Wahl zum AfD-Bundessprecher: Ein Überraschungsgast tritt an

Nicolaus Fest / Screenshot Youtubekanal

Die AfD hält ihren  nächsten Parteitag mit Neuwahl des Bundesvorstandes vom 17.-19. Juni 2022 in Riesa ab. Bekanntlich ist die Partei in die Problemzone gerutscht und aus dem Landtag  Schleswig-Holstein 2021 wieder herausgeflogen. Dort hatte sie ein beispielloses öffentliches Dauergeharke geboten, das man als Wähler nur mit Rausschmiss quittieren konnte. In NRW kratzte sie in diesem Jahr zwar nicht ab, aber knapp die 5% – Hürde. Sie hatte sich eine politische Perversion geleistet, die die Spitze im deutschen Parlamentarismus  markiert: Ihr  schillernder Landesvorsitzender Pretzell verließ – nach Mandatsannahme – die Partei und mutierte zum wortmächtigsten Gegner der AfD, speziell am Rednerpult des Landtages.

Die Medien und übrigen Parteien wussten  nicht, worüber sie sich stärker wundern sollten, über so eine abgefahrene Partei oder über den unerwarteten Kritikaster. Dass die AfD der wildeste dem Verfasser bekannt gewordene politische Haufen ist, hat er hier und hier dargelegt. Die Hoffnung stirbt zuletzt (in Goethes Faust ist es die Geduld) und so setzen Unentwegte neue Hoffnung in einen neuen Vorstand – eine Hoffnung, die seit Gründung der Partei in Bund und westdeutschen Landesverbänden zuverlässig Seifenblasencharakter hatte. 

Könnte dieser neue Kopf es raffen?

Aktuell taucht eine Bewerbung für einen Sprecherposten auf, die man nicht gerade als leichtgewichtig bezeichnen kann: Nicolaus Fest. Der Jurist und frühere Vize-Chefredakteur der „Bild am Sonntag“, der sich dort mit einem Islamismus-kritischen Kommentar unbeliebt gemacht hatte, kann auf jeden Fall formulieren und in Diskussionen die Oberhand behalten. Anders als bisher, legt er eine Regionen- und Strömungs-nahe Liste für den Vorstand vor, deren Leute er für miteinander arbeitsfähig hält. Ob so etwas klappt, steht in den Sternen. Andererseits: Es muss klappen – egal, ob mit oder ohne Nicolaus Fest, sonst sind die Partei Geschichte und unser Land kaputt.


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10 Kommentare

  1. Sie brauchen Inhalte! Es reicht nicht gegen alles zu sein, aber selbst keine Ahnung zu haben wie es besser geht. Und halbgare Anträge einzubringen, bedeutet nicht ein Konzept zu haben. Und das mittlerweile mehrere Jahre alte Parteiprogramm reisst auch nix mehr.

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  2. Fest ist kein Salvini und auch kein Orban, mith
    in keiner, der die Massen begeistern kann.

    Abgesehen davon ist mit der AfD in derzeitiger Verfassung kein Blumentopf zu gewinnen. Das liegt vor allem daran, dass die Apparatschik-Möchtegern-Karrieristen aus den Westverbänden allesamt nur auf gut dotierte Abgeordnetenpöstchen aus sind, aber im übrigen nichts auf die Kette kriegen und niemanden wirklich anzusprechen vermögen. Genau genommen sind das alles verkappte CDUler und FDPler, aber keine Patrioten.

    Mit denen ist Deutschland verloren. Die Ostverbände sind zwar erfolgreicher, aber eben zu schwach, um sich in der Gesamtpartei maßgeblich durchzusetzen.

    Alles in allem ist das eine sehr PREKÄRE Situation, und ich sehe NICHT, wie sich die AfD unter diesen Umständen weiterhin als patriotische ALTERNATIVE empfehlen will ?

    Ich wünschte, es wäre anders.

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  3. Wirklich nur besch … , wenn angeblich Oppositionelle die destruktive Zweckpropaganda der Altparteien übernehmen, die die AfD aussen vor halten und diffamieren soll.
    Das schlechtere Abschneiden der AfD hängt wesentlich mit dem gezielten Ignorieren der vernünftigen Beiträge von AfD-Politikern und mit der ständigen Verleumdung der Partei zusammen, ausserdem sehe ich massive Anzeichen von Wahlfälschung.

