Warum der AfD-Vorsitzende Meuthen scheitern musste

Jörg Meuthen / Foto: O24

Der Rücktritt des AfD-Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen und sein Austritt aus der Partei sind der Schlusspunkt einer Entwicklung, die seit Jahren vorhersehbar, konsequent und unvermeidlich war. Offenbar hat die Partei einen unsichtbaren Mechanismus, der fast alle scheiternden Amtsträger und -bewerber sauber nacheinander die Phasen „Überschwang > Abkühlung > Austritt > Nachtritt und Selbstentblödung“ absolvieren lässt. Das galt sowohl für Parlamentskandidaten, die bis zur Ergatterung des Mandates samt des vielen Geldes alle Treueschwüre auf Partei und Programm vorgetragen hatten, kurz nach der Wahl aber genau das Gegenteil behaupteten und – stets Geld und Mandat behaltend – austraten, ebenso wie für viele Kandidaten und für alle Vorsitzenden. 

Meuthen ist ein besonderer Fall, weil er sich als fachlich versierter Sympathieträger noch in der Bundespartei oben halten konnte, als die Unterstützung im eigenen Landesverband schon weitgehend weggebrochen war – proudly engineered by Weidel . Es reichte noch für einen letzten Sprung nach Brüssel. Dass der Aufschlag dort ohne politische Wiederkehr verlaufen würde, war den meisten Insidern – außer Meuthen – klar. Denn wenn es im politischen Hexenkessel Berlin tobt, der Vorsitzende aber über Jahre im Ausland residiert, kann das nichts werden.

Meuthen sah die Allparteien-Mauer aus Beton, Stahl und blankem Hass nicht

Dem Herrn Professor  war offenbar nicht gewärtig, dass sich die AfD seit dem Unterschriftensammeln zu ihrer Gründung einer geballten Ablehnungs- und medialen Wegmanipulationsfront gegenüber sah, die der Gründungsvorsitzende Professor Lucke bis zum Fast-Einzug in den Bundestag im Jahre 2013 einigermaßen moderieren konnte. Danach wurde Meuthen erst Parteimitglied. Die Ablehnungsfront der übrigen Parteien gegen die AfD verhärtete sich über die Jahre und wurde nach deren Bundestagseinzug 2017 zu einer Mauer aus Stahl, Beton und blankem Hass, die die Staatsfunker- und Medienmanipulateure dadurch sicherten und verstärkten, dass sie die Partei aus fast allen Talkshows wegmanipulierten und selektiv Negativmeldungen nach vorn lancierten. Es gab seitens der übrigen Parteien als kleinste Münze ausschließlich 40 cm-Langrohr-Breitseiten gegen die AfD, die dennoch nicht absoff.

Meuthen wurde zum gescheiterten Exponenten der Infantilpolitik


Und hier kamen die entscheidende und unverzeihliche politische Naivität und Fehleinschätzung durch den Vorsitzer Meuthen fatal zur Wirkung: Meuthen glaubte, mit Teilen dieser bösartigen Maginot-Linie sogar koalieren zu können! Er wähnte, die Partei „anschluss- und regierungsfähig“ für diese Leute machen zu müssen, die von morgens bis abends nichts als Beschimpfungen gegen die AfD twitterten und absetzten. Eine derart irreale Fehlanalyse passte zwar zum politischen Gegner mit seiner Infantilpolitik, der naive Kinder- und unbedachte Teen- und Tweneinfälle mit dem wirtschaftlich-finanziellen Ruin Deutschlands zu verbinden sucht, hätte aber einem halbwegs versierten Politiker nicht in den Sinn kommen dürfen. Das Festhalten am völlig entlegenen Ziel einer Koalitionsfähigkeit führte zu Meuthens politischem Ende, das die Partei sonst hätte setzen müssen, worauf alle Zeichen deuteten.

Meuthen jetzt ein Aussteiger – etwa aus dem trojanischen Pferd?

Wenn Meuthen jetzt die Reihe der traurigen und gescheiterten Vorsitzer-Gestalten namens Lucke, Adam, Petry, Pretzell usw. in deren Renegaten-Sinne fortsetzen sollte, wäre das trojanische Pferd perfekt. Der Herr Haldenzwang bräuchte die obligate Selbstbezichtigung und Gehirnwäsche nach chinesischem Gusto nur noch abzuwarten und könnte den Gewendeten dann als eine Art General Paulus gegen die eigenen Leute in Betrieb nehmen.

