Uwe Junge im Staatsfunk: „Die AfD ist keine Höcke-Partei“

Uwe Junge (AfD) – Foto: O24

Uwe Junge, Landesvorsitzender der AfD Rheinland-Pfalz, hat sich im „SWR Aktuell“-Sommerinterview zu aktuellen Fragen geäußert. Junge rechnet nicht damit, dass der Richtungsstreit innerhalb der AfD zwischen den bürgerlich-konservativen Mitgliedern und dem völkisch-nationalen Flügel um Björn Höcke zur Spaltung der Partei führen wird. Er und mehr als 100 weitere Mitglieder und Funktionäre der AfD hatten in dieser Woche einen Appell unterzeichnet, in dem sie Höcke und den „Personenkult“ um ihn scharf kritisieren.

Auf die Frage, wer in der Partei die Macht habe, sagte Junge: „Die Macht in der Partei haben die Mitglieder. Und das muss klar und deutlich werden und das haben wir auch mit diesem Appell, glaube ich, noch mal deutlich gemacht. Die AfD ist keine Höcke-Partei, und der Flügel ist keine bestimmende Größe innerhalb der Partei. Am Ende entscheiden die Mitglieder, und das muss auf Parteitagen entschieden werden und nicht auf irgendwelchen Sondertreffen oder bei anderen Gelegenheiten.“

Streit um Parteiausschluss von Jens Ahnemüller für Uwe Junge noch nicht abgeschlossen

Junge will sich im Streit um den Parteiausschluss des AfD-Mitglieds Jens Ahnemüller noch nicht geschlagen geben. „Wenn Schiedsgerichte entscheiden, hat man das zunächst mal zu respektieren und zu akzeptieren. Aber wir werden uns dagegen wehren. Wir gehen weiter – völlig entspannt und emotionsfrei werden wir dieser Sache weiter nachgehen. Und ich bin sicher, dass Jens Ahnemüller irgendwann nicht mehr Mitglied der Partei sein wird.“ Das Landesschiedsgericht hatte den Parteiausschluss Ahnemüllers aus Mangel an Beweisen vor zwei Wochen abgewiesen.

Auskunft über politische Ambitionen erst nach der Sommerpause

Angesprochen auf seine politische Zukunft und mögliche Ambitionen, für den Bundesvorstand zu kandidieren, sagte Junge im „SWR Aktuell“-Sommerinterview: „Die Ambitionen gibt es immer – ja, man wird ja auch gefragt und man muss sich dann irgendwann auch äußern und man muss sich auch festlegen, aber ich habe das wirklich in der Tat für nach der Sommerpause für mich festgelegt und dann werde ich mit meinen Kollegen auf Bundes-, aber natürlich auch auf Landesebene die Dinge besprechen und dann werden Sie das frühzeitig erfahren.“

Das ausführliche Interview mit Uwe Junge sendet „SWR Aktuell Rheinland-Pfalz“ heute ab 19:30 Uhr im SWR Fernsehen.

4 KOMMENTARE

  1. Schön, dass er sich noch mal (geschickt) von Höcke distanziert hat, der alte Demokratie am Hindukusch Verteidigungshaudegen. Der und Pazderski gehören unbedingt (zusammen) in den Bundesvorstand! UNBEDINGT!

    Mir gruselt es nur noch, insbesondere bei solchen ehemaligen Leib und Seele CDU Parteisoldaten und Befehlsausführern.

    MEINUNG!

  2. Es ist nun mal so, Herr OstL Junge, dass Herr OStR Höcke mental unabhängig von der Befehlsschiene agiert, und vor allem deshalb die Dinge in didaktischer Klarheit vermitteln kann.

  3. Wann begreift man in der AfD endlich dass Fluegelkaempfe kontraproduktiv sind ? So langsam verliere ich den Glauben daran, dass die ueberhaupt moeglich ist.

  4. Diese schleimigen und charakterlosen Anbiederungs-Knechte an das System rufen im besten Fall ein Gefühl des Ekels hervor.
    Es ist ein einziges Elend und ein nie enden wollender Alptraum.

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