Foto: O24

Kaum stehen Wahlen an, rufen wieder etliche Protagonisten zum Wahlboykott auf. Dazu die immer gleichen Standardsprüche, wie diesen hier: „Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten“. Das Zitat stammt nicht von Tucholsky, wie gerne behauptet wird, auch nicht von Mark Twain oder Emmy Goldman. Wie man auf Falschzitate erfährt, kam der Spruch erst in den Siebziger Jahren in Mode und soll von einem unbekannten Graffiti-Künstler verbreitet worden sein. Über den ideologischen Hintergrund muss man aufgrund des Jahrzehnts nicht weiter mutmaßen. Man denke nur an die „Frankfurter Schule“ und ähnliche demokratiefeindliche Gruppierungen.

Andere Argumente gegen den Sinn von Wahlen lauten, dass erstens „sowieso alles gefälscht wird“ und zweitens, dass man damit „das kriminelle System legitimiert“. Letzteres wird häufig falsch geschrieben, z.B. „ligitimiert“ oder „liegitimiert“ – oft auch begleitet von lustigen Vokabeln, wie „defamiert“ und „illegitiem.“ Ganz so falsch sind die Gedankengänge nicht immer, aber selbst bei einer Wahlbeteiligung von 7 Prozent oder noch weniger, würden sich die „Wahlsieger“ ihre Mandate schnappen und das fortsetzen, was ihre Vorgänger begonnen haben: Das Volk ausplündern, Steuern erhöhen, Gesetze verschärfen, weitere Probleme schaffen, um für den nächsten Wahlkampf mit einfachen Lösungsvorschlägen aufwarten zu können. Erst wenn die Volksseele kocht, beginnen weise Führer auf das Volk zu hören, weil ihnen sonst der Laden um die Ohren und möglicherweise der Kopf von den Schultern fliegt.

Die sogenannten „Europa-Wahlen“ sind noch mehr eine Farce als die Parlamentswahlen in den EU-Staaten. Das „EU-Parlament“ hat nichts zu sagen, maßgeblich sind die EU-Kommission und die über 20.000 Lobbyisten, die in Brüssel ihr Unwesen treiben. Mehr als ein Zeichen setzen kann der Wähler also nicht. Und dennoch trauen sich viele nicht, eine der „rechtspopulistischen“ Parteien zu wählen. Warum die ganze  Propaganda gegen die „Neue Rechte“, wenn es sich sowieso nur um ein Spiel handelt? Kann es sein, dass aus dem großen Spaß für die Selbstbediener langsam Ernst geworden ist und sie deshalb die neuen Spielkameraden auf Teufel komm raus aus dem Sandkasten vertreiben wollen? Wenn Ja, dann hat man eine Option bei den anstehenden Wahlen. Da sie angeblich sowieso nichts ändern, kann man auch ruhigen Gewissens sein Kreuzchen bei der AfD machen, oder?


Fun Fact: Der „Spiegel“ – wen wundert’s, bedient sich gerne falscher Zitate, um die Deutschen und ihre Geschichte lächerlich zu machen: „‚Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung“ – Kaiser Wilhelm II hat das nicht gesagt, sondern: „Die Socialdemokratie betrachte ich als vorübergehende Erscheinung. Die wird sich austoben.“ Quelle

 

Werbeanzeigen