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Der Datenschutzbeauftragte der Bundesregierung, Ulrich Kelber, hat vor Facebooks geplanter digitaler Kryptowährung Libra gewarnt. „Ein Konzern, der über solch riesige Datenmengen verfügt, sollte nicht noch über Details unseres Zahlungsverhaltens verfügen“, sagte Kelber dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Donnerstag-Ausgabe). „Wir sind da auch schon im Gespräch mit den anderen Datenschutzaufsichtsbehörden, aber auch mit Behörden der Finanzaufsicht und des Wettbewerbsrechts.“ Facebook habe zwar versprochen, die Transaktionsdaten nicht mit anderen Daten zusammenzufassen. Aber: „Wenn wir vom Wohlwollen Facebooks abhängig sind, würde ich davon abraten, darauf zu vertrauen“, sagte Kelber. Bereits bei der Zusammenlegung von Facebook und Whatsapp habe sich das Unternehmen nicht an seine Zusagen gehalten. Der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) stellte der Bundesdatenschutzbeauftragte ein Jahr nach ihrem Inkrafttreten ein positives Zeugnis aus: „Unternehmen und Behörden beschäftigen sich viel mehr mit Datenschutz. Auch die Bürgerinnen und Bürger nehmen ihre Rechte bewusster wahr und werden sensibler.“ Seit die DSGVO angewendet werde, habe sich die Zahl der Datenschutz-Beschwerden, die seine Behörde erreichten, verdreifacht „und ein Abflauen ist nicht festzustellen“, sagte Kelber.

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