
Der Rücktritt des AfD-Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen und sein Austritt aus der Partei sind der Schlusspunkt einer Entwicklung, die seit Jahren vorhersehbar, konsequent und unvermeidlich war. Offenbar hat die Partei einen unsichtbaren Mechanismus, der fast alle scheiternden Amtsträger und -bewerber sauber nacheinander die Phasen „Überschwang > Abkühlung > Austritt > Nachtritt und Selbstentblödung“ absolvieren lässt. Das galt sowohl für Parlamentskandidaten, die bis zur Ergatterung des Mandates samt des vielen Geldes alle Treueschwüre auf Partei und Programm vorgetragen hatten, kurz nach der Wahl aber genau das Gegenteil behaupteten und – stets Geld und Mandat behaltend – austraten, ebenso wie für viele Kandidaten und für alle Vorsitzenden.
Meuthen ist ein besonderer Fall, weil er sich als fachlich versierter Sympathieträger noch in der Bundespartei oben halten konnte, als die Unterstützung im eigenen Landesverband schon weitgehend weggebrochen war – proudly engineered by Weidel . Es reichte noch für einen letzten Sprung nach Brüssel. Dass der Aufschlag dort ohne politische Wiederkehr verlaufen würde, war den meisten Insidern – außer Meuthen – klar. Denn wenn es im politischen Hexenkessel Berlin tobt, der Vorsitzende aber über Jahre im Ausland residiert, kann das nichts werden.
Meuthen sah die Allparteien-Mauer aus Beton, Stahl und blankem Hass nicht
Dem Herrn Professor war offenbar nicht gewärtig, dass sich die AfD seit dem Unterschriftensammeln zu ihrer Gründung einer geballten Ablehnungs- und medialen Wegmanipulationsfront gegenüber sah, die der Gründungsvorsitzende Professor Lucke bis zum Fast-Einzug in den Bundestag im Jahre 2013 einigermaßen moderieren konnte. Danach wurde Meuthen erst Parteimitglied. Die Ablehnungsfront der übrigen Parteien gegen die AfD verhärtete sich über die Jahre und wurde nach deren Bundestagseinzug 2017 zu einer Mauer aus Stahl, Beton und blankem Hass, die die Staatsfunker- und Medienmanipulateure dadurch sicherten und verstärkten, dass sie die Partei aus fast allen Talkshows wegmanipulierten und selektiv Negativmeldungen nach vorn lancierten. Es gab seitens der übrigen Parteien als kleinste Münze ausschließlich 40 cm-Langrohr-Breitseiten gegen die AfD, die dennoch nicht absoff.
Meuthen wurde zum gescheiterten Exponenten der Infantilpolitik
Und hier kamen die entscheidende und unverzeihliche politische Naivität und Fehleinschätzung durch den Vorsitzer Meuthen fatal zur Wirkung: Meuthen glaubte, mit Teilen dieser bösartigen Maginot-Linie sogar koalieren zu können! Er wähnte, die Partei „anschluss- und regierungsfähig“ für diese Leute machen zu müssen, die von morgens bis abends nichts als Beschimpfungen gegen die AfD twitterten und absetzten. Eine derart irreale Fehlanalyse passte zwar zum politischen Gegner mit seiner Infantilpolitik, der naive Kinder- und unbedachte Teen- und Tweneinfälle mit dem wirtschaftlich-finanziellen Ruin Deutschlands zu verbinden sucht, hätte aber einem halbwegs versierten Politiker nicht in den Sinn kommen dürfen. Das Festhalten am völlig entlegenen Ziel einer Koalitionsfähigkeit führte zu Meuthens politischem Ende, das die Partei sonst hätte setzen müssen, worauf alle Zeichen deuteten.
Meuthen jetzt ein Aussteiger – etwa aus dem trojanischen Pferd?
Wenn Meuthen jetzt die Reihe der traurigen und gescheiterten Vorsitzer-Gestalten namens Lucke, Adam, Petry, Pretzell usw. in deren Renegaten-Sinne fortsetzen sollte, wäre das trojanische Pferd perfekt. Der Herr Haldenzwang bräuchte die obligate Selbstbezichtigung und Gehirnwäsche nach chinesischem Gusto nur noch abzuwarten und könnte den Gewendeten dann als eine Art General Paulus gegen die eigenen Leute in Betrieb nehmen.


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8 Kommentare zu „Warum der AfD-Vorsitzende Meuthen scheitern musste“