für Schülerinnen wären unverhältnismäßig und würden die religionsverfassungsrechtliche und menschenrechtliche Pflicht missachten, auch in der Schule religiöse Pluralität zu ermöglichen sowie religiöse Toleranz zu fördern“, erklärt Beate Rudolf, Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte anlässlich der Veröffentlichung der Publikation „Die Religionsfreiheit von Kindern im schulischen Raum – Zur Diskussion über Kopftuchverbote für Schülerinnen“.

„Kinder genießen Religionsfreiheit und der Staat hat daher grundsätzlich zu respektieren, wenn ein Kind auch in der Schule die Gebote seiner Religion einhalten will. Keineswegs darf der Gesetzgeber unterstellen, dass alle muslimischen Mädchen ein Kopftuch nur deshalb tragen, weil sie dazu von ihren Eltern gezwungen würden“, so Rudolf weiter.

„Im Konfliktfall gebieten die Menschenrechte, alle geeigneten Mittel auszuschöpfen, etwa Gespräche der Lehrkräfte mit Kindern und eventuell ihren Eltern sowie pädagogische Mittel und Methoden, die Mädchen stärken, und religiöse Toleranz fördern. Die Schule muss ein Ort der religiösen Toleranz sein. Dazu ist Deutschland auch durch die UN-Kinderrechtskonvention verpflichtet“, so Rudolf.

Nur in den Einzelfällen, in denen es belastbare Anhaltspunkte dafür gebe, dass ein Mädchen von seinem familiären Umfeld dazu gezwungen werde, ein Kopftuch zu tragen, könne ein Verbot in Betracht kommen. Voraussetzung hierfür wäre aber, dass der Staat eine gesetzliche Grundlage für einen Eingriff im Einzelfall schafft, alle milderen zur Verfügung stehenden Mittel ausgeschöpft worden sind und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit streng eingehalten wird. „Verbote sind im Einzelfall nur als letztes Mittel denkbar“, erklärt die Institutsdirektorin.

3 KOMMENTARE

  1. Also ist das Tragen von Uniformen einer faschistischen und menschenverachtenden Ideologie zu erdulden gut dann packe ich die alte SS-Uniform meines Opas aus und trage die auch in der Öffentlichkeit

  2. Abgesehen davon, dass ich dieses Statement eher dem Iranischen Institut für Moslemrechte zuordnen würde, geht das für mich völlig in Ordnung.

    Am Deutschen Wesen (Deutscher Islam?) soll die Welt genesen? Mir erschließt sich kein logischer Grund, warum es nicht jeder (frühzeitig) sehen darf oder was ein Kopftuchverbot Positives bewirken würde???
    Mindestens 87% aller Deutschen sind gute Menschen und sorgen dafür, dass jeder seine Kultur und Religion hier so ausleben kann, wie es ihm gefällt. Warum sollten sich deren weltoffene Töchter künftig nicht auch so kleiden wie sie mögen? Des Menschen Wille ist sein Himmelreich oder die Letzten beißen die Hunde.

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