Atomwaffen und Rote Socken – Franz-Josef Strauß hatte doch recht

Es hatte wohl seinen Grund, warum in meiner Schulzeit die ersten Jesus-Latschen-Lehrer, kaum älter als wir selbst, so gegen Franz-Joseph Strauß hetzten – natürlich viel subversiver, als man es heute gegen unliebsame Politiker tut. Und sie hatten Erfolg damit. Kaum eine Pause verging, in der nicht irgendjemand “Strauss muss raus!” an die Tafel kritzelte, wobei das scharfe S mit zwei Sig-Runen dargestellt wurde, damit auch jeder begriff, dass Strauß alleine deshalb schon ein Nazi sein musste.

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Und Buttons gab es damals auch schon. “Atomkraft Nein Danke!” trug man stolz auf der Jeansjacke, umrahmt von “Che Guevara”, “AC/DC” und  “KISS” – merkwürdigerweise  auch mit den Sig-Runen am Ende, die in diesem Fall aber cool waren. Die Mädels liefen mit “ABBA” und “Cat Stevens” rum –  jenen Spinner, der sich später Yussuf Islam nannte und zur “Religion des Friedens” konvertierte. Als ihm die Kohle ausgegangen war, griff er dann doch wieder zur verbotenen Gitarre – was für ein elender Opportunist.

Und ganz Coole bekamen von irgendwem diese Anti-Strauß Buttons zugesteckt. Hinterfragt haben wir gar nichts, obwohl wir doch Ende der 70er die ersten waren, die Politik-Unterricht in der Schule bekamen. Dort lernte man, dass dasselbe Fach in der DDR “Staatsbürgerkunde” hieß und dazu missbraucht würde, die Jugend auf Linie zu bringen. Gott sei Dank war das bei uns alles gaaaaaanz anders. Wir mussten nicht zur FDJ, durften den Kriegsdienst verweigern und sogar unsere Politiker als Faschisten beschimpfen.

Wir lernten also unter anderem, dass StrauSS die Bundesrepublik mit Atombomben bewaffnen wollte und zum Glück über die Spiegel-Affäre gestolpert sei. Sonst hätte es schon längst den dritten Weltkrieg gegeben. Was richtige Nationalsozialisten verbrochen hatten, lernten wir in Geschichte. Strauß kam darin nicht vor. Aber er war trotzdem ein Faschist, sonst hätte es ja nicht die Buttons gegeben. Zum Glück wurde er dann auch nicht Bundeskanzler, sondern noch ein letztes Mal Helmut Schmidt, bevor er dann von Helmut Kohl abgelöst wurde, dem kleineren, damals noch nicht ganz so dicken Übel.

Als Strauß im Oktober 1988 ins Krankenhaus eingeliefert wurde, damals war ich bereits 22, wie ich zu meiner Schande gestehen muss, saß ich gerade mit einem Kumpel vor der Glotze, als die Meldung in der Tagesschau lief und wir stießen auf sein baldiges Ableben an, das wenig später folgte. Zu meiner Ehrenrettung gereicht es auch nicht, dass ich es bei meinen ersten Wahlen nicht hatte fertig bringen können, für die Grünen zu stimmen, sondern “nur” SPD wählte. Für Frieden und Umweltschutz und natürlich gegen “Atom” war ich auf alle Fälle, aber ich konnte Jutta Ditfurth nicht leiden und überhaupt nicht verstehen, warum sie das “von” aus ihrem Namen streichen ließ. Ich fand und finde mein “van” als Präfix nach wie vor toll und tausendmal besser als ein schlichtes Hinz oder Kunz. Und außerdem hatte mich die damalige Kampagne der Grünen für die Legalisierung von Sex zwischen Kindern und Erwachsenen verstört – auch wenn alle behaupteten, das sei eine Lügenkampagne der BILD-Zeitung. Und zweitens hatte ich mich einige Zeit bei Greenpeace betätigt, deren monatliche Zeitschrift, die man als zahlendes Mitglied erhielt, für Alpträume sorgte. Transparenz wurde in diesem Öko-Misthaufen ganz klein geschrieben, man erfuhr nicht, wofür das Geld verwendet wurde und welche Aktionen geplant waren. Natürlich verschwand das Ozonloch wieder, der Wald wurde nicht vom sauren Regen gefressen und Öl gibt es immer noch genug. Das ganze blöde Öko-Geschwafel war schon damals zuviel für mich, außerdem sollte man als junger Mensch etwas Anderes machen, als sich vor irgendeinen Karren spannen lassen, nämlich seine Jugend genießen. Ich machte Musik, statt Steine werfen zu gehen und an albernen Sitzblockaden teilzunehmen und wurde weder durch das eine noch das andere bekannt.