8 Kommentare

  1. Wenn er eine Parteigründung in Erwägung zieht, dann sollte er sich das Schicksal seiner Vorgänger, Lucke und Petry, ansehen. Sie waren beide nicht sehr erfolgreich. Vielleicht ist sein Platz doch in einer Altpartei, oder er bleibt parteilos.

  2. Sehr treffender Artikel. Besonders eine Meuthen-Rolle als Trojanisches Pferd sollte im Auge behalten werden.

  3. Wer sich dem „politisch-korrekten“ Verlogenheits-Sprech der Altparteien-Verbrechensorganisationen mit ihrem Schutzpatron Haldenzwang unterwirft, kann keinen Blumentopf gewinnen.
    Man muss dem Volk aufs MAUL schauen und die Dinge so formulieren, wie das Volk das auch am Stammtisch tut. Denn nur dies ist authentisch. Eric Zemmour ist in Frankreich auf dem richtigen Weg. Selbst die politisch aktive Nichte von Marie Le Pen unterstützt IHN, nicht aber Marie Le Pen. Auch die Letztgenannte laviert seit Jahren ziemlich ambivalent, zwischen Fundamentalopposition und Ich-will-jetzt-aber-mal-mitspielen. Das funktioniert so jedoch nicht.
    Ein echter Volkstribun MUSS sich entscheiden und KLARE KANTE zeigen, ohne Rücksicht auf Verluste. ALLES ODER NICHTS. Anders gewinnt man eben keinen Blumentopf. Für Meuthen war das definitiv eine Nummer zu groß, oder zwei oder drei.

    Die AfD braucht eine Leitfigur. die eine Mischung aus Salvini, Zemour, Höcke, Curio und Brandner darstellt, wenn das was werden soll. All die Karrierepfosten, die sich quasi als eine Ersatz-CDU-FDP betrachten, schaden der Sache extrem und schaffen bei Wahlen – wenn überhaupt – mit Ach und Krach 5 %. Wenn die Menschen CDU toll finden, dann wählen sie gleich CDU, und nicht AfD.

    • Der beste Mann in der AfD ist Alice Weidel, scharfer Verstand und super Reden!
      Die anderen Genannten sind auch gut ! Auch Hess, Baumann, v. Storch, Böhringer, Hilse, die AfD hat sehr viele gute und qualifizierte Leute. Das ist ein krasser Gegensatz zu dem Dilettanten-Stadel der Altparteien.

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  4. Sehr gute Analyse der Gründe, warum Meuthen gehen musste.
    Er ist ein gescheiter Kopf und hat treffende und witzige Reden gehalten.
    Sein grosser Irrtum war aber tatsächlich, man könne und müsse die AfD irgendwie für die Altparteien und für die korrupte Mainstream-Presse akzeptabel machen.
    Vorher friert die Hölle zu, vor das Blockparteien-Kartell eine neue starke Kraft, erst recht eine, die der Parteien-Allmacht mit Direkter Demokratie droht, an den Diäten-Fleischtöpfen akzeptiert und die politische Konkurrenz fair behandelt !

    Unverzeihlich und eigentlich ein Grund für sofortigen Rausschmiss wegen parteischädigenden Verhaltens war seine öffentliche Kritik auf dem letzten Parteitag und auf der Pressekonferenz nach der Bundestagswahl.
    Wenn man seiner Partei nicht schaden will, kritisiert man erforderlichenfalls intern und NICHT öffentlich, wenn eine gehässige, mit der politischen Konkurrenz verfilzte und gekaufte Presse nur darauf lauert, sogar die kleinste Mücke zum riesigen Ungeheuer aufzublasen !

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  5. Treffend analysiert. Bin mal gespannt, ob der Haldenwang den Meuthen umdrehen kannn, so wie man das mit Spionen ja auch macht …

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  6. Es bleibt zu hoffen, dass Meuthen anderen zwielichtigen Gestalten bis hinunter auf die Kreisebene Vorbild ist.

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