ProMosaik e.V. interviewt die Autorin Evelyn Hecht-Galinski

von Dr. phil. Milena Rampoldi

Liebe Leserinnen und Leser,

anbei ein großartiges Interview mit der Autorin Evelyn Hecht-Galinski, einer intelligenten, mutigen, engagierten und wahren Frau.

Wir hatten schon letzte Woche von ihr berichtet und dann auch eine italienische Rezension ihres tollen Buches „Das elfte Gebot: Israel darf alles“ veröffentlicht.


Möchten Sie diesen Werbeplatz buchen? Dann nehmen Sie am besten heute noch Kontakt mit uns auf

Hier finden Sie den Link zur italienischen Rezension:

www.palestinarossa.it

Es geht um Menschenrechte und Gerechtigkeit, um Frieden und Chancengleichheit….

Israel ist genau das Gegenteil, ein Staat voller Unrecht und Unterdrückung gegenüber den Palästinensern. 

Mischen Sie sich ein!!!

Wehren Sie sich gegen den doppelten Standard und die Gehirnwäsche!!!

Stoppen Sie die Nutzung des Holocausts für diese menschenverachtenden Zwecke!!!

Denken Sie antikolonialistisch und handeln Sie dementsprechend!!!

Denn nur so kommt der FRIEDE.

Wahrheit und Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie, Wahrheit und Mut: das können wir alle von Frau Hecht-Galinski lernen.

Möchte Frau Hecht-Galinski nochmal herzlichst für Ihre Zeit danken.

Freue mich sehr auf Ihre Rücksprache zum Interview.

dankend

Dr. phil. Milena Rampoldi und Sarah Meyer von ProMosaik e.V.

 

 Dr. phil. Milena Rampoldi: Welche Aspekte führten Sie hauptsächlich dazu, als Jüdin an der Fassade des Regimes Israel zu zweifeln?

hecht-galinskiFrau Evelyn Hecht-Galinski: Schon als Jugendliche diskutierte ich mit meinem Vater, über die Religion und deren Instrumentalisierung. Ich störte mich daran, wenn auf Veranstaltungen in der Jüdischen Gemeinde oder im Jugendzentrum die jüdische Nationalhymne Hatikva gesungen wurde.

Da ich als deutsche Bürgerin jüdischer Religionszugehörigkeit diese totale Identifizierung mit dem „Jüdischen Staat“ nicht nachvollziehen konnte. Allerdings wurde ich so tolerant erzogen, dass ich mich früh in Richtung nicht-jüdische Umwelt orientierte!

Später, nach Besuchen im „Jüdischen Staat“ sah ich sehr früh die Arroganz der jüdischen Israelis gegenüber den „Arabern“/Palästinensern.

Ich fühlte mich nie wohl in Israel. Nach viel politischer Lektüre, natürlich besonders zum Thema Palästina/Israel, begann ich mit Leserbriefen an überregionale Zeitungen, wie SZ und F.A.Z., gegen die israelische Besatzungspolitik zu opponieren.

Ich wandte mich auch vehement gegen die Nachfolger meines Vaters, im Zentralrat der Juden in Deutschland. Mich stört besonders, dass gerade in Deutschland intellektuelle Medien so mit Doppelstandards arbeiten, wenn es um den Jüdischen Staat“ geht.

Momentan haben wir es mit einer Antisemitismusdebatte zu tun, die von Der „Israel-Lobby“ angeheizt wurde, um von den Verbrechen des „Jüdischen Staats“ abzulenken!

Damit soll jegliche Kritik an diesen Verbrechen als Antisemitismus abgestempelt werden.

Denn wer zu den Völkerrechtsverbrechen und Kriegsverbrechen  des „Jüdischen Staates“ gegen die Palästinenser schweigt, macht sich mitschuldig!

Dr. phil. Milena Rampoldi: Für mich sind Sie eine humanistische Antizionistin und Pazifistin. Wie sehen Sie eine mögliche Zusammenarbeit mit gläubigen jüdischen Antizionisten und welche Grenzen und Probleme bringt diese mit sich?

Evely Hecht-Galinski 1200 (2)Frau Evelyn Hecht-Galinski:

In der politischen Auseinandersetzung sollte der Glaube keine Rolle spielen. Wenn es um Menschlichkeit und Menschenrechtsverletzungen geht, dann ist doch der Maßstab die Charta der Menschenrechte, auf die sich die westlichen Demokratien immer so gerne berufen.