Das Überzeug aber, das man uns in der Schule verpasst hatte, wurde durch so tolle WDR Sendungen mit Friedrich Küppersbusch und Amelie Fried, dem Spiegel und der oberblöden Friedensbewegung weiter ergänzt und über den Kopf gestülpt. Wer jung war und “in” sein wollte, musste ZAK auf WEST 3 gucken, abends fuhr man dann ins ZAKK nach Düsseldorf und tanzte auf Anne Clarks “Our Darkness”, was die Titelmusik zu dieser linksgespülten Infotainment-Sendung war. Mit den paar Fernsehsendern damals und Zeitungen, die man nur gegen Bezahlung lesen konnte, weil es noch kein Internet gab, war die Gehirnwäsche schon sehr erfolgreich – auch wenn es nur wenige auf junge Leute zugeschnittene Formate gab. Heute ist die Beeinflussung der Jugend aggressiver als damals, die Zeiten in der Schule mehr als doppelt so lange, aber sie wird nicht ewig halten. Wer irgendwann auf eigenen Beinen stehen und mit dem Rechnen beginnen muss, kommt recht schnell zu der Erkenntnis, dat von Nix auch Nix kütt, wie der Rheinländer sagen würde, wenn es ihn noch gäbe.

Franz-Josef Strauß war sicherlich kein Saubermann mit blütenreiner Weste, aber sein Geschimpfe über die Roten Socken, die nur das Geld anderer Leute ausgeben, kann jeder nachvollziehen, wenn er auf seine Gehaltsabrechnung oder Einkommenssteuererklärung schaut und sich mit den Zahlen beschäftigt. Wem das nicht reicht, dem hilft vielleicht der alljährlich ins Haus flatternde Rentenbescheid. Seinerzeit hätte niemand für möglich gehalten, dass einmal die Gewerkschaften zu solchen Stasi-Methoden greifen würden, wie sie es heute unverblümt tun. Der Linkspöbel hat den langen Marsch durch die Institutionen angetreten und aus dem Wirtschaftswunderland Deutschland eine schrottreife Republik gemacht, die 2010 erstmals mit einer Staatsquote von 50 Prozent die Grenze zum Sozialismus überschritt. Heute sind wir längst in der Planwirtschaft angekommen. Davor hat Strauß gewarnt und er hatte recht.

Und auch in der atomaren Bewaffnung hatte Strauß mehr Sinn für die Realität als die Linkspresse, die ihn damals dafür fertig machte und sich rächte, als Strauß mit der Abhöraffäre und den Verhaftungen der Spiegelredakteure den Bogen überspannte. Wäre er ein lupenreiner Faschist gewesen, wie man uns es weismachte, hätte den Herrschaften wohl ein ganz anderes Schicksal gedroht. Als Atommacht hätte Deutschland innerhalb des westlichen Bündnisses eine andere, weitaus souveränere Rolle spielen können. Man sollte nie vergessen, welche Macht als einzige bisher diese grausamen Waffen eingesetzt hat – weder die Russen, noch die verrückten nordkoreanischen Führer, falls es denn stimmt, dass sie Atombomben haben. – Ob die Amerikaner ihre Finger bei der Demontage von Strauß und den Atomplänen im Spiel hatten? Ihnen war ganz sicher nicht an einem auch militärisch wiederhergestellten Deutschland gelegen. Als das Thema vom Tisch war, hatten die USA freie Bahn für ihre Stellungen in Westeuropa, die nur scheinbar vom Widerstand gegen den Nato-Doppelbeschluss ein wenig behindert wurde. Das Ergebnis steht bis heute noch in Ramstein, dem deutschen Boden, von dem eigentlich nie wieder aus ein Angriffskrieg ausgehen sollte. Jetzt möchte Donald Trump für den “Schutz” mehr Kohle und zweitens mehr Eigenleistung der NATO-“Partner”. Wieder sträuben sich die gleichen Kräfte dagegen, statt die Vorlage für ein “Good bye, Uncle Sam” zu nutzen und aus Deutschland einen souveränen Staat zu formen. Was Donald Trump für die USA bedeutet, war Strauß für Bayern – heute würde man ihn noch übler bekämpfen als damals, sich an dem Schwergewicht aber anders als der noch nicht etablierten AfD, ganz sicher die Zähne ausbeißen. An den geschaffenen Tatsachen aber ist nichts mehr zu ändern.

Für eine Abkehr vom weltweiten Sozialismus, der auch in den USA zu einer Staatsquote von über 50 Prozent und einer Rekordverschuldung unter Obama geführt hat, ist es leider zu spät. Der Zusammenbruch ist Programm und unvermeidlich.

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Wolfgang van de Rydt
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