Auf dem Weg zum Gottesstaat

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Die Restauration des Irrationalen

Die Welt meldet wiederholt: Deutschlands Muslime fordern ihre eigene Caritas

Zunächst einmal ist das reiner Etikettenschwindel. Denn das fordern nicht Deutschlands Muslime, dieser Vorstoß kommt vom Koordinationsrat der Muslime in Deutschland.

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Anders als die zwei großen Kirchen sind „die“ Muslime nicht zentral organisiert. Ein Sprachrohr für alle in Deutschland lebenden Muslime gibt es nicht. Für Außenstehende aber entsteht natürlich dieser Eindruck, wenn von Islamkonferenzen oder dem Zentralrat der Muslime gesprochen wird. Wer steht hinter diesen Gruppierungen?

Zum Beispiel die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion. Hier geht es auch um politische Einflussnahme. 2014 konnte Erdogan mit tatkräftiger Unterstützung deutscher Behörden die Stimmen der Mehrheit der in Deutschland lebenden Türken zur Präsidentschaftswahl einsammeln. Erdogan steht jedenfalls ganz sicher nicht für einen säkularisierten Euro-Islam, der die Trennung von Staat und Kirche akzeptiert.  

Wenn also ein muslimischer Wohlfahrtsverband realisiert wird, dann ist dies eine reine Frage der Organisation. Gelingt es, die Muslime in einen oder mehrere große Verbände zu vereinen?

So oder so würden die in Deutschland lebenden Türken die größte angesprochene Gruppe bedeuten. Die Versuche von Ayman Mazyek, sich zum Sprachrohr aller Muslime zu machen stoßen jedoch nicht nur auf Zustimmung. Die öffentliche Wahrnehmung dürfte aber eine andere sein und seine Legitimation mit der des Zentralrats der Juden vergleichbar erscheinen.  Das ist er aber nicht. Bis zu einer Art muslimischen „Kirche“ in Deutschland ist es noch weit.

Staatsverträge mit muslimischen Verbänden gibt es aber heute schon, zum Beispiel in Hamburg. Hier schon von Islamisierung zu sprechen, ist reichlich überzogen, denn weitgehende Sonderrechte wurden nicht eingeräumt. Aber die Brüder und Schwestern im Geiste werden hilfreich zur Seite stehen. 

Der multireligiöse Gottesstaat?

Die beiden Amtskirchen genießen trotz der scheinbaren Trennung von Staat und Kirche durch das Konkordat zahlreiche Sonderrechte. Immer noch ist ihr gesellschaftlicher Einfluss groß.

Sie betreiben durch ihre Wohlfahrtsverbände zahlreiche Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser und Altenheime. Besonders über das umstrittene kirchliche Arbeitsrecht können sie ihre Gesinnung und Moral durchsetzen. An den Universitäten besetzen sie Konkordatslehrstühle. Alles auch durch reguläre Steuergelder finanziert, die auch von Konfessionslosen oder Muslimen aufgebracht werden. 

Auf diese verbliebenen Pfründe vergangener Zeiten werden die Kirchen niemals freiwillig verzichten, wenn muslimische Verbände Gleichberechtigung fordern, dann werden sie eher Amtshilfe leisten.

Überhaupt bilden die religiösen Gruppen wann immer es passt, gerne eine gemeinsame Front. Etwa bei der Beschneidungsdebatte waren sich Muslime und Juden seltsam einig – auch die Kirchen sprachen sich dafür aus. Eine Schande, dass der Gesetzgeber vor dem Glauben gekuscht hat und das Recht auf körperliche Unversehrtheit gegenüber überholte religiöses Brauchtum nicht verteidigen wollte. 

Auch bei Satirefreiheit oder Gotteslästerung, wenn es um religiöse Werte an sich geht, sind sich alle Vertreter der Gruppen einig:

Wer seine Mutter beschimpfe, der müsse „mit einer Faust rechnen“, sagt Papst Franziskus. (Tagesschau)

Demonstrativ posiert er dazu mit erhobener Faust. Früher hat man sich den Beginn des 3. Jahrtausends wohl etwas weniger rückständig vorgestellt. 

