Bürgerwehr zeigt Einsicht: “Hätten den Flüchtling besser ins Bällchenbad gelegt”

Bällchebad

Nach dem beherzten Eingreifen einer mutmaßlichen Bürgerwehr in einem Arnsberger Netto-Markt diskutiert ganz Deutschland über den Fall.

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War das harte Eingreifen wirklich nötig? Immerhin stellte sich später heraus, dass sich der Täter wegen psychischer Probleme im Maßregelvollzug der örtlichen psychiatrischen Klinik befand und offenbar ordnungsgemäßen Ausgang hatte.

Wir sprachen deshalb mit einem Vertreter des Zentralrats deutscher Bürgerwehren in der Region, der allerdings nicht beim Namen genannt werden möchte.

O24: Sie haben das Video betrachtet und die Berichterstattung verfolgt. Wie hätten Sie in ihrem Netto Markt vor Ort gehandelt?

ZDB: Gut, man konnte natürlich nicht wissen, dass es sich in diesem Fall um einen bedauernswerten psychisch kranken Mitbürger handelte. Deshalb mache ich den Kollegen keinen Vorwurf wegen des Kabelbinders. Hätte sich der Vorfall beispielsweise bei IKEA abgespielt, hätte man sanftere Methoden anwenden und den Täter in ein Bällchenbad legen können. Vielleicht hätte er sich bis zum Eintreffen der Polizei wieder beruhigt und man hätte über alles reden können.

O24: Aber ein NETTO Markt ist kein IKEA mit seinem großzügigen Raumangebot.

ZDB: Stimmt! Da gibt es nicht mal eine Stille Treppe, auf die man renitente Kunden setzen kann. Deshalb mache ich, wie gesagt, den Kollegen keinen Vorwurf. In Kaufhäusern verzichten wir auch auf dieses Angebot, wie Sie vielleicht verstehen werden. Dort gibt es ja nur Rolltreppen.

O24: Also, das heißt im Klartext, renitente Kunden muss man in den allermeisten Fällen zwangsläufig nach draußen befördern?

ZDB: Ja, das ist den räumlichen Gegebenheiten geschuldet, von einem gewollten Rauswurf möchten wir natürlich nicht sprechen. Das kann auch harmonischer ablaufen. Wir schulen jetzt unsere Mitglieder im “Antanzen.” Die Verdächtigen werden spielerisch umzingelt und dann aus dem Markt getanzt, gleichzeitig werden ihre Taschen durchsucht. Wenn sich darin Diebesgut befindet, holen es sich unsere Leute auf sanfte Weise zurück.

O24: Das klingt sehr kreativ. Daran hat sicher niemand etwas auszusetzen.

ZDB: Wir haben schon positive Rückmeldungen erhalten. In Einzelfällen haben sich die Betroffenen sogar bedankt, weil die ganze Prozedur nicht so entwürdigend ist, wie das Durchsuchen im Nebenraum von Hausdetektiven und das anschließende Verhör durch die Polizei.

O24: Ähnliches berichten ja auch die vermeintlichen Opfer des sogenannten “Antanz-Diebstahls”. Im Grunde ist das doch ein Fortschritt. Früher wurde man wegen einer Geldbörse noch böse zusammengeschlagen, heute steht dabei der Spaß im Vordergrund. Da haben beide Seiten etwas davon.

ZDB: So sehen wir das auch und wollen diese Erkenntnisse in unsere Arbeit mit einfließen lassen. Wenn man dann doch einmal etwas härter durchgreifen muss, kann auch das spielerisch geschehen. Es gibt doch in jeder Stadt ein sogenanntes Domina-Studio mit Expertinnen auf diesem Gebiet. In Zukunft wollen wir uns in dieser Richtung stärker vernetzen.

O24: Vielen Dank für dieses interessante Gespräch.

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