Der Schatten des Dalai Lama

Fall eines Gottkönigs! Alte ehrwürdige Männer in wallenden Gewändern gibt es nicht nur im Vatikan.

Wem die römisch-katholische Performance zu altbacken ist, der findet vielleicht eher Gefallen am Pop-Art Gegenstück zum Papst – dem oberhippen Dalai Lama. Ganz trendy ist der Mann natürlich Vegetarier und Pazifist und darf nicht mal einer Fliege was zu leide tun.


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Mit Buddhismus kann man nichts falsch machen, wenn man irgendwie keinen Bock auf Monotheismus hat, weil der Glaube an den einzig wahren Gott doch immer nur zu dämlichen Streitereien führt. Der Buddhismus lehrt Toleranz, den Weg der Mitte und die Überwindung des Egos – so glaubt man in der westlichen Hemisphäre. Missbrauchsskandale in buddhistischen Klöstern? Nein, sowas gibt es doch nur bei zölibatgeschädigten Priestern. Dazu kann man noch mit Free Tibet ein wenig auf Freiheitskämpfer machen, so wie Che Guevara, nur ohne seine Pistole mit der er so gerne eigenhändig Todesurteile gegen kapitalismusverdächtige Subjekte vollstreckte,  sondern mit Meditationskissen.

So wenig, wie Posthum-Popstar Guevara als Kämpfer für die Freiheit seine heutige Verehrung verdient, so wenig taugt auch seine Heiligkeit Tendzin Gyatsho, wie der Dalai Lama wirklich heisst, als leuchtendes Vorbild und Botschafter des Friedens.

Vom Schatten des Dalai Lamas erzählte schon 1999 ein gewisser Herbert Röttgen in seinem gleichnamigen Buch unter dem Pseudonym Victor Trimondi. Da das Werk nirgendwo mehr erhältlich ist, haben wir den Titel ausnahmsweise mit dem Amazon Eintrag verlinkt, wo man das Buch noch gebraucht erwerben kann.

Der Psychologe Colin Goldner hält regelmäßig Vorträge zum Thema.

Dalai Lama: Fall eines Gottkönigs lautet der Titel seines kontrovers diskutierten Buches. Im Interview von 2008 auf Telepolis erfährt man ganz und gar irdische Fakten, besser gesagt, unterirdische Fakten zum Familienclan des Dalai Lamas:

Schon bald nach dem Einmarsch der chinesischen Volksbefreiungsarmee in Tibet nahmen die beiden älteren Brüder des Dalai Lama Kontakt zur CIA auf. Mit finanzieller und personeller Hilfe des US-Geheimdienstes wurde ab Ende der 1950er eine mehrere tausend Mann umfassende Untergrundarmee aufgestellt, deren Aufgabe in gezielten Kommandoattacken lag. Quelle: Telepolis

Dem heiligen Mann, dessen Angehörige rein zufällig hohe Ämter bekleiden, wurde in der Vergangenheit Nepotismus (Klüngel) vorgeworfen heisst es da in seinem deutschsprachigen Wikipedia Eintrag. Wie oft an dem Artikel herumgestrickt wird, sieht man, wenn man sich die Versionsgeschichte anschaut. Wesentlich mehr unglaubliche Fakten schildert Goldner in seinem Vortrag.

Ein wesentlicher Aspekt, der immer wieder untergeht bei all der Faszination für die fleischgewordene Transzendenz, ist der Missbrauch, die schwerwiegende Indoktrination durch die sogenannte Auffindungskommission  die jedem zum Dalai Lama auserkorenen Kind angetan wird.

Man stelle sich einmal folgende absurd erscheinende Situation vor:

Findige Musikproduzenten erklären ihre Talentsucher zur buddhistisch-kapitalistischen Auffindungskommission die sodann verkündet, dass die Suche nach der Reinkarnation von Elvis Presley oder Michael Jackson begonnen hat. Wie viele Familien würden in ihren Kindern wohl einen der beiden Kings erkennen? Und wie groß die Enttäuschung, wenn die Wahl dann zufällig auf den Sprössling einer ohnehin schon im Showbiz tätigen Sippe fällt.

Nun wird dem Auserkorenen eingeredet, ein Anderer zu sein als er selbst. Damit das funktioniert, muss es sich natürlich um ein Kind handeln, bei Erwachsenen klappt der Trick nicht überzeugend, denn sie haben schon eine eigene Identität entwickelt. Sie würden diese Rolle nur spielen, wenn sie entweder psychisch labil wären oder um des Ruhmes willen, wie ein Hochstapler die falsche Identität annehmen. Beides nähme der falschen Authentizität einen großen Teil der Überzeugungskraft.

Ein solcher Plan würde sämtliche Kinderschützer auf die Barrikaden bringen, kommt jedoch das weltweit prominenteste Opfer eines solchen Missbrauchs zu Besuch, dann wird sich ehrerbietig verbeugt und mit Fähnlein gewunken. Von daher ist der Titel des Artikels irreführend und der Dalai Lama nicht mal ein Schatten seiner selbst –  es gibt ihn einfach nicht.



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Wolfgang van de Rydt
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