Dammbruch oder Durchbruch? EU-Kommission kündigt Verbot der Käfighaltung sämtlicher Nutztiere an

Ab 2027 will die EU-Kommission die Käfighaltung für Nutztiere abschaffen. Ich will ehrlich sein. Als junger Mann, ganz zu Beginn meines Vegetarierdaseins, hätte ich ein solches Verbot gefeiert. Inzwischen sehe ich das anders. 

Aber schauen wir uns doch erst einmal an, wie es dazu gekommen ist:

Die Europäische Bürgerinitiative (EBI) „End the Cage Age“ startete am 11. September 2018. Sie wird von 170 NGOs aus ganz Europa getragen und sammelte innerhalb von zwölf Monaten 1,4 Millionen validierte Unterschriften aus 18 EU-Mitgliedsstaaten. Um eine Antwort von der Kommission zu erhalten, benötigt eine EBI eine Million Unterschriften aus sieben Mitgliedsstaaten, so kann man es der Pressemeldung der Albert Schweitzer Stiftung entnehmen.

Die EU zählte 2020 noch 448 Millionen Einwohner, vor dem Austritt der Briten waren es 513,5 Millionen. Wie viel Prozent der Einwohner haben nun mitgezeichnet? Die Antwort ist ernüchternd. Ohne Großbritannien kommt man per einfachem Dreisatz auf 0,3125 Prozent. Ehrlicherweise müsste man dann die Stimmen britischer Bürger abrechnen. Der Anteil ist mir leider nicht bekannt und man kann fast sicher sein, dass das für das Erreichen der erforderlichen Stimmen keine Auswirkungen mehr hatte. Legt man die höhere Einwohnerzahl inklusive Großbritannien zugrunde, kommt man auf 0,2726 Prozent. Von einer überwältigenden Mehrheit kann wohl kaum eine Rede sein. Hier ging es nicht um einen Volksentscheid wie in der Schweiz, sondern nicht mehr als eine Petition, wie sie in Deutschland alle Nase lang abgeschmettert wird. Aber die NGOs tun so, als hätte eine Mehrheit plötzlich ihr Herz für Tiere entdeckt. Die EU-Kommission suhlt sich in der herbeigeredeten Volksnähe, nicht, weil sie irgendeinen Bürgerwillen umsetzen will, sondern weil es in den Green Reset passt. Eigentlich hätte es gar keiner Bürgerinitiative bedürft, denn die Kommission schaltet und waltet auch sonst ganz nach Belieben, vielmehr handelt es sich um eine PR-Aktion. Aber das Ergebnis sollte doch zählen, wenn man Vegetarier ist, oder?

Mich hat die letzten dreissig Jahre niemand gezwungen, Fleisch zu essen. Über die Gründe, warum ich so lebe, möchte ich an dieser Stelle kein weiteres Wort verlieren, denn es sind meine Gründe und genauso halte ich es mit den Fleischessern. Es ist ihre Sache, mir steht kein Urteil darüber zu. Und ganz sicher sind sich die meisten Leute darüber einig, dass die Massentierhaltung ein schmutziges Geschäft ist und man mit Tieren nicht so umgehen sollte, wie ist derzeit der Fall ist. „Nachhaltiges“ Fleisch und „Bio-Gemüse“ sind aber eine Frage des Geldbeutels. Noch ist der Tisch reichlich gedeckt, obwohl es immer mehr Obdachlose und Bedürftige gibt, die ohne die ehrenamtlichen „Tafeln“ nicht mehr auskommen. Und unsere Regierungen tun aktuell alles dafür, dass sich das Heer der Besitzlosen weiter vergrößert. Wie sollen diese Millionen Mäuler gestopft werden, wenn die industrielle Nahrungsmittelproduktion zurückgefahren wird und Bio-Flächen und faire Tierhaltung nicht annähernd den Bedarf decken können? Ohne eine drastische Bevölkerungsreduktion ist das kaum denkbar. Das gilt aber noch als Verschwörungstheorie, noch … 

Aber nein, was lese ich bei Markus Gärtner?

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) veröffentlichte am 15. Juni einen Beitrag mit der Überschrift „Bye, bye, baby.“ Es greift damit ein Thema auf, das der IWF auch gerne behandelt. Das WEF weist darauf hin, dass in vielen Ländern die Geburtenraten schon stark gesunken sind. „Weniger Leute sind gut für das Klima“ heißt es dort gegen Ende des Blog-Eintrags. 

https://www.youtube.com/watch?v=3GI_KjpqB2s&t=40s