Wenn die Menschheit demnächst den Mars besiedelt, lautet die erste Frage, was dort zuerst errichtet wird: Eine Moschee, eine Synagoge oder eine Kirche?

Wer mit dem Kreuz die christlich-jüdisch-abendländische Kultur gegen eine drohende Islamisierung verteidigt, der verkennt, dass man mit Glauben nicht den Glauben verteidigen kann. Schon aus der Mathematik sollte bekannt sein, dass Minus und Minus Plus ergibt = Mehr Glauben! 

Er verkennt, dass die christlichen Werte zuhauf in der Vatikanbank gelagert werden und jüdische Werte von Beginn des Christentums an aus Europa verbannt werden sollten.

Wenn irgendetwas das Abendland vom Rest der Welt unterscheidet, dann ist es die Aufklärung. Sie hat die Herrschaft der Kirche beendet. Frauenrechte, Kinderrechte, Minderheitenrechte, Freiheit und Freizügigkeit wurden gegen die Religion teils blutig erkämpft, die Kirche in ihre Schranken verwiesen. 

Nun aber haben sich die drei abrahamitischen Religionen zusammengeschlossen und die Entsäkularisierung schreitet unaufhaltsam voran. Das ist der wahre Untergang des Abendlandes! 

 


Interessant: Plädoyer für ein gottloses Leben – Politropolis

 

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14 Kommentare

  1. Das darf doch nicht wahr sein. Wenn demnächst muslimische Schulen und Kindergärten entstehen, da meldet doch kein Deutscher seine Kinder an.natürlich ist das aus demokratischer Sicht völlig in Ordnung, aber so kann es doch nicht weitergehen. Der Islam gehört nicht zu Deutschland und ist nicht mit Demokratie vereinbar. Die Kirchen haben ordentlich zurückstecken müssen, aber wenn sie könnten, dann würden sie gerne das Rad der Geschichte zurückdrehn. Aus konservativen Kreisen gibt es aber dafür keine Unterstützung.

    Mit dem Islam wird wieder rückständiges konservatives Denken in die Gesellschaft transportiert, das ist auch politisch von Bedeutung. Frauen und Kinder haben dann das Nachsehen. Auch immer mehr Evangelikale sind auf dem Vormarsch. Es bleibt nur die Hoffnung, dass die Koalition der Gottesfürchtigen sich gegenseitig neutralisiert

  2. Der Klerus will zurück an die Macht. Notfalls gemeinsam. Bundespastor Gauck hat es ja schon geschafft. Muslimische Schulen haben hier nichts zu suchen, soll jeder glauben was er wi´ll, aber dieser intoleranten politisch instrumentalisierten Religion kann man nicht mit Toleranz begegnen. Der Islam gehört genauso wenig zu Deutschland wie das Christentum.

  3. Der Islam ist weder eine Rasse noch eine Nationalität. Geschichtlich gehört er nicht zu Deutschland, sondern ist gerade erst hier angekommen.
    Fremde sollten hier willkommen geheissen werden, sie auf den Glauben zu reduzieren und Islamkritik vorzuschieben, um Fremdenfeindlichkeit zu kaschieren ist verwerflich.

  4. Erst seit wenigen Jahrzehnten kann man in diesem Land ohne die Bevormundung der Kirche leben. Sie mischen sich dennoch überall ein und jetzt kommt die nächste religiöse Gruppe daher und will ihre Vorstellungen von einer Gesellschaft durchsetzen. Dass sich da Widerstand regt, ist mehr als verständlich.
    Das Fundament einer erfolgreichen Gesellschaft ist aber nicht Glauben an irgendeinen Gott, sondern Glauben und Vertrauen in das Menschsein und das Streben nach Wissen und Erkenntnis. Moscheen und Kirchen sind das Gegenteil von Lehranstalten und Universitäten.
    Fairerweise muss man auch dazu sagen, dass nicht nur Religionen, sondern auch die heutige Variante des Kapitalismus nicht mit der Demokratie vereinbar sind.