Unter den Verfassern waren unter anderem auch Juden und Muslime.

Aber weder die Politik des „Jüdischen Staates“,  noch die Foltermethoden der USA stehen damit im Einklang. Das wird unter anderem „religiös“ gerechtfertigt mit dem Kampf gegen den Terror  – George W. Bush hatte sich seinerzeit ausdrücklich auf seinen christlichen Auftrag berufen.

Es macht mich besonders zornig, wenn ständig der Islam als gewaltbereite Religion verunglimpft wird und das Judentum als friedfertig bezeichnet wird. Instrumentalisierung der Religionen und Gewalttätigkeit gibt es ja besonders im Alten Testament, auf das sich der „Jüdische Staat“ in seinen Gesetzten beruft.

Gerade der laufende Wahlkampf im „Jüdischen Staat“ zeigt im erschreckenden Mass die Instrumentalisierung des Judentums, der Siedler und der Politiker.

Nehmen sie z.B. Avigdor Lieberman de, israelische Außenminister, der die Köpfung von „illoyalen Arabern“ in Israel fordert.
IS=ISRAEl?

Warum wird sich darüber nicht aufgeregt? Oder wenn wie gerade wieder rassistische Rabbiner im Jüdischen Staat“ zur Ermordung von Palästinensern und der Zerstörung von Gaza aufrufen.

Die Islamophobie in Deutschland hat durch verschiedene Publizisten und Medien ein erschreckendes Ausmaß angenommen, das dann zu Pegida und ähnlichen islamfeindlichen Auswüchsen anwächst. Warum müssen sich Muslime für Extremisten in ihren Reihen entschuldigen oder sich distanzieren? Haben sie schon einmal erlebt, dass sich jüdische Bürger, Funktionäre von den Verbrechen des „Jüdischen Staates“ distanzieren, oder christliche Bürger sich von den Drohnenangriffen, oder anderen Verbrechen?

 

Wenn der Glaube  in den Vordergrund tritt, ist eine politische Auseinandersetzung schwer zu führen. Das genau ist auch das Ziel derer, die eigentlich ganz andere Absichten verfolgen, als westliche Werte oder ihre Religion zu verteidigen.

Es sind aber Menschen, die getötet werden, in Palästina waren darunter viele Kinder, Frauen, Zivilisten, die grässlich verstümmelt wurden oder ums Leben kamen.

Gerade erst beim letzten Angriff der „Jüdischen Verteidigungsarmee“ im letzten Gaza Massaker, wo über 2600 Palästinenser ihr Leben lassen mussten! Darüber muss man nicht nur reden, das muss gestoppt werden. Gaza ist ein Konzentrationslager und die Abrieglung durch den „Jüdischen Staat“ und Ägypten muss sofort beendet werden! Die illegale Besatzung sowie die Annektion von Ost- Jerusalem muss sofort beendet werden

Dr. phil. Milena Rampoldi:

Wie denken Sie kann man die Gehirnwäsche der Israelis am besten bekämpfen?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Was die Israelis im „Jüdischen Staat“ tun, kann man eigentlich gar nicht bekämpfen. Dort werden schon in Kindergärten und Schulen die Kinder für die Armee begeistert.

Man kann immer nur Aufklärung leisten und warnen, wenn die Israel Lobby wieder eine Medienkampagne fährt – was sie eigentlich fortwährend macht.

Das Internet ist in der Tat eine Möglichkeit, der Propaganda entgegen zu wirken. Die meisten der deutschen Bürger sind misstrauischer gegenüber den herkömmlichen Medien geworden und informieren sich lieber selbst.  Wie sagte schon Kurt-Tucholsky: „Lügen ist ihr Geschäft“!

Meine Kommentare vom Hochblauen erscheinen regelmäßig in der NRhZ und verschiedenen anderen Internetmagazinen, sowie seit letztem Jahr auf meinem eigenen Blog, der Sicht vom Hochblauen.

Das Interesse der Leser zeigt, wie hoch das Misstrauen mittlerweile sein muss, und dass sehr viele Menschen mit der Unterstützung des  „Jüdischen Staates“  durch die Bundesregierung nicht einverstanden sind. Genauso wie sie die Hetzkampagnen gegen Putin und Russland ablehnen.