    Die kritisierten Flügelkämpfe und Auseinandersetzungen der AfD halte ich jedenfalls für demokratischer und sympathischer als die gleichgeschaltete Einheitsmeinung in der SPDCDUGRÜNEFDPLINKE-Einheitspartei Germanistans.

    Solange es keine bessere Partei gibt mit realer Aussicht in die Parlamente zu kommen, werde ich AfD wählen, weil jede Stimme für die AfD die korrupten Altparteienschranzen stört und ärgert.
    Die Nichtwähler, alle nicht für die AfD abgegebenen Stimmen stärken die reGIERenden Altparteien, die dabei sind, nicht nur die Demokratie abzuschaffen, sondern auch unser Land komplett zu zerstören.

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    1. Das schlechte Abschneiden der AfD hängt nicht nur von den widrigen äußeren Einflüssen ab, die sie benannt haben, sondern hauptsächlich von der Unterwanderung der Partei mit U-Booten, Verfassungsschutzspionen, aalglatten Karrieristen und Mainstream-Konformisten, sowie fehlendenIntegrationsfiguren mit Charisma. Hinzu kommen massive politische FEHLER, z.B. jüngst bei der Abstimmung über Waffenlieferungen für den PENIS-Clown in Kiew, aber auch das üble Herumgeeiere bei Corona und anderen wichtigen Fragen.
      Es handelt sich keineswegs um übliche bzw. gewöhnliche Flügelkämpfe, innerhalb einer – sich in elementaren Dingen einigen – Partei , sondern um elementare Grundsatzfragen, bei denen es praktisch keinen wirklichen Konsens geben kann und darf. Genau da liegt der Hase im Pfeffer, und es ist nicht absehbar, wie diese Fragen zufriedenstellend gelöst werden sollen?

      Im Grunde müsste sich die Partei in Ost und West aufspalten. Dann können die konformistischen West-Afdler sich weiterhin der CDU anbiedern, und die Ost-AfDler können Politik für die Patrioten und Deutschland machen.

      Genau DAS ist die Lage im Schützengraben. Die von ihnen bemühte Vogel-Strauss-Methode samt Durchhalteparolen hilft am Ende niemandem, schon gar nicht den echten Patrioten, weil das am Kernproblem vorbei geht.

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      1. Genau so ist es. Über eine gesamtdeutsche AfD ist die Zeit hinweggegangen. Wahrscheinlich auch über den Verbleib der mitteldeutschen Länder in der Bundesrepublik Deutschland. Man sehe sich nur den Wahlerfolg der FREIEN SACHSEN an. In deren Programm und Redebeiträgen ist von Autonomie oder Austritt Sachsens aus der „Berliner Republik“ die Rede. Und das historische SACHSEN war grösser als das jetzige Bundesland.

  4. Uff uff uff … schön und gut was er sagt, allerdings gehört er eigentlich zum Meuthen-Lager und dass dieser (Meuthen) z.B. auf dem Flügel-Treffen gaaaanz anders geredet- als er später gehandelt hat, ist wohl hinlänglich bekannt.
    Ich mag ihn und wünsche ihm wirklich alles Gute, aber spüre gleichzeitig ein komisches Grummeln in der Magengegend.

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  5. Ich habe übrigens bei „Flinten-Muschi“ (wirklich niveauvoller Name) aus Versehen auf Daumen hoch gedrückt und kann das leider nicht mehr rückgängig machen.
    Nachdem ich die anderen Kommentare gelesen habe, will ich klar betonen dass es zur AfD KEINE Alternative gibt inkl nicht zu Wählen.

    1. Flinten-Muschi bedankt sich artig für ihre niveauvolle Analyse Diese ist wie immer außerordentlich weitsichtig und humorvoll, weshalb es einen Daumen hoch extra gibt. Hätte gerne noch ein weiteres niveauvolles Däumchen dazu gepackt,

      1. Verteilen Sie in der Wahlkabine ihre aufrechten Däumchen auch so humorvoll und weitsichtig an die NED ?

Kommentare sind geschlossen.