Ahlener Briefbogenaffäre: Ein Bürgermeister gibt den Möllemann

An der AfD kommt man im Moment nirgendwo vorbei und so löst eine Provinzposse die nächste ab, wenn sich die Vertreter der Altparteien ziemlich unbeholfen daran begeben, ihre demokratisch erworbenen Pfründe auf demokratische Weise zu verteidigen.

Um was es bei dieser Briefbogenaffäre anno 2016 geht, verrät eine Rundmail des Kreisverbands der AfD, die uns vorliegt.

Liebe Parteifreunde und Interessenten,

unsere geplante Kundgebung (8. April Anm. d. RED) in Ahlen schlägt hohe Wellen. Insbesondere die rot-dunkelrot-grünen Menschenfreunde zeigen wieder einmal ihr Verständnis von Meinungsfreiheit und Toleranz. Aber auch der Ahlener Bürgermeister Dr. Berger forderte uns gestern rechtswidrig auf, nicht auf den Marktplatz zu demonstrieren. Im Anhang finden Sie seine gestrige Email an mich sowie mein öffentliches Antwortschreiben.

Ansonsten bricht mit dem heutigen Karfreitag die Hochphase der Osterfeiertage an.
Lassen Sie uns hier Kraft, Besinnung und Ruhe finden.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie Frohe Ostern!

Dr. Christian Blex

Hier das komplette Anlassschreiben aus der Bürgermeisterstube mit offiziellem Briefkopf – Lesen per Klick auf den Screenshot.

Ahlen Briefbogen afäre

 

Die Antwort wurde als offener Brief veröffentlicht und geizt nicht mit spitzen Seitenhieben auf das Verhalten der Vorzeigedemokraten.

Sehr geehrter Herr Dr. Berger,
mit Befremden habe ich Ihre Email an mich zur Kenntnis genommen. Da Sie einen offiziellen Briefkopf der Stadt Ahlen verwenden und mir die Email über Ihren Referenten zustellen ließen, gehe ich davon aus, dass Sie mir in Ihrer Funktion als Bürgermeister Ahlens und nicht als Privatmann schreiben.
Als Bürgermeister haben Sie sich parteipolitisch neutral zu verhalten. Sie wissen, dass uns der Rathausplatz rechtlich zusteht, Sie haben selbst im Zeitungsinterview auf die Rechtslage hingewiesen. Somit steht es Ihnen in Ihrer Funktion als Bürgermeister nicht zu, uns zu einer Änderung aufzufordern.

hier das gesamte Dokument: Antwort an den Bürgermeister der Stadt Ahlen

Pate bei dieser Provinzposse stand unweigerlich der verstorbene FDP Politiker Jürgen W. Möllemann, der nach der zweifelhaften Verwendung seines amtlichen Briefbogens den Anstand besaß, von seinem Amt zurückzutreten. Das war 1993 und es ging dabei nur um die läppische Empfehlung für die Geschäftsidee seines Schwagers: Die Chips für den Einkaufswagen – auch heute noch manchmal „Möllemännchen“ genannt.
Wird sich der Bürgermeister ein Beispiel an Möllemann nehmen und die Reißleine ziehen?
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