Dr. phil. Milena Rampoldi:

Warum haben Sie den Titel DAS ELFTE GEBOT für Ihr Buch gewählt?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Weil es 10 Gebote gibt, die durch den „Jüdischen Staat“ instrumentalisiert werden, da dieser das Judentum, also die Religion für politische, zionistische Ziele missbraucht.

Israel darf alles!

Israel will alles nur keinen Frieden!

 

Dr. phil. Milena Rampoldi:

Wenn Sie das wundervolle Buch DAS ELFTE GEBOT in 5 Sätze fassen müssten, welche wären diese?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Ich habe versucht mit der Zusammenfassung meiner Artikel, die Leser anhand von Fakten aufzuklären und ihnen die Ungerechtigkeit des Vorgehens der „Jüdischen Besatzungsmacht“ gegenüber den Palästinensern aufzuzeigen, um sich so von Vorurteilen und falscher Propaganda zu befreien.

 

Dr. phil. Milena Rampoldi:

Welche wären für Sie die Pfeiler einer antizionistischen, humanistischen Erziehung für die israelische Jugend heute?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Darüber muss man sich keine Gedanken machen, es wäre schon ein Anfang, wenn die Schulbücher im „Jüdischen Staat“  auch über die Nakba und die ethnische Säuberung von den Palästinensern aufklären würden. Die Professorin Nurit  Pellet, hat das Zerrbild Palästina untersucht. Ihr Werk: „Palästina in den Schulbüchern“ gehört in jede israelische Schulklasse.https://www.freitag.de/autoren/joachim-petrick/palaestina-in-israelischen-schuldbuechern

Dr. phil. Milena Rampoldi:
Wie stark glauben Sie hängen Zionismus und Waffenlobbys heute zusammen?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Das sind zwei sich gegenseitig bedingende Geschäftsmodelle – bei jedem Krieg in Gaza kann das Kriegsgerät der erfolgreichen israelischen Waffenindustrie unter authentischen Bedingungen getestet werden – bessere Argumente für den Verkauf in alle Welt kann man gar nicht liefern.

Mit dieser Meinung stehe ich übrigens nicht alleine da, sondern auch hier wird darüber berichtet:

http://www.aljazeera.com/indepth/features/2013/08/201381410565517125.html

http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-12/israel-waffengeschaefte-gaza

Dr. phil. Milena Rampoldi: Sie nennen Netanyahu einen „historischen Fehler“.  Was unterscheidet ihn besonders von seiner Vorgängern?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Eigentlich nur sein aggressiveres Auftreten. Ansonsten macht er das, was alle seine Vorgänger auch schon taten. Sie waren korrupt, trieben die Besiedelung Palästinas voran und instrumentalisierten den Holocaust für ihre menschenverachtende Politik.

Dr. phil. Milena Rampoldi: Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Nahen Ostens und seine Kinder?

Frau Evelyn Hecht-Galinski:

Frieden und  einen Staat, eine palästinensische Regierung, die die Interessen ihrer Bevölkerung vertritt. Ein Palästina ohne Besatzung, ohne korrupte Regierung. Etwas was ich wohl nicht mehr erleben werde!

Als Deutsche mit jüdischen Wurzeln, sehe ich mich verpflichtet, mich dort einzumischen.


 

Und hier noch einige Links für den Anhang:

http://www.badische-zeitung.de/ausland-1/wir-deutsche-sind-verpflichtet-uns-einzumischen–88690761.html

http://www.muslim-markt.de/interview/2012/hecht-galinski.htm

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=20839

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/rechtsstreit-was-darf-eine-juedin-in-deutschland-gegen-israel-sagen-1681936.html


 

Vielen Dank an Promosaik für das Interview: promosaik-ev-interviewt-die-autorin.html 

für eine Banküberweisung finden Sie die Kontonummer im Impressum
Opposition 24 unterstuetzen
Ihre Email Adresse:

Hinweis zu den Kommentaren

Kommentare geben nicht die Meinung der Redaktion wieder!
Redaktion
Über Redaktion 5304 Artikel
Frisch aus der Redaktion

1 Kommentar

Kommentare sind deaktiviert.