  5. Kritische Auseinandersetzung mit dem Islam ist mehr als nötig. Es sollte aber auf die Gesinnung bezogen sein und sich nicht gegen die Menschen richten. Glauben kann jeder was er will

  6. @motherless child
    Hier geht es doch um Religionskritik und nicht darum, um gegen andere Menschen zu hetzen. Religionen und leider in diesem Zusammenhang besonders der Islam, hetzen aber gegen andere Menschen, die Ungläubigen, die Sünder, die Homosexuellen, die Geschiedenen, die Unehelichen.
    Mohammed als Vorbild, das nicht gelästert oder gezeichnet werden darf – das ist Blasphemie!!!! Wer so etwas vertritt, der tritt die Freiheit mit Füßen.

  7. @Freiheitlicher
    So habe ich das auch nicht gemeint. Ich glaube nur, dass die große Masse nicht differenziert genug damit umgehen kann und alle Moslems über einen Kamm schert und eigentlich grundsätzlich eine ausländerfeindliche Stimmung dadurch entsteht.

  8. Interessante Diskussion dazu in der FAZ, wo uns die Kanzlerin im Interview erklärt, dass die fortschreitende Säkularisierung unser Problem sei und nicht die fortschreitende Einmischung der abrahamitischen Religionen. Die Leserkommentar darauf, sprechen für sich und sind von Scharfzüngigkeit geprägt, die mir zeigt – da haben eine Menge Leute die Nase voll und sind nicht damit einverstanden, wie die Pfarrerstochter ihr Amt ausfüllt.

    Ich ergänze den o.a. und brillanten Text der Redaktion. Ja, die Kanzlerin und ihre Aussagen -niemand weiß genaues, nebulös bleibt’s, dennoch die Leser und auch ich wollen die Diskussion ein wenig unterfüttern, dass wir doch noch was davon haben, also hier der Text und ich beginne mit der Frage:

    In welcher Funktion spricht Angela Merkel?
    Als Kanzlerin oder als Parteivorsitzende der CDU?
    Diese Appelle an die Christen kann sie gerne, als Parteivorsitzende, auf dem Parteitag der CDU ausführen, aber als Kanzlerin einer säkularen Gesellschaft ist das unangemessen.

    Es ist dreist, den feigen Mord, an der Redaktion von Charlie Hebdo (bekennende Laizisten), zu instrumentalisieren, um die Behauptung aufzustellen, wir hätten in Deutschland ein Problem mit der fortschreitenden Säkularisierung. Das kann von mir aus der Vorsitzende der Bischofskonferenz oder der Präsenz der Evangelischen Kirche sagen, aber nicht die Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland. Das Amt des Kanzlers ist ein politisches und kein weltanschaulich religiöses, hier hat sich die Kanzlerin, welcher Partei auch immer, neutral zu verhalten. Das dies nicht mehr selbstverständlich ist und scheinbar auch nicht mehr zur Staatsräson gehört, stimmt mich bedenklich. (Übrigens, gleich lautenden Text habe ich bei der FAZ gepostet, aber meine Lesermeinung wurde von der FAZ nicht freigegeben, wieso bleibt offen!)

  9. Wer aus seiner Geschichte nichts gelernt hat, wird gezwungen sein, diese erneut zu erleben!

    Der Katolizismus hat mit unermesslichem Massenmorden an unsere germanischen Ahnen den katolischen Glauben auferzwungen.
    Und nicht zu vergessen, dass ueber 10 Millionen Frauen und Maenner in Europa von der katolischen Kirche ( etwa 500 – 1800 n.Cr.) auf grausamste gefoltert und auch bei lebendigem Leibe verbrannt worden sind.
    Bis heute habe ich kein Bekenntnis der Entschuldigung des katholischen „Holocaustes“an unsere Ahnen lesen oder hoeren koennen!

    Also hoechste Vorsicht und groesstes Misstrauen,wenn die „Kirche “ politische und religioese Machtverschmelzung im Sinne hat.

  10. Warum gibt es eigentlich kein Mahnmal für die Opfer der Kirche? Vor jedem Gotteshaus eine Schautafel, wie viele Menschenleben das Christentum vernichtet hat – wie viele Opfer durch den Missbrauch bis in die heutige Zeit dieser Religionskonzern gefordert hat?

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