Die Schweiz hatte auf einen milden Zolldeal mit Donald Trump gehofft – jetzt drohen 39 Prozent Strafzoll. Die Verhandlungen sind geplatzt – und die Eidgenossenschaft steht plötzlich als Zöllesel Europas da.
Wochenlang herrschte in Bern Optimismus: Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter war sich sicher, sie habe „den Zugang zu Trump gefunden“. Doch kurz vor Fristende folgte die eiskalte Dusche: Das Weiße Haus veröffentlichte eine Strafzoll-Liste – die Schweiz ganz oben, mit satten 39 Prozent. Zum Vergleich: Die EU kommt mit 15 Prozent davon.
Donald Trump, der amtierende US-Präsident, beruft sich auf ein Handelsdefizit – und ignoriert dabei konsequent Milliardenumsätze von US-Techkonzernen wie Google und Facebook in der Schweiz. Offiziell geht es ihm um „faire“ Handelsbedingungen, inoffiziell schielt er offenbar auf die Preise der Pharmaindustrie. Roche, Novartis & Co. dürften bald den Atem Trumps im Nacken spüren – samt Ultimatum vom Commander-in-Chief.
Die Eidgenossen stehen nun vor einem wirtschaftlichen Super-GAU: Exporteure zittern, der Franken steigt, und selbst ein WTO-Verfahren scheint machtlos gegen den Zorn aus Washington. Die Verhandler in Bern haben sich verschätzt – und Trump, ganz im Stil des „Art of the Deal“, zeigt der Schweiz, wie hart er pokern kann.

