Vor 36 Jahren, am 25. April 1983 sorgte der „Stern“ für eine Sensation. Stolz verkündete man den Besitz der „Hitler-Tagebücher“. Nicht mal zwei Wochen später flog der Schwindel auf. Die „Hitler-Tagebücher“ waren eine dreiste und sehr schlecht gemachte Fälschung. Dazu bedurfte es sogenannter Experten. Dabei hätte der grobe Patzer mit den Initialen „A.H.“ auf dem Einband der vermeintlichen Tagebücher jedem Volksschüler auffallen müssen.

Fälscher Kujau besaß nämlich nicht alle Schrifttypen der verwendeten Schriftart Engravers Old English normal und verwendete einfach das gotische F statt dem A. 1983 gab es noch genügend Menschen, die neben der lateinischen auch noch die deutsche Schrift in der Schule erlernt hatten. Ebenso hätte den Experten bekannt sein müssen, dass die Nationalsozialisten Frakturschriften verboten hatten, weil sie diese nicht für zeitgemäß und revolutionär genug hielten. Laut Goebbels betrachteten sich die Nazis als die „avantgardistische Linke“ und verachteten das „rechte Besitzbürgertum.“

Seit damals hat sich an der Qualitätssicherung in der Qualitätspresse nicht viel verbessert, sonst wären Namen wie „Relotius“ wohl kaum in den allgemeinen Sprachgebrauch eingegangen. Lügenpresse bleibt eben Lügenpresse!