Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin und Verfolgte des SED-Regimes, Angelika Barbe, nimmt Stellung zu den Vorwürfen der SPD-München:

Mit Bestürzung habe ich zu Kenntnis genommen, dass die SPD München in einer Pressemitteilung vom Donnerstag gegen ein Treffen von mir mit Münchner Bürgern in übelster Weise gehetzt  hat.

Fassungslos und entsetzt bin ich sowohl über den Inhalt als auch den Ton der Mitteilung. Die SPD beschimpft darin die AfD  auf unehrenhafte Weise  wegen eines Stammtisches, den ich im Augustiner Keller abgehalten hatte, ohne jede Rücksicht auf die wahren Fakten.
Es erstaunt mich, dass niemand von der SPD München sich die Mühe gemacht hatte, bei mir vorher anzufragen. Ein Telefonat hätte gereicht, um zu klären, dass die Tische im Augustiner Keller auf meinen Namen bestellt wurden. Als ehemaliges Bundesvorstandsmitglied und ehemalige Bundestagsabgeordnete der SPD kann ich mich für das jetzige Personal der SPD und dessen Gebaren nur schämen. Ich bin froh, dieser Partei rechtzeitig den Rücken gekehrt zu haben.

Bei dem Treffen im Augustiner Keller kamen Menschen verschiedener politischer Ansichten zu Wort. Es ist nach meinen Erfahrungen des SED-Unrechtsstaates, in dem das Recht keine Rolle spielte, Meinungsfreiheit strafrechtlich verfolgt wurde, meine tiefste Überzeugung, unterschiedliche politische Standpunkte öffentlich zu diskutieren.

Dieser anregende politische Austausch in vielen kultivierten Gesprächen bleibt mir in angenehmer Erinnerung.
Es muss um die SPD sehr schlecht bestellt sein, wenn sie es nötig hat, gegen ein friedliches Zusammensein Münchner Bürger mit einer ehemaligen SPD-Bundestagsabgeordneten im Biergarten auf eine derart üble Art zu polemisieren. Dieses Vorgehen ruft bei mir Erinnerungen an die unheilvolle Zeit der SED Diktatur in der DDR- vor der Friedlichen Revolution 1989 – hervor. Auch dort wurden Bürger respektlos behandelt, wurden Oppositionelle auf gleiche Art und Weise diffamiert  und eingeschüchtert. Die Münchner SPD geht hier in den unheilvollen Fußstapfen der kommunistischen SED.

Angelika Barbe

1 KOMMENTAR

  1. „unterschiedlich politische Standpunkte öffentlich diskutieren“
    Tja, das hatte ich (60+) seinerzeit auch noch in der Schule gelernt; der „mündige Bürger“ war damals das Ziel.
    Doch schwups, jetzt ist man heute plötzlich „Nazi“, wenn man sich für andere Meinungen interessiert oder gar abweichende Ansichten auch nur andeutet.
    Voran wird uns das nicht bringen, im Gegenteil sind erneut faschistische Katastrophen wie „damals“ zu befürchten.
    Neben der diesbezüglich wieder herrschenden Blindheit nebst willfährigem Mitläufertum (wieder unter Führung der Medien) stimmt mich besonders traurig, dass „mündige Bürger“ wie Frau Barbe in ihrem Leben schon jetzt binnen weniger Jahre zweimal Opfer von Verfolgung durch unterschiedliche Regime wurden – wo die eigentliche Drangsale und Hetzjagd durch die EU doch erst noch aussteht!

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